Wahlkampf – einmal chinesisch

Man gelangt nicht in Probleme mit „unserer“ Astrologie, wenn man bisweilen in die chinesische Astrologie schaut – genauer in das System der „Vier Säulen“, = Ba Zi Suan Ming. Denn da geht es nicht um planetare Läufe, sondern primär um die komplexen Wandlungsphasen – bisweilen auch „Elemente“ genannt, was etwas irreführend sein kann, denn es geht da vordringlich nicht um Substanzielles, sondern Formen des Wandels und der rhythmischen Bewegung. Es gibt Gemeinsamkeiten mit den uns geläufigen vier Elementen, aber auch deutliche Unterschiede.

„Vier Säulen“ – das sind die vier Paarungen von je einem Himmelsstamm („Element“) und „Tier“ (wobei Letzteres auch je einem Element = Wandlungsphase zuzuordnen ist). Die vier Säulen: die des Jahres, die des Monats, des Tages und der Stunde. Hat man keine halbwegs verlässliche Zeitangabe, dann entfällt die Stundensäule, und die Deutung kann nur in Teilen gelingen. Immerhin ist auch dann noch einiges an Befunden gegeben, vor allem deswegen, weil die Tagesdominante („Day Master“ = Himmelstamm des Tages) gegeben ist. Dieser verkörpert das „Ich“ – alle entscheidenden Bewegungen und Rhythmen werden von diesem bestimmt und organisiert.

Nun liegt in wenigen Tagen die Bundestagswahl an – und gleich vorweg: Hier folgt keine Prognose. Es soll eher gefragt werden, was Deutschland mit diesem oder jenem Kanzler zu erwarten haben wird – Scholz oder Laschet. A. Baerbock ist wohl nach Stand der Dinge aus dem Rennen. Auffallend: alle drei haben die Wandlungsphase Yang-Wasser als Tagesdominante. Da es 10 der Wandlungsphasen gibt (die 5 Phasen jeweils als Yin und als Yang), ist das ungewöhnlich zu nennen. Yang-Wasser gibt physische wie psychische Stärke, Entschiedenheit, auf Initiative gestimmt. Man folgt dort innerer Vision, ist oft gar abenteuerlustig gestimmt, zukunftsorientiert, strategisch planend – um das etwas knapp zu umreißen. Nun aber ist Wasser auf die „Mutter“ (=Erzeuger, Ernährerin) Metall angewiesen. Davon findet sich nichts in den drei bekannten Säulen bei Scholz – dieses aber zweimal im Chart Laschets. Wasser ist am stärksten im Winter, am schwächsten im Sommer – und Scholz wurde im Juni geboren. Er scheint somit deutlich weniger zum Ausdruck zu bringen was da oben an Charakteristika für das Yang-Wasser angeführt ist. Laschet wurde an einem 18.02. (1961) geboren, das gilt chinesisch als Frühlingszeit, d.h. hier ist das Wasser mittelstark. Aber Laschets Wasser ist definitiv stärker als das von Scholz. Er wäre somit der innovativere Kanzler. Vor allem aber: Scholz hat in den drei uns bekannten Säulen viermal Erde (zweimal Yang-Erde, zweimal das Tierzeichen Hund, dieses auch von Yang-Erde-Qualität). Die Wandlungsphasen sind beständig mal fördernden, mal kontrollierenden, mal retardierenden Einflüssen ausgesetzt. Wasser wird durch Erde kontrolliert, und dies ist im Fall Scholz‘ in deutlichem Maße gegeben. Scholz wirkt sachlich (hinzu kommt: der Jahresplanet ist Saturn!), mitunter auch stoisch, verlässlich. Von ihm ist keine dramatische Veränderung der Strukturen zu erwarten. Nun, der deutsche Michel will Stabilität, Sicherheit, scheut das Risiko. Da scheint ihm Scholz genehmer als Laschet. Zudem hat Scholz zweimal den Hund im Chart – den treuen Wächter des Heims, also auch der Heimat, des Landes. Es verwundert nicht, dass Scholz kaum je ein Wort verliert über Deutschlands Außenpolitik, über die künftige Rolle im Mit- und Gegeneinander der Großmächte.

China – Monatsbild

Stefan Baron / Guangyan Yin-Baron: „Die Chinesen. Psychogramm einer Weltmacht“. Ein Buch, dessen Lektüre jedem unserer Politiker dringendst zu empfehlen wäre. Davon angeregt habe ich einen Blick geworfen auf das Monatshoroskop des Landes – also der Sonnenstand auf 15:00 Grad der Geburt vorausgehend. Über das Thema „Monatsbild“ habe ich mehrfach geschrieben, auch hier im Blog – daher kann hier auf eine erneute Begründung verzichtet werden.

