China – Monatsbild

Stefan Baron / Guangyan Yin-Baron: „Die Chinesen. Psychogramm einer Weltmacht“. Ein Buch, dessen Lektüre jedem unserer Politiker dringendst zu empfehlen wäre. Davon angeregt habe ich einen Blick geworfen auf das Monatshoroskop des Landes – also der Sonnenstand auf 15:00 Grad der Geburt vorausgehend. Über das Thema „Monatsbild“ habe ich mehrfach geschrieben, auch hier im Blog – daher kann hier auf eine erneute Begründung verzichtet werden.

Ein Blick auf die „Neun Sterne“, die im Wesentlichen bestimmt sind durch das Verhältnis von Jahres- und Monatshoroskopen. Die Volksrepublik China wurde am 1.10.1949 proklamiert – im gleichen Jahr, in dem die Bundesrepublik ins Leben gerufen wurde. Nach den Rhythmen der „Neun Sterne“ war das Jahr 1949 (beginnend mit dem 04.02.1949) ein Jahr des Yang-Metalls – entsprechend dem Trigramm Kien. Was verbindet die beiden Staaten BRD und China? Beide sind metallgeprägt. Das zeigt sich zunächst einmal im Bereich von Wirtschaft und Produktion: Beide Staaten sind stark fokussiert auf die Metallindustrie – in der Bundesrepublik nicht zuletzt mit Blick auf den Bereich Autoproduktion. In China allerdings führte die Fixierung auf das Thema „Metall“ wiederholt in Abgründe – erinnert sei vor allem an den zwanghaft betriebenen Versuch in den späten 50er Jahren, die vorwiegend agrarische Wirtschaft abzulösen durch eine Metallproduktion. Die Folge war fatal – Millionen wurden Opfer des landesweit dadurch hervorgerufenen Hungers. Entscheidend ist nun der Unterschied, der sich durch die Monatsbilder ergibt: Das Monatsbild der Bundesrepublik ist geprägt durch die „2“ der Neun Sterne, d.h. durch die Kräfte des Trigramms Kun: die „Erde, mithin die Versorgung, und mit Blick auf die Sozialordnung des Landes das Thema des Sozialstaates, wie dieser ursprünglich in der Konzeption der sozialen Marktwirtschaft L. Erhards geschaffen wurde – in den letzten Jahrzehnten aber eine problematische Ausuferung erfahren musste (..das Thema „Grenzen des „Sozialstaats“ füllt derweil ein komplettes Bücherregal). – Das Monatsbild Chinas – siehe Abb. – ist dagegen bestimmt durch die Kräfte des Trigramms Dui = Yin-Metall / die 7 in der Ordnung der Neun Sterne – „der See“, „das Heitere“ (es gibt da eine lange Liste …). China ist also in doppelter Weise metallgeprägt.

Auch der nur peripher mit dem Thema „China“ Vertraute kennt die Polarität von Yin und Yang. Deren stete Ausbalancierung ist gegeben mit dem Thema der Waage – siehe das obige Monatsbild: AC Waage mit dem Geburtsherrscher Venus eben dort. Die „6“ (=Kien) steht für das Patriarchalische. Während dieses in der Bundesrepublik zunehmend sein Gegengewicht im „mütterlichen „Thema „2“ – „die Erde“ fand, sieht sich China nach wie der Regentschaft des Männlichen unterworfen. Noch nie hat eine Frau Sitz und Stimme im inneren Kreis der Kommunistischen Partei Chinas finden können. Zum Wirkungskreis der „6“ gehört auch – und dies seit Jahren zunehmend – die Renaissance des konfuzianischen Denkens. Einst von Mao tse Tung bekämpft als auszumerzendes „bourgeoises Relikt“ hat es längst wieder seinen Platz in der Gesellschaft gefunden. Diese „preußische“ Ethik ist im Monatsbild nicht erkennbar – allein Neptun in der Waage im ersten Haus scheint dem entgegenzustehen. Steht das abendländische Denken von jeher in der Polarität Platon – Aristoteles, so das chinesische in der Spannung Lao Tse – Konfuzius. Ersteres ist offenbar im Monatsbild wirksam – also im mundanen Empfinden des Volkes. Über das korrespondierende Trigramm Dui

