Deklinationen – z.B. Trump

Zu den Rätseln der Geschichte der Astrologie gehört das weitgehende Verschwinden der Deklinationen im letzten Jahrhundert. Der Astrologie der Antike waren die Deklinationen bekannt. Im 19. Jahrhundert hieß es, sie stünden den Hauptaspekten an Bedeutung und Wirksamkeit nicht nach (dies in der britischen Literatur, im deutschsprachigen Bereich führte die Astrologie damals ein Schattendasein). Doch auch in Großbritannien verlor sich über die Jahrzehnte des letzten Jahrhunderts das Interesse an den Deklinationen. Einer der letzten, der sie wertschätzte, scheint C.O.E.Carter gewesen zu sein. In Deutschland war es wohl R.Ebertin, der dankenswerterweise wiederholt auf die Bedeutung der Deklinationen verwies – und ein eigenes Buch – leider seit langem vergriffen – zu diesem Thema veröffentlichte. – Nun, es erging mir wie so manchem vor Jahrzehnten: Die Deklinationen, so wurde mir in der Anfangsphase meiner Astrologielernzeit bedeutet, das sei ein verzichtbares Relikt. – Dabei reicht ein Blick auf die graphische Darstellung der Ordnungen der Himmelstopographie, um die Relevanz der Deklinationen vor Augen zu führen.

Parallelbeispiel: Über lange Jahrhunderte waren – mehr oder weniger genau – die Breitengrade bekannt – erstaunlicherweise bereits in der Antike. (Die Cheops-Pyramide wurde recht akkurat auf 30 Grad Nord errichtet.) Erst im späten neunzehnten Jahrhundert gelang es, ein verbindliches Meridiansystem einzuführen (mit Null Grad West-Ost in Greenwich). Erst dann war eine präzise Navigation möglich, erst dann war es möglich, einen beliebigen Ort auf der Welt mit Hilfe dieses nun gegebenen Koordinatensystems exakt zu bestimmen. – Wozu dieser Verweis auf die Nautik – um diese ging es damals? Vernachlässige ich die Deklinationen, berücksichtige ich also allein die ekliptikale Länge, so fehlt ein Teil des Referenzrahmens. Die genaue Bestimmung eines Ortes auf der Himmelskugel ist aber nur möglich durch den Miteinbezug der Deklinationen, welche den Abstand des betreffenden Objektes (i.d.R.Planeten) zum Himmelsäquator bestimmen. Selbst die schlichteste Graphik, welche die elementare Himmelsmechanik darstellt, belegt zwingend, dass ein Planet der genauen Bestimmung seiner Deklination bedarf, will ich seine Präsenz (buchstäblich, konkret) namhaft machen – und dies auch mit Blick auf seine Bedeutung im astrologischen Sinn.

Derzeit wieder in aller Munde: Trump. Im Bild – zweite Spalte oben links – die Dekliantionen. Da ist ein Orbis von einem Grad maximal) zu nehmen. Und dann sieht man gegeben SO 23:15 N, VE 22:50 N, ME 25.09 N out of bounds, UR 22:57 N, PL 23:51 N out of bounds, Mond 23.11 S. Fünf Planeten sind in dieser Weise massiert, alles orientiert auf den zentralen solaren Lebensantrieb und dessen Selbstbehauptung und -durchsetzung hin. – Zum Begriff „Out of bounds“ (hier Merkur und der Mond): Geht die Deklination über den Wert von 23 Grad 27 Minuten hinaus, so wird der betreffende Planet ein ungebundener, im kritischen Fall ein „Wilderer“. Was mit Blick auf Merkur und Pluto im Fall Trump klar bestätigt wird – also die Macht des Wortes, und sei dieses die Macht der Lüge. Bekanntlich war Merkur in der Antike auch der Gott der Lüge – Stichwort fake news.)

Zur Unterscheidung Deklinationen Nord – Süd. Im obigen Beispiel befinden sich die genannten Planeten in nördlicher Deklination, der Mond in südlicher. Es heißt, der Unterschied Parallele“ – „Gegenparallele“ sei zu vernachlässigen. Allerdings erbringe ein planetares Gegenüber Nord hier – Süd dort eine Verschärfung eines potentiell angelegten Dissenses – siehe den Mond im obigen Horoskop: Trump hat es verstanden, die Gesellschaft zu spalten.

P.S. Es soll hier nicht suggeriert werden, das Thema „Deklinationen“ sei gänzlich aus der Wahrnehmung herausgefallen. Offenbar zeigt sich neuerdings mehr Interesse am Thema. So hat der „Meridian“ im Heft 2/2018 dem Thema dankenswerterweise ein ganzes Heft gewidmet. Dennoch hat es den Anschein, dass wir es weiterhin mit einem marginal registrierten Thema zu tun haben.

