Albrecht Dürer

Wie so oft: auch beim wohl bedeutendsten deutschen Künstler gibt es Probleme mit der Geburtszeit. Die Fahrlässigkeit, mit der über Geburtszeiten oft verfahren wird, ist frappierend, nicht selten gar deprimierend. Am unangenehmsten dabei ist der Fall von Nativitäten, von denen es keine verlässlich dokumentierten Uhrzeiten gibt, für die dann munter spekulative Zeiten notiert werden – und bedenkenlos kopiert werden. Gegen Vermutungen, auch Überzeugungen ist nichts einzuwenden – so lange wie sie als solche kenntlich gemacht werden – was leider allzu oft nicht der Fall ist. Dann werden Spekulationen allzu oft zu falschen Sicherheiten umgebogen – und über kurz oder lang finden sie sich in diversen Publikationen als „verifiziert“ wieder. Mitunter aber ist dann nicht einmal dieses Etikett angegeben. – In der Wissenschaft ein bekanntes Phänomen: die Multiplikation von Fehlern. Aber da pflegen ja manche Astrologen die Nase zu rümpfen – iiih, „Wissenschaft“.. Nun, ein wenig an Selbstdisziplin, was Daten angeht, wird man schon erwarten dürfen.

Das Horoskop Dürers – ist die Zeit verlässlich? Befragt man das Netz, so findet sich die Angabe „11 Uhr“ – eine Quelle sucht man dann vergeblich. Das führt dann zu einem Jungfrau-AC. Nach Th.Ring („Genius und Dämon“) ist die Zeit 10:20 Ortszeit verbürgt: „..laut Angabe des Vaters und der Berechnung von Lorenz Behaim..“ Nun, auch das gibt nicht die letzte Sicherheit. Immerhin aber haben wir es mit einem Rückgriff auf eine klar benennbare Dokumentierung zu tun.

Es soll nun davon abgesehen werden, die Geburtszeit zu „verifizieren“. – Was mich hier interessierte: das Thema der Doppelregentschaft. Ich halte nun einmal fest an der klassischen Dipsositorenlehre (und halte es für einen schweren Fehler, diese kurzerhand als „überholt“ zu entsorgen).

Dahinter steht, zugestanden, auch die persönliche Situation – in meinem Fall sind die „Lichter“ beide vom Mars beherrscht, und dessen Situation stellt einen Schlüssel zum Verständnis meines Horoskopes dar (was nun für den Leser weiß Gott kein Grund sein muss, dem näher nachzugehen). Zum Thema Doppelregentschaft: bei Dürer regiert Merkur den mit vier Planeten besetzten Zwilling, dort vor allem auch Sonne und Mond. Zudem ist er der Dispositor des Jupiters- des „Lebensoptimums“ schlechthin. Merkur findet sich in Haus 10 in Konjunktion mit dem MC. Da mag der (wohl überflüssige) Hinweis genügen, dass Dürers größte Errungenschaften sich in seinem graphischen Werk finden.

Merkur auf 18 Grad Stier – damit engstens liiert mit der deutschen Schicksalsachse 17-18 Grad Stier/Skorpion. Kein Wunder, dass er zum deutschesten aller deutschen Künstler erklärt wurde – dem einen recht, dem anderen ein Graus. Nun, sein Rang als Künstler mit Weltgeltung ist so oder so gegeben. – Wie dem auch immer sei: Es lohnt sich, diesen Doppelregentschaften nachzugehen.

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