heißt es, dass dort unter der freundlichen Oberfläche ungeahnte fremde Kräfte liegen, die unvermittelt nach oben schießen können. So heißt es in der I Ging – Kommentierung bei Richard Wilhelm: „Das Heitere ist der See, ist die jüngste Tochter, ist eine Zauberin .. bedeutet Verderben und Zerbrechen, bedeutet Abfallen und Aufspringen…“ Der saisonalen Ordnung der Trigramme („Später Himmel“) liegt die „vorweltliche“ des „Frühen Himmels“ zugrunde. Hinter dem Trigramm Dui des Späten Himmels steht in der Ordnung des Frühen Himmels das Zeichen des „Abgründigen“, Kan. Die programmatisch betriebene Sanktionierung der konfuzianischen Ideale – unter ihnen auch das Thema der unbedingten Loyalität dem Staate gegenüber – ist im Grunde angstgetrieben – hier lauert die Furcht der Partei vor den unkalkulierbaren Affekten des Staatsvolkes – daher auch die ins neurotische Extrem getriebene Totalobservation des öffentlichen wie privaten Lebens. Diese Furcht ist durchaus nicht unbegründet – man erinnere sich an die im Juni 1989 blutig niedergeschlagene Revolte auf dem Platz des Himmlischen Friedens. Wir finden im Monatsbild die Anlage NE= JU/UR – „falschen Erkenntnissen folgen, schnell enttäuscht sein…“ (R. Ebertin, „Kombination der Gestirneinflüsse“). Hier lauert auch die Gefahr der überschießenden Hysterie, der ins Extrem schießenden Projektionen. Er zeigt sich eindrücklich in dem Hyper-Modernismus von Städten wie Shenzhen oder Shanghai, deren Skylines sich wie fragile Traumgebilde ausnehmen.

Deutschland: Knotenhoroskop 1494

Ausführlich erläutert und diskutiert: Knoteningresse – siehe das Sub-Forum „Konzepte…“ im APZ-Forum (WWW.apz-forum.de) . Schon mehrfach vordem zur Sprache gebracht worden ist das Horoskop des Reichstages 1495 in Worms. Mit diesem wird erstmals eine reichsverbindliche Rechtsordnung geschaffen (Reichskammergericht), man kann damit von „Staatlichkeit“ im engeren Sinne sprechen. Nun kann ich die Tageskonstellation des Reichstagsabschieds nehmen, den Beginn des Reichstages, auch damals wirksame Mondphasen. Oder auch das dem Reichstagsende vorausgehende Löwe-OG – was, wie mehrfach aufgezeigt überaus stimmige Ergebnisse erbringt. Ein jedes dieser Horoskope fügt dem Thema Wesentliches an Inhalten hinzu. Es lag dann nahe, den dem Reichstag vorhergehenden Mondknoteningress miteinzubeziehen (die Knotenachse auf 0 Waage / 0 Widder) – und der eingehendere Blick zeigt die Signifikanz dieses Horoskops auf. Eine nähere erste Sichtung dieses Horoskops, dessen Stimmigkeit m.E. deutlich belegend, findet sich im oben erwähnten Sub-Forum.

Hier soll es gehen um die Verbindung des Horoskops mit mundan bedeutsamen Persönlichkeiten des Landes. Im genannten Forum sind da exemplarisch O.v.Bismarck und A.Hitler gegeben. Ich kann da eine Korrelation auf verschiedene Weise herstellen: u.a. mittels synastrischer Aspektverbindungen, durch Erstellung eines Combins (was allerdings eine halbwegs genaue Geburtszeit des Nativen voraussetzt). Oder ich berechne die Tertiärprogressionen II des obenstehenden Knotenhoroskops für den Tag der Geburt des Nativen (auch die TP I lohnen die Betrachtung, doch scheinen in diesem Fall die TP II prägnantere Ergebnisse zu liefern). Hier nun die TP II des Knotenbildes von 1494 für den letzten deutschen Kaiser, Wilhelm II. :