Noch einmal: wahrer-mittlerer Knoten?

Unlängst (scrollen..) war die Frage aufgeworfen worden, ob dem wahren oder dem mittleren Mondknoten der Vorzug gewährt werden sollte. Die Differenz der Werte ist meist zu vernachlässigen, kann aber zuweilen rund ein Grad betragen – was damit dann doch bei Auslösungen zu vermerken wäre. Wie ich schrieb: Ich plädiere für den mittleren Knoten und sehe mich da u.a. dank persönlicher Erfahrungen der letzten Zeit bestätigt. Über das eigene Horoskop schreibe ich in der Regel nicht, hier auch nur mit Blick auf Auslösungen der Knotenachse.

Das Horoskop ist mit den Ganzzeichenhäusern („Matrix“) abgebildet, was in mancher Hinsicht m.E. in meinem Fall mehr an Eindeutigkeit erbringt. Seit ca. einem Jahr steht der Südknoten (indisch „Ketu“) auf meiner Radixsonne. Ende Oktober 2021 hatte ich einen üblen Sturz, zog mir eine schwere Kopfverletzung zu, die mich ins Krankenhaus brachte. Als im Februar 2022 im Sonnenbogen die Konjunktion Ketu – Sonne bogenminutengenau war – also Orbis 0′ ! – fand ich mich ein weiteres mal im Krankenhaus wieder, dieses Mal mit dem Befund Lungenembolie infolge einer Thrombose. Das war nicht ungefährlich, hätte übel ausgehen können, wäre ich nicht rechtzeitig eingeliefert worden. Die Sonne war insofern betroffen, als eine Lungenembolie das Herz angreifen kann (weshalb man in diesem Fall i.d.R. in der Kardiologie behandelt wird. – Nach wie vor (August 2022) steht Ketu direktiv auf meiner Radix-Sonne – und gleichzeitig erreichte die Knotenachse im Transit die Sonne. Ketu Konj. Sonne war also doppelt gegeben. Die Folge: Sturz infolge Kreislaufversagen (Sonne!), gepaart mit kurzzeitiger Bewusstlosigkeit (in der Sauna…vorläufig nicht wieder…), gottlob geringe Kopfverletzungen, allerdings ein gebrochener Zeh. Der Orbis der Konjunktion Ketu-Sonne betrug an diesem Tag beim mittleren Knoten ca. 2′, beim wahren Knoten ca. 30′ – was keinen markanten Unterschied ausmacht. Doch ein weiteres Mal erwies sich der mittlere Knoten als der stimmigere. (Dass es zum Bruch des Zehs kam lag wohl auch daran, dass der laufende Saturn gradgenau meinen Radix-Pluto opponierte.)

Ergänzung: Das Ganzzeichenhaussystem ist bekanntlich das generell in der vedischen Astrologie verwendete. Unter den dort gebräuchlichen Zeitrhythmen („Dasas“) ist das sog. Vimshottari-System das geläufigste (und meist ergiebigste). Das Rahu-Dasa läuft dort über die Endlosigkeit von 18 Jahren. Es passt zu den geschilderten Missgeschicken, dass ich derzeit für die Dauer von ca. einem Jahr das unangenehme Thema Rahu-Ketu auszutragen habe (also Ketu in der Subphase – „Bhukti“). (Dasa-Berechnung nach Ernst Wilhelm – siehe die Website „Vault of the Heavens“)

SO II MO cont.

… siehe den vorhergehenden Beitrag. –

Mit Blick auf das Thema „SO II MO vorgeburtlich“ wird noch einiges auszuloten sein. Alle Astrologie begann mit der Beobachtung und fortschreitenden Bestimmung des Sonne-Mond-Zyklusses, dies allein gibt hinreichend Anlass, sich dem Thema der Sonne-Mond Parallelen zuzuwenden. Man wird gut beraten sein, ein solches Horoskop nicht übermäßig zu forcieren, es bei den Kernaussagen zu belassen. Ich lasse einige weitere Beispiele folgen.