Ein Blick auf die „Neun Sterne“, die im Wesentlichen bestimmt sind durch das Verhältnis von Jahres- und Monatshoroskopen. Die Volksrepublik China wurde am 1.10.1949 proklamiert – im gleichen Jahr, in dem die Bundesrepublik ins Leben gerufen wurde. Nach den Rhythmen der „Neun Sterne“ war das Jahr 1949 (beginnend mit dem 04.02.1949) ein Jahr des Yang-Metalls – entsprechend dem Trigramm Kien. Was verbindet die beiden Staaten BRD und China? Beide sind metallgeprägt. Das zeigt sich zunächst einmal im Bereich von Wirtschaft und Produktion: Beide Staaten sind stark fokussiert auf die Metallindustrie – in der Bundesrepublik nicht zuletzt mit Blick auf den Bereich Autoproduktion. In China allerdings führte die Fixierung auf das Thema „Metall“ wiederholt in Abgründe – erinnert sei vor allem an den zwanghaft betriebenen Versuch in den späten 50er Jahren, die vorwiegend agrarische Wirtschaft abzulösen durch eine Metallproduktion. Die Folge war fatal – Millionen wurden Opfer des landesweit dadurch hervorgerufenen Hungers. Entscheidend ist nun der Unterschied, der sich durch die Monatsbilder ergibt: Das Monatsbild der Bundesrepublik ist geprägt durch die „2“ der Neun Sterne, d.h. durch die Kräfte des Trigramms Kun: die „Erde, mithin die Versorgung, und mit Blick auf die Sozialordnung des Landes das Thema des Sozialstaates, wie dieser ursprünglich in der Konzeption der sozialen Marktwirtschaft L. Erhards geschaffen wurde – in den letzten Jahrzehnten aber eine problematische Ausuferung erfahren musste (..das Thema „Grenzen des „Sozialstaats“ füllt derweil ein komplettes Bücherregal). – Das Monatsbild Chinas – siehe Abb. – ist dagegen bestimmt durch die Kräfte des Trigramms Dui = Yin-Metall / die 7 in der Ordnung der Neun Sterne – „der See“, „das Heitere“ (es gibt da eine lange Liste …). China ist also in doppelter Weise metallgeprägt.

Auch der nur peripher mit dem Thema „China“ Vertraute kennt die Polarität von Yin und Yang. Deren stete Ausbalancierung ist gegeben mit dem Thema der Waage – siehe das obige Monatsbild: AC Waage mit dem Geburtsherrscher Venus eben dort. Die „6“ (=Kien) steht für das Patriarchalische. Während dieses in der Bundesrepublik zunehmend sein Gegengewicht im „mütterlichen „Thema „2“ – „die Erde“ fand, sieht sich China nach wie der Regentschaft des Männlichen unterworfen. Noch nie hat eine Frau Sitz und Stimme im inneren Kreis der Kommunistischen Partei Chinas finden können. Zum Wirkungskreis der „6“ gehört auch – und dies seit Jahren zunehmend – die Renaissance des konfuzianischen Denkens. Einst von Mao tse Tung bekämpft als auszumerzendes „bourgeoises Relikt“ hat es längst wieder seinen Platz in der Gesellschaft gefunden. Diese „preußische“ Ethik ist im Monatsbild nicht erkennbar – allein Neptun in der Waage im ersten Haus scheint dem entgegenzustehen. Steht das abendländische Denken von jeher in der Polarität Platon – Aristoteles, so das chinesische in der Spannung Lao Tse – Konfuzius. Ersteres ist offenbar im Monatsbild wirksam – also im mundanen Empfinden des Volkes. Über das korrespondierende Trigramm Dui

heißt es, dass dort unter der freundlichen Oberfläche ungeahnte fremde Kräfte liegen, die unvermittelt nach oben schießen können. So heißt es in der I Ging – Kommentierung bei Richard Wilhelm: „Das Heitere ist der See, ist die jüngste Tochter, ist eine Zauberin .. bedeutet Verderben und Zerbrechen, bedeutet Abfallen und Aufspringen…“ Der saisonalen Ordnung der Trigramme („Später Himmel“) liegt die „vorweltliche“ des „Frühen Himmels“ zugrunde. Hinter dem Trigramm Dui des Späten Himmels steht in der Ordnung des Frühen Himmels das Zeichen des „Abgründigen“, Kan. Die programmatisch betriebene Sanktionierung der konfuzianischen Ideale – unter ihnen auch das Thema der unbedingten Loyalität dem Staate gegenüber – ist im Grunde angstgetrieben – hier lauert die Furcht der Partei vor den unkalkulierbaren Affekten des Staatsvolkes – daher auch die ins neurotische Extrem getriebene Totalobservation des öffentlichen wie privaten Lebens. Diese Furcht ist durchaus nicht unbegründet – man erinnere sich an die im Juni 1989 blutig niedergeschlagene Revolte auf dem Platz des Himmlischen Friedens. Wir finden im Monatsbild die Anlage NE= JU/UR – „falschen Erkenntnissen folgen, schnell enttäuscht sein…“ (R. Ebertin, „Kombination der Gestirneinflüsse“). Hier lauert auch die Gefahr der überschießenden Hysterie, der ins Extrem schießenden Projektionen. Er zeigt sich eindrücklich in dem Hyper-Modernismus von Städten wie Shenzhen oder Shanghai, deren Skylines sich wie fragile Traumgebilde ausnehmen.

Deutschland: Knotenhoroskop 1494

Ausführlich erläutert und diskutiert: Knoteningresse – siehe das Sub-Forum „Konzepte…“ im APZ-Forum (WWW.apz-forum.de) . Schon mehrfach vordem zur Sprache gebracht worden ist das Horoskop des Reichstages 1495 in Worms. Mit diesem wird erstmals eine reichsverbindliche Rechtsordnung geschaffen (Reichskammergericht), man kann damit von „Staatlichkeit“ im engeren Sinne sprechen. Nun kann ich die Tageskonstellation des Reichstagsabschieds nehmen, den Beginn des Reichstages, auch damals wirksame Mondphasen. Oder auch das dem Reichstagsende vorausgehende Löwe-OG – was, wie mehrfach aufgezeigt überaus stimmige Ergebnisse erbringt. Ein jedes dieser Horoskope fügt dem Thema Wesentliches an Inhalten hinzu. Es lag dann nahe, den dem Reichstag vorhergehenden Mondknoteningress miteinzubeziehen (die Knotenachse auf 0 Waage / 0 Widder) – und der eingehendere Blick zeigt die Signifikanz dieses Horoskops auf. Eine nähere erste Sichtung dieses Horoskops, dessen Stimmigkeit m.E. deutlich belegend, findet sich im oben erwähnten Sub-Forum.