Man tut gut daran, sich an die Hauptthemen des Horoskops zu halten. Eine forcierte Mobilität: Schütze-AC mit Jupiter eben dort im ersten Haus, ihm vorausgehend Mars Konj. AC, und auch die Sonne findet sich im Schützen. Ein Übermaß an Feuer, offenkundig aber „aus sich und für sich“ pulsierend. „Ich führe euch herrlichen Zeiten entgegen “ – „Der Dreizack gehört in unsere Hand“ – bekannte markige Sentenzen des Kaisers. Ein überzogener Ehrgeiz, (auch) bedingt durch (heute kaum noch begreifliche) Minderwertigkeitsgefühle wegen des infolge einer Geburtskomplikation unzureichend ausgebildeten rechten Armes. Der „Dreizack“ auf dem ersten Grad der Fische im exakten Quadrat zur Sonne: Die Kompensation verlangte den großen Wurf, die Überwindung der (auch nationalen) Grenzen – „Weltpolitik“ sollte es sein. Unglücklicherweise für ihn wie für sein Land waren diese Themen „maßstäblicher“ Art, da mit dem MC verbunden: MC=SO/NE . Die Geschichtsschreibung ist sich weitgehend einig in dem Befund, dass der Kaiser keine aktive Kriegspolitik betrieb, wohl aber dank irrealer Verblendung gefährliche Risiken einging (an erster Stelle die von gefährlichen Illusionen getragene Flottenpolitik). Die Venus im Domizil auf dem MC ist stark – der „Würde“ des Regenten angemessen. Doch sie steht auf einem riskanten Grad, dem 18. der Waage, laut W.Döbereiner ein Grad mit Saturn/Uranus-Qualität (vielfach bestätigt) – also eine potentiell gefährdete Stabilität der Regentschaft.

Wassermann cont. – Reformation

Das Jahresbild der Reformation 1517: das Wassermann-OG. Insbesondere dort, wo grundsätzlich Neues (an Ideen., Begriffen…) in die Welt kommt, ist das dem vorhergehende Wassermann-OG aufschlussreich (Sonnenstand 15:00 Wassermann). Ich schließe an das im letzten Beitrag Gesagte an. Saturn als klassischer Herr über den AC im Schützen im zehnten Haus, dort im Schützen auch das MC (mit dessen Regent Jupiter als Spannungsherrscher des Horoskops): Ein religiöser Impuls wird „maßstäblich“. Das Erlösungsmotiv („Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“) ist unübersehbar, man könnte mit Blick auf Neptun auf dem Wassermann-AC gar von einem utopischen Entwurf sprechen (siehe auch die direkte Halbsumme AC.NE= MC/UR !). Verlauf und Ausgang der Reformation sind bekannt: soziale Unruhen, gar schwerste Konflikte, am Ende der verheerende Dreißigjährige Krieg, mit diesem verbunden der Niedergang des Reiches – siehe das Mars-Neptun-Quadrat mit Mars im Stier. Letzterer befindet sich, nehme ich die Ganzzeichenhäuser, im vierten Haus, auf die sozialen Verwerfungen „im eigenen Haus“ = eigenen Land“ verweisend. Nachdem die Bauernkriege den inneren Zusammenhalt der Reichsterritorien erschüttert hatten, sah sich Luther gezwungen, das Bündnis mit den Landesherren einzugehen. Es erfolgte eine Teilverstaatlichung der Religion – und es zeigt sich ein weiteres Mal, dass es Saturn ist, der im Wassermann den längeren Atem hat. Die Bindung des Protestantismus an den Staat (in späterer Zeit nicht zuletzt den preußischen) sollte in den nachfolgenden Jahrhunderten sehr zum Nachteil ausschlagen. Dies zeigte sich in besonders verhängnisvoller Weise im III. Reich. Der Zweitregent des ACs, Uranus, findet sich im Stier: ein deutlicher Hinweis auf den Gleichheitsimpuls, letztlich gar „sozialistischen“ Einschlag des Protestantismus. Uranus auf dem ersten Grad Stier: Hier steht Hitlers Sonne, und dieser wusste sich den ins Realdasein gewendeten Gleichheits- und Erlösungsimpuls zunutze zu machen. Es gilt auch: SO/MKn = UR – wozu es bei Ebertin („Kombination der Gestirneinflüsse“) heißt: „Sich in der Gemeinschaft unbedingt durchsetzen …“ Wenige Tage vor dem Ausbruch des II. Weltkrieges stand Uranus im Transit wieder auf seiner Radixposition, gleichzeitig stand der laufende Saturn auf dem Radix-Uranus.