Prinz Harry, ein nunmehr unbequemer Tischgenosse bei den Royals. Man kennt den Zwist der letzten Jahre, u.a. die Entfremdung auch von seinem Bruder. Es lohnt stets, einen Blick zu werfen auf das Ganzzeichenhäusersystem, gewissermaßen die Grundmatrix des Horoskops (in der Antike geläufig, in Indien nach wie vor das favorisierte System). Dann zeigt sich hier, dass die Spannung SO/MA in direkter Weise auf Pluto an der Spitze des dritten Hauses fällt („Geschwister“). Mars steht auf dem IC als Herr über das achte Haus, was zweifellos auf den Tod der Mutter verweist im 14. Lebensjahr Harrys. Zu diesem Zeitpunkt hatte der absteigende Mondknoten im Sonnenbogen die Konjunktion mit Mars am IC erreicht. Vom Thema MO/MK=PL heißt es, hier sei eine „schicksalhafte Verbindung mit Frauen“ bestimmend. Man sagt, dass Harry, der über Jahre den Verlust der Mutter nicht verwinden konnte, erst durch die Beziehung zu seiner Frau Meghan seelisches Gleichgwicht gefunden habe – dies jedoch wohl um den Preis der krisenhaften Entwicklung im Verhältnis zur royalen Familie. Die Folge war, dass Harry die Reißleine zog, in die USA zog, dies zur Zeit des zweiten Mondknotenrücklaufs. Neptun im vierten Haus im präzisen Quadrat zum Mond in Haus sieben – da wird man nicht an der Partnerin und ihrem gespannten Verhältnis zur „Firma“ (wie der verstorbene Prinz Philip den Clan zu nennen pflegte), vorbeigehen können. Der Herr über sieben, Jupiter, in Konjunktion mit Neptun im Quadrat zum Fische-Mond: Die Liaison ist eine transkontinentale, als eine solche manchen britischen Traditionalisten eine unwillkommene.

Obenstehend Björn Höcke, AfD-Mann der extremen Rechten. Liegen zwischen der MO II SO und der nachfolgenden Geburt nur wenige Tage (es sind meist weniger als 10-12), dann werden sich mit Blick auf die Aspekte nur wenige gravierende Veränderungen zeigen, sofern gegeben, betreffen sie wohl primär den Mond. Also werden hier die Häuser entscheidend sein. Die Konjunktion Mond-Pluto am MC wird maßstäblich, verbindlich. Mit dem Trigon auf Mars Konj. Saturn am DC, ergänzt durch MA/KN=PL wird es ernst, es geht ums „Große Ganze“, letztlich um den finalen Kraftakt. „Graue Maus oder bunter Hund“- so M.Roschers Kennzeichnung des hier gegebenen 5. Grades Schütze, ein Grad mit starkem Neptuneinschlag, dies hier durch die Konjunktion mit Neptun in doppelter Weise gegeben. Wir haben es wohl mit einem Idealismus zu tun (siehe auch JU Quadrat SO), der sich getragen sieht von einem gewissermaßen „transzendenten“ Impuls. Thomas Ring (Astrologische Menschnkunde, Bd.3) spricht treffend von der „Illusion der ausgreifenden Glaubenskraft“, von „zielstrebig pathetischer Massenstimmung“.

Hitlers SO II MO – Horoskop:

Noch einmal M.Roscher, Kommentar vom AC-Grad, 26-27 Skorpion (Kritische Grade im Horoskop): „Unbeirrbar in Ziel, Überzeugung und Handeln; kann nur aus eigenen Fehlern lernen, da der Rat anderer nur selten ernst genommen und befolgt wird; oft konservative Einstellung; häufig Autorität, die Respekt einflößt oder gar Angst macht…“ Im Sommer 1939 wird im Huberschen Rhythmus Saturn überlaufen, mithin das exakte Quadrat auf Mars ausgelöst, indirekt mitausgelöst wurde MA=SO/NE, wohl ein Hinweis auf die finale Vergeblichkeit der eigenen Kriegsziele. Es gilt – siehe Abb. – SO=JU/SA: der zentrale Lebensantrieb (SO) sieht sich getragen vom „geschichtlichen Auftrag“, von dem sich der Diktator in die Pflicht genommen glaubte.

Mitunter werden die strukturellen Zusammenhänge im Horoskop im 90er-Vollkreis besonders deutlich. So auch in nachfolgenden Beispiel, der SO II MO Charles Mansons. MC.MA=PL /MO.UR zeigt deutlich die mentale Zwangsunterwerfung der die „Family“ ausgesetzt wurde, welche im Auftrag Mansons mordete.

SO II MO – vorgeburtlich

Noch ein vorgeburtliches Horoskop – da gibt es doch den Neu- bzw. Vollmond, die hier wiederholt demonstrierten Knoteningresse, die von diesen abgeleiteten Lunare, die OGs…. droht da nicht allzuviel an „Material“? – Der Einwand ist fraglos berechtigt, zu klären wäre folglich der Zusammenhang der Horoskope, zu bestimmen wäre das Spezifische der vorgeburtlichen Horoskope – keine leichte Aufgabe. Grundsätzlich gilt wohl: Je näher das jeweilige Datum am Tag der Geburt liegt, desto „persönlicher“, „individueller“ der Befund, je größer der Abstand, desto stärker die Einbindung in mundan übergreifende Themen und Determinanten.

Bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts galt es als selbstverständlich, bei der Deutung die Deklinationen miteinzubeziehen. Die letzte umfassendere Veröffentlichung zum Thema der Deklinationen im deutschsprachigen Raum ist wohl diejenige von R.Ebertin gewesen (vergriffen). In letzter Zeit sind die Deklinationen dankenswerterweise offenbar wieder verstärkt in den Focus zu geraten, was sich nicht zuletzt darin zeigt, dass sie in den Astrologierechenprogrammen mehr Berücksichtigung finden. Schon der flüchtige Blick auf die Himmelsmechanik des planetaren Laufes zeigt, dass es sich bei den Deklinationen keineswegs um ein marginales Geschehen handelt. Das Bild gewinnt hier an Plastik, da wir von der zweidimensionalen Ebene auf die Sphäre der konkreten dreidimensionalen Räumlichkeit gelangen (Deklinationen: Abstand nach Norden oder Süden der Planeten vom Himmelsäquator) .

Das Nachfolgende verdanke ich Michael Keller, CH-Bern (Co-Autor unseres Textes über die „Neun Sterne“): Es soll hier um einen Sonderfall der Deklinationen gehen: um die vorgeburtliche Sonne-Mond-Parallele, in den Ephemeriden dargestellt als SO II MO (mitunter auch SO//MO). Die Rosenkreuzer-Ephemeriden 1900-2000 zeigten diese spezifische Parallele minutengenau an, leider gilt dies nicht mehr für die Ephemeriden 2000-2050. Es bereitet also ein wenig Mühe, die (einigermaßen) exakte Fälligkeit der genannten Parallele minutengenau zu bestimmen. Anders als der vertraute Mond-Sonne-Zyklus erweist sich die SO II MO als (scheinbar) „irregulär“ : In den meisten Fällen wird sie sich finden in den ca. 10 Tagen vor der Geburt, in Einzelfällen wird man vier oder gar 6-7 Wochen zurückgehen müssen. Hier hilft nur ein schrittweises Vorgehen. Die Verweildauer der Parallele für eine Bogenminute beträgt ca. vier Minuten, da empfiehlt es sich wohl, den Mittelwert zu nehmen. Man muss sich also ein wenig an den halbwegs genauen Wert herantasten – aber es wird sich zeigen, dass es sich lohnt.

Ein Exempel mag berenzte Signifikanz haben – aber auch hier gilt, dass Quantität in Qualität umschlagen kann (weshalb weitere Exempel folgen werden): Man wird umgehend feststellen können, dass diese Horoskope einen wertvollen Beitrag für die Deutung gerade dann leisten können, wenn (wie so oft) keine verlässliche Geburtszeit gegeben ist.

Nachfolgend das Beispiel des langjährigen Schachweltmeisters Garri Kasparow, nach einhelliger Meinung der Experten einer der stärksten Spieler aller Zeiten.

Garri Kasparow wurde geboren am 13.04.1963 in Baku, die vorgeburtliche SO-MO-Parallele war fällig sieben Tage zuvor. Wir sehen den AC-Regenten Saturn im ersten Haus im Domizil. Immer wieder zu beobachten: kein starker Schachspieler ohne einen starken Saturn – dies nicht allein deswegen, weil der Spieler (pardon: es gibt gottlob nunmehr auch exzellente Spielerinnen weltweit) stundenlang über einem Quadrat (8×8) brütet, auch deswegen, weil hier höchste Konzentration und Geduld gefordert sind. Verliert (z.B.) ein Fußballer oder ein Tennisspieler für die Dauer weniger Minuten oder gar nur Sekunden die Kontrolle über das Spiel, kann in der Tat alles verloren sein. Meist aber wird dieser schwache Moment kaum je spielentscheidend sein. Anders im Schach – sofern auf hohem Niveau gespielt. Da wird eine momentane Ungenauigkeit – um gar nicht erst von Patzern zu sprechen – meist spielentscheidend. Im Gegensatz zu seinem langjährigen Kontrahenten Karpow war Kasparow nicht primär der überragende, alle Ungenauigkeiten subtil zum eigenen Vorteil nutzende Stratege, sondern ein bezwingender Angriffsspieler. Im Bild markiert (Pfeil) der 9. November 1985, Kasparow wird erstmals Weltmeister (6er-Rhythmus, Huber-Schule). Gegeben ist da MA-JU.WID – eine präzise Entsprechung zum eben Notierten – mit Mars als MC-Regent und Herr über die exaltierte Sonne – ein m.E. eindrückliches Bild. Siehe auch SA=MA/UR in der direkten Halbsumme: „auf Trennung gerichtete Energie“ (Ebertin) – auch so lässt sich der unbedingte Siegeswillen des langjährigen Weltmeisters bestimmen.

