Xi Jinping

Während seit Jahren endlos das Horoskop Trumps – künftig wohl auch dasjenige Bidens – im Mittelpunkt steht, scheint die astrologische Prägung der chinesischen Nr. 1 von eher marginalem Interesse. Was liegen mag daran, dass die Geburtszeit unbekannt ist, was aber auch wohl daran liegt, dass man vielfach noch immer nicht begriffen zu haben scheint, dass China längst eine Weltmacht ist – sich möglicherweise gar anschickt, das Kräftemessen mit den USA zu suchen, einem solchen jedenfalls nicht aus dem Weg zu gehen. Nach Claude Weiss („Astrologie heute“) dürfte die offene Konfrontation der beiden Mächte in der Mitte des Jahrzehnts dem Höhepunkt zustreben, dies in wirtschaftlicher wie auch in machtpolitischer, womöglich auch militärischer Hinsicht. Xi Jinpings Position gilt als unangefochten, es heißt gar, er verfüge über mehr Macht als die anderen Nachfolger Mao tse Tungs.

Geboren in Peking am 15.06.1953. Auch bei fehlender Geburtszeit sind einige Beobachtungen statthaft. Hier die Mittagsstände.

Es ist ein grober, die Tradition sträflich missachtender Fehler, planetare Jahres- und Tagesregenten (wie auch den hier nicht gegebenen Stundenregenten) der Trivialastrologie zuzurechnen. Gerade der Blick auf prominente Politiker bestätigt die Bedeutung dieser Regenten. Man nehme etwa A.Merkel, geboren in einem Sonnenjahr (1954): So richtig es fraglos ist, auf ihre Uneitelkeit zu verweisen, so unzutreffend wäre es, die bei ihr angelegte „royale“ Präsenz leugnen zu wollen – wie sie sich wiederholt dort offenbart hat, wo sie wegweisende Entscheidungen von nationalem Interesse traf, ohne es für nötig zu halten, den Bundestag darüber diskutieren lassen (sofern dies geschah, wurde das Versäumte erst Wochen später nachgeholt – man erinnere sich an die Monate nach der Grenzöffnung Anfang September 2015).

Xi Jinping wurde – wie Trump und G.W.Bush – in einem Mars-Jahr geboren. Der eine, Bush, trug die nationalen Aggressionen nach außen (mit verheerenden Folgen nicht nur für sein Land), der andere sah den Feind primär im Inneren – immerhin gilt es, festzuhalten, dass Trump keine Kriege geführt hat. Hemdsärmeligkeit, will man diesen relativierenden Ausdruck verwenden, ist indessen das Attribut eines jeden der Genannten. Habe ich keine Geburtszeit, so fällt der Blick zunächst (neben der Sonne) auf den Mond, bei dem oft zwei Zeichen zur Auswahl stehen. Hier kann es als gesichert gelten, dass sich der Mond im Löwen befindet. Th.Ring: „…Tatkraft und Verlangen nach Verantwortung …. das seelische Moment beruht auf dem Stolz der Eigenverantwortung, lebt in der Organisierung und Disziplinierung realer Lebenstatsachen auf…“ (Th.Ring: Frühe astrologische Schriften, Zollikon 1995). Diese Prägung wurde offenkundig im Verlauf der C-19-Krise in China, deren entschiedene und am Ende effektive Handhabung propagandistisch wesentlich (nicht ganz zu Unrecht) Xi Jinping zugeschrieben wurde. Sofern Xi Jinping nach Sonnenaufgang geboren wurde, gilt, dass seine solare Anlage durch den Tagesregenten Sonne massiv gefördert wurde. In der Tat ist (in China hinter vorgehaltener Hand) des Öfteren zu hören, in Peking habe sich ein roter Kaiser etablieren können. Hier wäre auch auf die Konjunktion Mond-absteigender Mondknoten zu verweisen, was auf ein Wiederaufleben altnationaler Traditionen schließen ließe. Hier wäre zudem die staatlich geduldete, zum Teil gar geförderte Pflege des konfuzianischen Erbes zu vermerken.

Wie in einem der vorhergehenden Beiträge erwähnt: Die indisch-vedische Tradition betrachtet ein Horoskop auch vom Mond aus, fragt also, welche Planeten in welchen Häusern vom Mond aus sich finden (Ganzzeichenhäuser!). Bei einem Mond im Löwen, der hier anzunehmen ist, findet sich eine starke Venus (Domizil) im zehnten Haus, ein sog. Malavya-Yoga: im besten Fall diplomatische Fertigkeiten, im kritischeren Fall die Tendenz zu Wohlleben und ein überwertiges Maß an Selbstzufriedenheit. Letzteres scheint hier gegeben, wie die FAZ unter dem Titel „Chinas Hybris“ erst vor wenigen Tagen in einem ihrer Hauptkommentare in durchaus stichhaltiger Weise begründete.

Da von Yogas die Rede ist: auch hier (siehe einen der letzten Beiträge): Mars im zwölften Haus vom Mond aus gesehen: „anmaßend, kriegslüstern.“ Dies ist natürlich zu relativieren, es wäre unsinnig, das einem jedem zu unterstellen, der diese Anlage hat – aber die Erfahrung zeigt, dass dergleichen auf mundaner Ebene rasch durchschlagen kann. Und Mars steht in diesem Horoskop auf dem ersten Grad Krebs. Man wird mutmaßen dürfen, dass die Nr 1 des Landes die nationalen Empfindungen, auch solche aggressiver Art, ins strategische Kalkül miteinzubeziehen weiß.

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