Warum – auch – Ganzzeichenhäuser ?

Was haben die Ganzzeichenhäuser mit dem I Ging zu tun – genauer: mit der Ordnung der Trigramme hier?

Mit dem I Ging hatte ich mich schon länger beschäftigt, bevor ich zur Astrologie kam. Dass es aber (u.a.) zum Online-Buch über die Neun-Sterne-Astrologie kam, vor allen Dingen zu den Oktilogrammen, verdanke ich meinen (zugestanden bescheidenen) Grundkenntnissen des I Ging.

Was man oben im Bild sieht ist die „vorweltliche“ polare Anordnung der Trigramme, auch genannt die Ordung des „Frühen Himmels“. Es handelt sich um die „ewige“, „stabile“ Ordnung. Die Ordnung des Späten Himmels (hier nicht abgebildet) ist die der saisonalen Abfolge, sie zeigt die dynamische Sequenz der Trigramme. Dies ist nicht der Ort, all dem auch nur ansatzweise nachzugehen. Es fehlt ja nicht an Erläuterungen im Netz. Worum es hier geht – mit Blick auf das Thema der Ganzzeichenhäuser: Man kann die Ordnung des Späten Himmels auf die des Frühen Himmels legen. Im frühen Himmel findet sich das reine Yang, das Trigramm Kien im Süden (im Bild oben). Eben dort findet sich nun in der Ordnung des Späten Himmels das Trigramm Li, das Feuer. Nun kann man sagen: „Hinter“ den Trigrammen des Späten Himmels stehen die Trigramme des Frühen Himmels, Letztere scheinen hindurch durch die Trigramme des Späten Himmels. Beispiel: das Feuer (Li) ist im Späten Himmel im Süden, im Frühen Himmel finden wir es im Osten. Dort, im Osten, steht nun im Späten Himmel das Trigram Dschen, der „Donner“. Hinter der massiv aufbrechenden Energie (Dschen, auch „die Erschütterung“ genannt) steht die Wandlungsphase des Feuers (das Wort „Element“ sollte man mit Blick auf die Trigramme meiden, es suggeriert fälschlich etwas rein Statisches). Das reine Yang, Kien = „das Schöpferische“ findet sich in der polaren Ordnung im Nordwesten. Im Frühen Himmel steht dort Gen, „der Berg“, „das Stillehalten“.

Was hier für die Trigramme gesagt wird, hat auch Gültigkeit für jedes der 64 Hexagramme (die ja jeweils aus zwei der Trigramme zusammengesetzt sind). Es ist sehr aufschlussreich, was sich hier an Einsichten offenbaren kann. Es lohnt sich, dem kontemplierend nachzugehen. So steht hinter Hexagramm 25, „die Unschuld“, Hexagramm 22, „die Anmut“ – man denkt spontan an den berühmten Kleist-Text über das Marionettentheater. Oder: hinter der „Bescheidenheit“ (15) findet sich vielsagend „das Wachstum“ (42).

Ich denke mir in analoger Weise das Verhältnis der „frühen“ Ganzzeichenhäuser zu den „späteren“ Häusersystemen, gleich ob Koch, Placidus, Regiomontanus etc. Auf diese Weise hat sich mir manches Horoskop erschlossen – auch dem eigenen bin ich da näher gekommen.

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