Hier soll es gehen um die Verbindung des Horoskops mit mundan bedeutsamen Persönlichkeiten des Landes. Im genannten Forum sind da exemplarisch O.v.Bismarck und A.Hitler gegeben. Ich kann da eine Korrelation auf verschiedene Weise herstellen: u.a. mittels synastrischer Aspektverbindungen, durch Erstellung eines Combins (was allerdings eine halbwegs genaue Geburtszeit des Nativen voraussetzt). Oder ich berechne die Tertiärprogressionen II des obenstehenden Knotenhoroskops für den Tag der Geburt des Nativen (auch die TP I lohnen die Betrachtung, doch scheinen in diesem Fall die TP II prägnantere Ergebnisse zu liefern). Hier nun die TP II des Knotenbildes von 1494 für den letzten deutschen Kaiser, Wilhelm II. :

Man tut gut daran, sich an die Hauptthemen des Horoskops zu halten. Eine forcierte Mobilität: Schütze-AC mit Jupiter eben dort im ersten Haus, ihm vorausgehend Mars Konj. AC, und auch die Sonne findet sich im Schützen. Ein Übermaß an Feuer, offenkundig aber „aus sich und für sich“ pulsierend. „Ich führe euch herrlichen Zeiten entgegen “ – „Der Dreizack gehört in unsere Hand“ – bekannte markige Sentenzen des Kaisers. Ein überzogener Ehrgeiz, (auch) bedingt durch (heute kaum noch begreifliche) Minderwertigkeitsgefühle wegen des infolge einer Geburtskomplikation unzureichend ausgebildeten rechten Armes. Der „Dreizack“ auf dem ersten Grad der Fische im exakten Quadrat zur Sonne: Die Kompensation verlangte den großen Wurf, die Überwindung der (auch nationalen) Grenzen – „Weltpolitik“ sollte es sein. Unglücklicherweise für ihn wie für sein Land waren diese Themen „maßstäblicher“ Art, da mit dem MC verbunden: MC=SO/NE . Die Geschichtsschreibung ist sich weitgehend einig in dem Befund, dass der Kaiser keine aktive Kriegspolitik betrieb, wohl aber dank irrealer Verblendung gefährliche Risiken einging (an erster Stelle die von gefährlichen Illusionen getragene Flottenpolitik). Die Venus im Domizil auf dem MC ist stark – der „Würde“ des Regenten angemessen. Doch sie steht auf einem riskanten Grad, dem 18. der Waage, laut W.Döbereiner ein Grad mit Saturn/Uranus-Qualität (vielfach bestätigt) – also eine potentiell gefährdete Stabilität der Regentschaft.

Wassermann cont. – Reformation

Das Jahresbild der Reformation 1517: das Wassermann-OG. Insbesondere dort, wo grundsätzlich Neues (an Ideen., Begriffen…) in die Welt kommt, ist das dem vorhergehende Wassermann-OG aufschlussreich (Sonnenstand 15:00 Wassermann). Ich schließe an das im letzten Beitrag Gesagte an. Saturn als klassischer Herr über den AC im Schützen im zehnten Haus, dort im Schützen auch das MC (mit dessen Regent Jupiter als Spannungsherrscher des Horoskops): Ein religiöser Impuls wird „maßstäblich“. Das Erlösungsmotiv („Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“) ist unübersehbar, man könnte mit Blick auf Neptun auf dem Wassermann-AC gar von einem utopischen Entwurf sprechen (siehe auch die direkte Halbsumme AC.NE= MC/UR !). Verlauf und Ausgang der Reformation sind bekannt: soziale Unruhen, gar schwerste Konflikte, am Ende der verheerende Dreißigjährige Krieg, mit diesem verbunden der Niedergang des Reiches – siehe das Mars-Neptun-Quadrat mit Mars im Stier. Letzterer befindet sich, nehme ich die Ganzzeichenhäuser, im vierten Haus, auf die sozialen Verwerfungen „im eigenen Haus“ = eigenen Land“ verweisend. Nachdem die Bauernkriege den inneren Zusammenhalt der Reichsterritorien erschüttert hatten, sah sich Luther gezwungen, das Bündnis mit den Landesherren einzugehen. Es erfolgte eine Teilverstaatlichung der Religion – und es zeigt sich ein weiteres Mal, dass es Saturn ist, der im Wassermann den längeren Atem hat. Die Bindung des Protestantismus an den Staat (in späterer Zeit nicht zuletzt den preußischen) sollte in den nachfolgenden Jahrhunderten sehr zum Nachteil ausschlagen. Dies zeigte sich in besonders verhängnisvoller Weise im III. Reich. Der Zweitregent des ACs, Uranus, findet sich im Stier: ein deutlicher Hinweis auf den Gleichheitsimpuls, letztlich gar „sozialistischen“ Einschlag des Protestantismus. Uranus auf dem ersten Grad Stier: Hier steht Hitlers Sonne, und dieser wusste sich den ins Realdasein gewendeten Gleichheits- und Erlösungsimpuls zunutze zu machen. Es gilt auch: SO/MKn = UR – wozu es bei Ebertin („Kombination der Gestirneinflüsse“) heißt: „Sich in der Gemeinschaft unbedingt durchsetzen …“ Wenige Tage vor dem Ausbruch des II. Weltkrieges stand Uranus im Transit wieder auf seiner Radixposition, gleichzeitig stand der laufende Saturn auf dem Radix-Uranus.