– Man wird unterstellen dürfen, dass das Horoskop weiterhin wirksam ist. Da wäre der Lauf des Uranus durch den Stier ins Auge zu fassen. Dieser stand im März/April dieses Jahres in der Halbsumme der Radixplaneten MA/UR. Dies ging einher mit Rissen im sozialen Zusammenhalt infolge der staatlich verordneten Corona-Maßnahmen. Im Auge zu behalten wäre natürlich auch der Uranus-Rücklauf auf die Radixposition (2024 / 25).

Wassermann …. Saturn, Beispiel China

Herrscher über den Wassermann? Klar doch: Uranus, erste Lektion Astrologie. Ich habe es – Th. Ring sei gedankt – immer für einen schwerwiegenden Fehler gehalten, die tradierte Dispositoren-Lehre über Bord zu werfen. Letztlich kam dies einer Zerstörung der Siebener-Ordnung im Zodiak gleich. Man muss weder „indisch“ orientiert sein, noch klassisch-hellenistisch, um diesen Bruch als einen verhängnisvollen zu begreifen.

Saturn regiert den Wassermann. Immer wieder festzustellen. Wird der im Wassermann Geborene alt, so verschafft sich Saturn im Alter zunehmend Geltung. Nehmen wir als Beispiel Friedrich II. von Preußen: In jungen Jahren der „Aufklärer“, in späteren Jahren zunehmend unter dem Schatten Saturns: der Tradition Preußens verpflichtet, die vielbeschworene „Pflicht“ propagierend, nicht ohne Misanthropie, auf Hierarchien verpflichtet – und zwanghaft verpflichtend. Man wird wenig Mühe haben, Ähnliches im eigenen weiteren Bekanntenkreis wahrzunehmen.

Interessant: das Horoskop des kommunistischen Chinas – hier nicht eigens eingebracht, da wohl bekannt (ansonsten mühelos abrufbar im Netz). Der Mond am AC im Wassermann, AC wie Mond ebendort. Maos China setzte über Jahre auf die stete Gleichmacherei, setzte alles daran, sich der verhassten konfuzianischen Tradition dauerhaft zu entledigen. Der Höhepunkt: die Kulturrevolution, 1966-1968 (unter dem Signum der damaligen Uranus-Pluto-Konjunktion). Diese setzte sich zum Ziel die tradierten konfuzianischen Werte ein für alle Mal zu eliminieren – was nicht zuletzt die Zerstörung der familiären Ordnungen ins Auge fasste. Nach allem was man weiß, leiden noch nach langen Jahrzehnten Millionen von Chinesen an dem von der Partei in ihrer Jugend erzwungenen Verrat an den eigenen Eltern. Etliche sollen sich aus Scham und Verzweiflung in den letzten Jahrzehnten umgebracht haben. Natürlich wird dies seitens der Partei verschwiegen, Psychologie gilt da vielfach eh als ein anrüchiges „westliches“ Fach.

Doch wie eingangs – Beispiel Friedrich II. – angesprochen: Saturn hat da den längeren Atem, wenn es um die Herrschaft über den Wassermann geht. Mit Deng Xiao Ping erfolgte zunächst vorsichtig-bedacht die Entkriminalisierung der konfuzianischen Tradition. Heute wird Konfuzius gar offiziell als der Begründer der geistigen Welt Chinas gesehen – mit all dem, was zum Themenkreis des Saturnischen gehört: Pflicht, Arbeit, Würdigung der Alten, Bescheidenheit, Selbstdisziplin, Bildung, Achtung der staatlich vorgegebenen Hierarchie (wie sie natürlich von der Partei vorgegeben wird). – Allesamt Qualitäten, die der Protestantismus, spezifisch der Calvinismus verpflichtend gemacht hat – bis heute spürbar in (u.a.) den Niederlanden, der Schweiz, in den deutschen „reformierten“ Landesteilen – und nicht zuletzt oder gar vor allem in den USA, wo dies nach wie vor primär in den Neuenglandstaaten wirksam ist.