– Man wird unterstellen dürfen, dass das Horoskop weiterhin wirksam ist. Da wäre der Lauf des Uranus durch den Stier ins Auge zu fassen. Dieser stand im März/April dieses Jahres in der Halbsumme der Radixplaneten MA/UR. Dies ging einher mit Rissen im sozialen Zusammenhalt infolge der staatlich verordneten Corona-Maßnahmen. Im Auge zu behalten wäre natürlich auch der Uranus-Rücklauf auf die Radixposition (2024 / 25).

Wassermann …. Saturn, Beispiel China

Herrscher über den Wassermann? Klar doch: Uranus, erste Lektion Astrologie. Ich habe es – Th. Ring sei gedankt – immer für einen schwerwiegenden Fehler gehalten, die tradierte Dispositoren-Lehre über Bord zu werfen. Letztlich kam dies einer Zerstörung der Siebener-Ordnung im Zodiak gleich. Man muss weder „indisch“ orientiert sein, noch klassisch-hellenistisch, um diesen Bruch als einen verhängnisvollen zu begreifen.

Saturn regiert den Wassermann. Immer wieder festzustellen. Wird der im Wassermann Geborene alt, so verschafft sich Saturn im Alter zunehmend Geltung. Nehmen wir als Beispiel Friedrich II. von Preußen: In jungen Jahren der „Aufklärer“, in späteren Jahren zunehmend unter dem Schatten Saturns: der Tradition Preußens verpflichtet, die vielbeschworene „Pflicht“ propagierend, nicht ohne Misanthropie, auf Hierarchien verpflichtet – und zwanghaft verpflichtend. Man wird wenig Mühe haben, Ähnliches im eigenen weiteren Bekanntenkreis wahrzunehmen.

Interessant: das Horoskop des kommunistischen Chinas – hier nicht eigens eingebracht, da wohl bekannt (ansonsten mühelos abrufbar im Netz). Der Mond am AC im Wassermann, AC wie Mond ebendort. Maos China setzte über Jahre auf die stete Gleichmacherei, setzte alles daran, sich der verhassten konfuzianischen Tradition dauerhaft zu entledigen. Der Höhepunkt: die Kulturrevolution, 1966-1968 (unter dem Signum der damaligen Uranus-Pluto-Konjunktion). Diese setzte sich zum Ziel die tradierten konfuzianischen Werte ein für alle Mal zu eliminieren – was nicht zuletzt die Zerstörung der familiären Ordnungen ins Auge fasste. Nach allem was man weiß, leiden noch nach langen Jahrzehnten Millionen von Chinesen an dem von der Partei in ihrer Jugend erzwungenen Verrat an den eigenen Eltern. Etliche sollen sich aus Scham und Verzweiflung in den letzten Jahrzehnten umgebracht haben. Natürlich wird dies seitens der Partei verschwiegen, Psychologie gilt da vielfach eh als ein anrüchiges „westliches“ Fach.

Doch wie eingangs – Beispiel Friedrich II. – angesprochen: Saturn hat da den längeren Atem, wenn es um die Herrschaft über den Wassermann geht. Mit Deng Xiao Ping erfolgte zunächst vorsichtig-bedacht die Entkriminalisierung der konfuzianischen Tradition. Heute wird Konfuzius gar offiziell als der Begründer der geistigen Welt Chinas gesehen – mit all dem, was zum Themenkreis des Saturnischen gehört: Pflicht, Arbeit, Würdigung der Alten, Bescheidenheit, Selbstdisziplin, Bildung, Achtung der staatlich vorgegebenen Hierarchie (wie sie natürlich von der Partei vorgegeben wird). – Allesamt Qualitäten, die der Protestantismus, spezifisch der Calvinismus verpflichtend gemacht hat – bis heute spürbar in (u.a.) den Niederlanden, der Schweiz, in den deutschen „reformierten“ Landesteilen – und nicht zuletzt oder gar vor allem in den USA, wo dies nach wie vor primär in den Neuenglandstaaten wirksam ist.

Noch einmal: Deutschland 2022

(Zum Thema „2022“ siehe vorhergehende Beiträge: 22.05.2020, 31.01.2021)

Wie mehrfach (u.a. im Forum APZ) aufgezeigt: Das Deutschland-Horoskops von 1495 (Löwe-OG, Worms) ist so stimmig wie es, was Auslösungen angeht, verlässlich ist. (Zur Erinnerung bzw. Grundorientierung: Das ist das OG, welches dem finalen Reichstagsbeschluss von Worms unmittelbar vorausging. Mit den Beschlüssen jenes Reichstages entwickelt sich im Reich erstmals das, was man „Staatlichkeit“ nennen kann – u.a. erkennbar an der Schaffung des Reichskammergerichtes.

Bekanntlich ist die Achse 17-18 Grad Stier/Skorpion engstens verbunden mit der deutschen Geschichte – zum Guten wie zum Bösen hin. Und diese Achse findet sich auch im Deutschland-Horoskop von 1495. Sie findet sich in der Halbsumme PL/MA (=17:09 Skorpion bzw. in der Halbsumme PL/MO = 17:47 Skorpion). Eben dieser Grad wurde opponiert durch den laufenden UR im Herbst 1938 („Sudentenkrise“) und im Frühjahr 1939 (Verschärfung der Lage nach der Besetzung der „Resttschechei“). UR wird dort ein weiteres mal 2022/2023 stehen. Nun steigt man (gottlob) nie zweimal in denselben Fluss, das gilt fürs individuelle Dasein ebenso wie fürs kollektive Geschehen. Sehr wohl aber ist denkbar, dass sich das Land ein weiteres Mal in eine Entscheidungsssituation gestellt werden sieht. 1938/39 erbrachte dies den finalen, den Krieg auslösenden Bruch mit den westlichen europäischen Nachbarn. Mit Blick auf die genannte Achse 17-18 Stier/Skorpion ist im Auge zu behalten, dass hier das Thema MER/UR.DC miteingeht: Es wird wesentlich gehen um eine Entscheidungssituation, welche die außenpolitische Ausrichtung des Landes betreffen wird. Die bewährte, meist profitable bundesrepublikanische Devise „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass“ wird dann vermutlich definitiv ausgereizt sein. Ein weiteres Mal wird sich das Land konfrontiert sehen mit der Tatsache, dass es sich zu erklären haben wird mit Blick auf die USA einerseits und Russland, aber auch China andererseits. Vor diesem Hintergrund kommt der Bundestagswahl im September 2021 eine eminente Bedeutung zu. Auffällig indessen ist schon jetzt, dass sich die Parteien, gleich welcher Couleur, was die elemantaren außenpolitischen Perspektiven angeht, in Zurückhaltung üben. Da scheinen Themen wie Klimaschutz und Corona genehmer (womit nun nicht etwa deren Signifikanz bestritten werden soll). – Die Souveränität der Bundesrepublik wurde wesentlich durch zwei Schritte gesichert: Am 5.5.1955 erlosch das Besatzungsrecht, wenige Tage später trat die junge Republik der NATO bei. Es blieben allerdings alliierte Vorbehalte, die sich wesentlich auf Berlin bezogen. Diese wurden definitiv getilgt durch den „2+4 Vertrag“ vom Sommer 1990 (die immer wieder von Rechtsaußen kommende Behauptung, die allierten Sonderrechte bestünden weiter, sind gegenstandslos, aus der Luft gegriffen, die Intentionen dieser Behauptung nur allzu durchsichtig). Von Belang aber dürfte sein, dass hier der 33er-Rhythmus (auf den vor allem Rudolf Steiner wiederholt hingewiesen hat) in doppelter Weise greifen wird: 2021/22 aktualisiert sich der Rhythmus 66 (genauer: 66 und ein Drittel) Jahre nach 1955. Und das Wendejahr 1989 wird 2022/23 in quasi resümierender Form ins Bewusstsein geholt. Derzeitige Prognosen zeigen eine deutlich geschwächte CDU/CSU zugunsten der erstarkten Grünen. Nicht wenige Prognosen sehen eine grüne Kanzlerin kommen. Wie dem auch sei: Eine Regierung ohne die Grünen erscheint nach Stand der Dinge kaum denkbar. Eine solche Regierung aber würde unweigerlich erneut eine Diskussion über den deutschen Standpunkt im Rahmen der NATO ins Leben rufen.

Langlebigkeit

Dem Thema „Lebenslänge“ (engl. „longevity“) geht man in der westlichen Astrologie eher aus dem Weg. Die Gründe sind so bekannt wie sie mehrheitlich auch plausibel sind. „Mors certa – hora incerta“ – heißt es nach wie vor. Wer praktizierender Astrologe und Mitgleid des DAV ist, verplichtet sich, keinerlei Todesprognosen zu geben. Nun ist es das Eine, einen Todeszeitpunkt mehr oder weniger präzise zu bestimmen, das Andere ist es, begründete Vermutungen über die zu erwartende Lebenslänge anzustellen. In der indisch-vedischen Astrologie gibt man sich da unbefangener, es finden sich hier kaum ethisch begründete Tabus. Wie aber kaum anders zu erwarten: Die nähere Betrachtung zeigt, dass es in der vedischen Astrologie keineswegs durchweg übereinstimmende Ansichten gibt – was wenig überraschen wird (und manchem nur recht sein wird). Zudem: Es gibt ja keine objektive Bestimmung dessen, was ein langes Leben ist. Vor einem halben Jahrhundert noch erreichten die meisten Männer kaum das achtzigste Lebensjahr – heute ist dies die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland. Grundsätzlich einig ist man sich wohl nur mit Blick auf den AC und dessen Herrscher, auf Sonne und Mond – und vor allem auf Saturn und den Herrscher des achten Hauses.

Hier das Horoskop Ernst Jüngers. Der Autor wurde fast 103 Jahre alt. Der Mond ist AC-Regent, und er befindet sich in seinem Zeichen der Erhöhung. Doch auch die Sonne, der zentrale Lebensantrieb, befindet sich in der Erhöhung, zudem im zehnten Haus in der Nähe des MCs. Ins Auge fällt Saturn, hier Spannungsherrscher (unter den klassischen Planeten) – was m.E. grundsätzlich zur Stärkung beitragen dürfte. Und geht es um das Thema der zu erwartenden Lebensdauer, dann wird die hier gegebene Rückläufigkeit Saturns positiv zu werten sein. Vor allem aber: Dieser Saturn ist Herrscher über das achte Haus – was, folgt man der vedischen Linie, für sich allein kein Garant auf ein langes Leben darstellt, aber die Wahrscheinlichkeit darauf signifikant stärken soll. Jünger blieben seelische Krisen, gar echte Depressionen, nicht erspart. Doch die hier wohl wirksame Opposition von Mond und Saturn, konnte sich nicht nachteilig auf die Lebensdauer auswirken, da ein Saturn in einem Eckhaus vom Mond aus gesehen (hier das siebte Haus vom Mond) eine zusätzliche Stärkung erfährt.

Obenstehend das Horoskop Rainer Werner Fassbinders, der im 37. Lebensjahr starb (zur Zeit des zweiten Mondknotenrücklaufs). Auch hier der weiter oben beschriebene Blick auf die „Lichter“, AC-Regent, Haus acht und Saturn. Der (klassische) AC-Regent steht zwar in einem Kardinalhaus (günstig), jedoch im Exil, allerdings aufgewertet dadurch, dass er in seinen „Grenzen“ steht. Die Sonne befindet sich im System der Ganzzeichenhäuser ebenfalls in einem Kardinalhaus, ist jedoch peregrin. Der Mond und Saturn befinden sich beide im Exil, da aber eine gegenseitige Rezeption vorliegt, wird dies zumindest in Teilen aufgewogen sein, zudem steht der Mond in der Triplizität und in der Sektion (als Nachtplanet in einem Nachthoroskop über dem Horizont). Bleibt (u.a.) noch der Blick auf das achte Haus. Dessen Herrscher steht ebenfalls im Exil, auch dürfte mit Blick aufs Thema „Lebenslänge“ der Neptun in den GZH im achten Haus eher nachteilige Wirkungen gezeigt haben.

Die beiden Beispiele haben natürlich keinen Beweischarakter, da wären umfangreichere Untersuchungen nötig.

Fassbinder hatte ein vergleichsweise kurzes Leben – aber ein überaus produktives, darin vergleichbar dem ebenfalls mit 36 Jahren verstorbenen Mozart. M.a.W.: Die Lebensdauer als solche ist natürlich kein absoluter Wert.

Marine Le Pen

Die Uhrzeit ist gesichert: die möglicherweise künftige Staatspräsidentin. Während in den meisten Ländern Europas der Trend zur Mitte wieder zunimmt, scheint dies in Frankreich nicht der Fall zu sein – jedenfalls sprechen derzeitige Umfragen für Le Pen. Das Horoskop soll hier vornehmlich auf der Basis der Ganzzeichenhäuser gesehen werden – auch wenn im Bild die GOH- Häuser eingetragen worden sind. Ein derart exponierter Saturn will auf den Punkt gebracht werden. Er steht hier im Fall – im Widder. „Im Fall“ gilt gemeinhin als „Schwächung“ – was aber eben nicht einen Verlust an energetischer Selbstbehauptung des Planeten mit sich bringen muss. Auch der Dispositor des Saturn, Mars, steht hier im Fall. Folgt man der vedisch-indischen wie auch hellenistischen Sicht, dann ist der Fall des Saturn in diesem Horoskop zu relativieren: Saturn steht in einem Kardinalhaus, er steht in der Sektion (als Tagesplanet in einem Tageshoroskop über dem Horizont, zudem steht er auch im Navamsa (Neunerteilung) im selben Zeichen. Ein Fall aber kann nie ganz aufgehoben werden, es wird sich immer ein problematisches Element in der Aktualisierung des Planeten zeigen. Das Auftreten hier ist klar konturiert, neigt aber zu Schroffheit, zu Taktlosigkeit. Da hier ein Waage-AC gegeben ist und der Saturn im siebten Haus steht: Strenge im Denken, Widerständen wird mit aggressiver Resolutheit begegnet. Hier zeigt sich unnachgiebige Härte – und sie beruht auf einem rigiden Verständnis von Vergangenheit und national definierter Tradition. Dies ist hier in doppelter Weise mitangelegt, denn Saturn steht (GZH) im vierten Haus vom Mond aus gesehen. (Die Sicht aus der Perspektives des Mondes ist in der indisch-vedischen Astrologie ein wichtiger Bestandteil der Deutung.) Zu beachten ist dabei, dass der Mond in den GZH im vierten Haus steht. Le Pen ist eine scharfe Kritikerin der EU. Unklar ist, ob sie einen „Frexit“ riskieren würde. Als Präsidentin jedenfalls würde sie der EU mit harter Entschiedenheit entgegentreten. Flexibilität gehört nicht zu den stärken Le Pens, die starke Bindung an Konvention und dogmatischer Norm (Steinbock-Mond!) steht dem entgegen. Der Mond steht (siderisch) im Nakshatra Mula: Radikalität (in wörtlicher Hinsicht: „Mula“ bedeutet „Wurzel“), hier wird jedem als faul empfundenen Kompromiss eine scharfe Absage erteilt. -Was in der Sicht von außen oft übersehen wird: In Frankreich ist die konservative „bourgeoise“ Tradition stärker als in Deutschland begründet, auch ist unterschwellig nach wie vor eine Neigung zur royalen Präsentation gegeben. Le Pen könnte beidem Nahrung geben .

Die chaldäische Reihe: Siebenerschritte

Über die chaldäische Reihe habe ich einen relativ umfangreichen Text verfasst, abrufbar im Forum „Astrologie eu“, dort im Sub-Forum „Materialien“ auffindbar. Das Folgende geht zumindest in Teilen auf AbuMashar zurück. Ganz sicher bin ich mir da nicht, möglicherweise liegen die Ursprünge woanders, möglicherweise aber ist es in dieser Form erst hier entstanden (wäre dankbar, sollte da jemand Näheres wissen und mitteilen).

Zur Erinnerung die chaldäische Reihe:

SA – JU – MA – SO – VE – ME – MO

Man verfährt wie folgt: Die ersten sieben Jahre werden bestimmt vom Regenten des ACs und der mit ihm verbundenen Themen. Ist dies z.B. ein Zwilling, so ist da der Merkur bestimmend, mit ihm auch das von ihm auch beherrschte Zeichen der Jungfrau. In der chaldäischen Ordnung folgt dem Merkur der Mond. In diesem Fall würde der Mond die Zeit von 7 bis 14 prägen – also auch das Zeichen Krebs, auch das was dort möglicherweise an Planeten gegeben ist. Das dritte Jahrsiebt wäre regiert vom Saturn. Etc. Nach 49 Jahren ist der erste Durchlauf abgeschlossen.

Auch innerhalb eines solchen Jahrsiebtes wird die chaldäische Reihe durchlaufen, hier beginnend mit dem jeweiligen Phasenregenten. Ist dies z.B. der MA, dann wäre das erste Jahr dieses Jahrsiebtes der MA selbst – es wäre gegeben MA-MA. Dann würde die SO folgen, kurz MA-SO. Die SO wäre hier dem MA untergeordnet, zu prüfen wäre auch, in welchem Verhältnis die beiden im Horoskop stehen. Dann käme MA-VE – etc.

Dazu ein Beispiel: J.Goebbels, Hitlers Minister für „Propaganda und Volksaufklärung“. Über die Kindheit und Jugend Goebbels‘ ist wenig bekannt. U.a. ist erwähnenswert, dass er im Alter von 4 Jahren an einer Knochenmarksentzündung erkrankte, die zur Ausbildung eines Klumpfußes führte. In jenem Jahr war SO-ME gegeben. Beide stehen im Skorpion, und die plutonische Fesselung des ME dürfte die lebenslang gegebene Einschränkung der Mobilität verursacht haben. Auch das exakte Quadrat auf die Mondknotenachse dürfte hier eine Rolle gespielt haben. – Die Biographien betonen, dass mit dem Jahr 1918 – Erfahrung der Niederlage – eine tiefreifende Zäsur einsetzte. In diesem Jahr setzte das Jahrsiebt des Mondes ein. Der Mond ist wenig günstig gestellt: Er steht im Exil, er herrscht über das 12. Haus und wirkt ins 6. hinein. Die Stärke eines Steinbock-Mondes ist die Konsequenz, mit der man sich in den Dienst einer Aufgabe stellt, in diesem Falle ging es auch um die Selbstverpflichtung an eine soziale Struktur bzw. um die Mitarbeit bei der Schaffung einer solchen. Zunächst war Goebbels partiell links- sozialistischen Zielen zugeneigt, wenige Jahre später erfolgte die Hinwendung zu national-sozialistischen Inhalten. Es kam zu einer tiefgreifenden weltanschaulichen Krise – siehe den Regenten des Mondes auf dem ersten (kritischen) Grad des Schützen. Der katholisch erzogene Goebbels wendet sich ab vom Christentum, suchte neuen Enthusiasmus (MO im Quadrat zu JU).

Eine gewisse Stabilisierung erbrachte der April 1922 – unter MO-MA: MA ist der MC-Regent und steht stark in einem Kardinalhaus im Domizil. Im Frühjahr 1922 erlangt Goebbels den Doktor-Grad, mit dem er sich zeitlebens ansprechen ließ. Herbst 1924 – MO-VE: Goebbels wird leitender Redakteur eines nationallistischen Kampfblattes. Auch dies ist stimmig: Die VE steht im Domizil im dritten Haus im applikativen Trigon zu Pluto. Es ist bezeichnend, dass Goebbels im Frühjahr 1925 der soeben neugegründeten NSDAP beitrat – unter MO-ME. Von Anfang an sieht Goebbels seine Aufgabe im weltanschaulich bestimmten propagandistischen Feld. Goebbels wird Redner und Agitator in einem. – Nur wenige Tage nach Wirksamwerden des SA-Jahrsiebtes (Herbst 1925) trifft er Hitler. Zum SA im Schützen sei kurz Th. Ring zitiert: „Impulsivität, die zu Einseitigkeit neigt und daher leicht zum Fanatismus wird oder zu bedrückungen führt…; Bedürfnis nach Achtung und Vertrauen, Ehrgeiz, oft Unduldsamkeit, Satarrsinn und Widerspruchsgeist…“ (Th:Ring: „Frühe astrologische Schriften“). -Einige Monate „ringt“ Goebbels mit sich selbst, einige der Gedanken Hitlers empfindet er zunächst als Zumutung, erst im Folgejahr erliegt er gänzlich dem Zugriff des „Führers“. -Kurz vor der Machtergreifung, im Herbst 1932, beginnt das JU-Jahrsiebt, und nun ist die Stellung als führender Propagandist des Reiches auf Dauer gesichert. Das dritte Haus gilt als „funktional-neutral“, aber hier wird JU wirksam als Herrscher über Haus 8, er bringt festgegründete Leitsätze zum Ausdruck. 1939, mit Kriegsbeginn, setzt das MA-Jahrsiebt ein – mit dem Dispositor über ME und SO, im Quadrat auf die AC/DC-Achse. Den schaurigen Höhepunkt der Goebbelschen Rhetorik stellt der 18.02.1943 dar, der Tag der Proklamation des „totalen Krieges“ – im Jahr der MA-ME-Regentschaft. Goebbels‘ AC steht auf dem SA Hitlers, sein MA im Quadrat dazu. Den Entschluss zum Krieg fasste Hitler allein, doch es war sein Propagandaminister, der ihn bedrängte, den Kriegseinsatz ins Totale zu treiben. – Das Ende, Suizid am 01.05.1945, kam unter MA-SA.

Noch einmnal : 2022

Ich führe fort, was im Beitrag vom 22.05.2020 zum Thema „2022“ geschrieben wurde.

2022 wird sein ein Jahr der Fünf. Das Jahr der Fünf ist grundsätzlich ein Jahr, in dem sich eine Ordnung, eine Hierarchie, ein System, eine Struktur Gefährdungen ausgesetzt sieht. Jahre der Fünf: 1905, 1914, 1923, 1932, 1941, 1950… Zu beachten dabei ist, dass der Wirkungsraum hier jeweils (ca.) am 4. Februar einsetzt. D.h. die ersten Wochen eines Jahres unterliegen dem gleichen Einfluss wie die vergangenen Monate des kalendarischen Vorjahres. Dies bedeutet natürlich nicht etwa, dass ein in einem Jahr der Fünf Geborener ein „Gefährder“ wäre. Wohl aber ist in diesem Fall meist ein Sinn für die Fragilität von Ordnungen und Strukturen angelegt. Ein gutes Beispiel hier ist Bismarck (geboren im Fünferjahr 1815): Nach der Reichsgründung war sein ganzes Bemühen auf die Sicherung des europäischen Gleichgewichts gerichtet (siehe das Bismarcksche Bündnissystem). Auch die von ihm geschaffene Sozialordnung – die erste weltweit – wurde bestimmt von der Sorge um den Verlust der „Mitte“ aufgrund sozialistischer „Umtriebe“. Man findet unter „Fünfern“ nicht selten eine Anlage zum Kontrollzwang, der hier und dort auch eine kritische Grenze überschreiten kann.

Unnötig zu sagen, dass natürlich nicht jedes Fünferjahr eine Katastrophe mit sich bringt. Dennoch zeigt der Blick auf vergangene Jahre der Fünf, dass hier auffällig häufig eine Schieflage entsteht, die am Ende gar mit einem vollständigen Kontrollverlust einhergehen kann. Um zu den eingangs genannten Jahren zurückzukehren: 1905 war das Jahr der ersten russischen Revolution und des russisch-japanischen Kriegs. Beides hatte weitreichende Folgen für die internationale Ordnung. Ohne das Jahr 1905 (und die damit verbundene falsche Politik des Zaren) wäre es nicht zur Oktoberrevolution 12 Jahre später gekommen. 1905 war das Jahr der Malerei des Expressionismus, der auf seine Weise Umsturz bedeutete und der seinerseits auf die Brüchigkeit der bis dahin für sicher gehaltenen Ordnungen verwies. Und Einsteins erste Publikation zur Relativitätstheorie läutete in jenem Jahr das Ende des klassischen physikalischen Weltbildes ein. 1914 – der Ausbruch des I.Weltkrieges, der „Urkatastrophe“ des 20. Jahrhunderts. 1923: in Deutschland Höhepunkt der Inflation, die die junge Republik an den Rand des Scheiterns führte. 1932: die Republik im Zustand der Agonie – der Machtwechsel im Januar 1933 fiel noch in die Geltungsdauer dieses Fünferjahres. 1941: der bis dahin europäische Krieg weitet sich aus zum Weltkrieg. 1950: der Korea-Krieg erbringt den ersten Höhepunkt des Kalten Krieges, weltweit herrscht die Angst vor einem Krieg der Supermächte USA – UdSSR. 1959 – ein wenig spektakuläres Jahr, doch der Umsturz Fidel Castros in Kuba wird nur wenige Jahre später die Welt an den Rand eines Atomkrieges führen. 1968 – die weltweite Protestwelle der jungen Generation (u.a. Pariser Maiunruhen), 1977: der „deutsche Herbst“, 1986: Tschernobyl, mit weitreichenden Folgen, spezifisch für die Sowjetunion, deren Untergang durch die Nuklearkatastrophe eingeleitet wurde. 1995: das Massaker von Sebrenica – die noch wenige Jahre zuvor für so sicher gehaltene neue europäische Ordnung offenbart ihre Verwundbarkeit. 2004: mit dem schweren Tsunami im Dezember des Jahres erweist sich sich die Fragilität selbst überdimensionaler Räume, auch zeigt sich kollektiv die Gefahr, die von Störungen der ökologischen und klimatischen Ordnungen ausgeht. Das Jahr 2013 erscheint weniger dramatisch – doch auch hier zeigen sich Risse im globalen Gefüge: der „Arabische Frühling“ scheitert, der Konflikt in Syrien weitet sich zum Bürgerkrieg aus. Es ist das Jahr des Whistleblowers Snowden, und es ist das Jahr des Rücktritts eines Papstes inmitten der Krise seiner Kirche.

Das Jahr 2022 wird ein Jahr europäischer, wohl auch globaler Instabilitäten werden, da hier zwei wichtige Rhythmen konvergieren. Zum einen der u.a. von Rudolf Steiner mehrfach beschriebene 33er Rhythmus, welcher in der Geschichte unschwer nachzuweisen ist. Zwischen dem Berliner Mauerfall und dam Jahr 2022 liegen 33 Jahre. Gehen wir von 1989 33 Jahre zurück, so gelangen wir in das Krisenjahr 1956: das Jahr der Suez-Krise (welches das definitive Ende des britischen Empires erzwang), gleichzeitig kam es zu dem vom sowjetischen Militär niedergeschlagenen Ungarnaufstand. – Das Jahr 1938 erbrachte den „Anschluss“ Österreichs an das Hitler-Reich sowie die sog. Sudetenkrise. Uranus befand sich damals in der Mitte des Stieres und überlief die für die Geschichte Deutschlands so elementare Achse 17 Grad Stier-Skorpion. 2022, 84 Jahre später, wird Uranus wieder dort stehen – und allein dieses Faktum rückt Deutschland schon jetzt in den Fokus der Wahrnehmung. – Dem wäre in einem weiteren Beitrag nachzugehen.