Löwe-OG 2022

Noch einmal: zum Thema „Jahr der Fünf“, 2022 – siehe u.a. den Beitrag vom 13.04.2020. Nachstehend das am 07.08.’22 wirksam gewordene Löwe-OG, hier – darin der wertvollen Anregung des verstorbenen Bernd Westphal folgend – auf Null Grad Länge, Null Grad Breite bezogen. Der Bezug auf diesen geographischen Ort gibt Einblick in die globale Wirkung des Horoskops.

Wie im oben genannten Beitrag näher ausgeführt: 2022 ist ein Jahr der Fünf (beginnend mit dem 4.2.). Das obige Löwe-OG entspricht dem Monatsbild – auch dieses ist unter der Regie der Fünf. Die Fünf ist eine Zahl der Gefährdung, insofern als sie als die Zahl die Mitte das Risiko trägt, die Balance bewahren zu müssen, damit aber auch Gefahr läuft, die Kontrolle über die Stabilität zu verlieren. Jahre der Fünf: 1914 – 1923 (Inflation…) -1932 (Machtergreifung – die Fünf war bestimmend vom 4.2.1932 bis zum 4.2.1933 !) – 1941 (Ausweitung zum Weltkrieg, US-Kriegseintritt) – 1950: Koreakrieg – 1959: Castro siegt in Kuba, Verschärfung im Kalten Krieg – 1968: weltweite Proteste, Pariser Maiunruhen – 1977: ein Jahr des Terrors, der „deutsche Herbst“ – 1986: Das Tschernobyl-Desaster leitet den Zerfall der UdSSR ein – 1995: Höhepunkt des Bürgerkrieges auf dem Balkan (das Sebrenica-Massaker) – Natürlich sind die Fünferjahre nicht allesamt geprägt von mundanen und nationalen Krisen. Die Jahre 2004 und 2013 verliefen weniger spektakulär, wenngleich es auch damals zu schweren Krisen und Entwicklungen kam (Ausweitung der Konlikte im arabischen Raum …). – Nur wenige Tage nach Beginn des Fünferjahres 2022 begann der Krieg Putins gegen die Ukraine, die „Zeitenwende“ (Scholz). Nun – vom 7.8. bis ca. zum 7.9. 2022 – ist die Fünf in potenzierter Weise wirksam (Jahr wie Monat). – Das oben eingestellte Horoskop erfasst im engeren Sinne diesen „Monat“, ist aber als Quartalshoroskop bis zum Einsetzen des Skorpion-OGs bestimmend. Mit SA am IC =AC/UR.MA ist mit einer weitergehenden Massierung aggressiven Potentials zu rechnen (AC auf einem MA-SA Grad, laut M.Roscher).

„Neuner“ 2018, Russland

Obenstehend das derzeit wirksame „Neuner“ (2/2018-2/2027), basierend auf den Sequenzen der „Neun Sterne“ (siehe Näheres unter https://www.apz-forum.de/t75f15-online-Neun-Sterne-Ki-ueberarbeitet.html ). Das Horoskop ist bezogen auf Moskau. Der Pfeil (Markierung) stellt dar die Altersprogression nach Huber (6er-Rhyhthmus, GOH) für den Beginn des Krieges gegen die Ukraine. Es lag an AC/MA plus MA/UR – dann aber auch MO/SA. Im Sonnenbogen findet sich UR exakt auf dem DC, die Vertikalachse rückt vor auf die SO Konj. Knoten dabei gilt SO = MA dir./UR dir.

Es deutet hier manches auf die Bindung an vergangene Aspirationen und Fixierungen hin. So auch die Sonne in exakter Konjunktion mit dem Südknoten im vierten Haus. Weitgehend Übereinkunft besteht hierzulande darüber, dass der Südknoten tradierte Gewohnheiten befördert, im Gegensatz zum „progressiven“ Nordknoten im kritischen Fall die Verhaftung an überkommene Vorstellungen und Verhaltensweisen erzwingt. Man erkennt unschwer das Kernproblem des Putinschen Russlands wieder: die Fixierung auf den Territorialbestand der Sowjetunion, das Ersehnen der Wiedergeburt der weltweit geachteten (und gefürchteten) imperialen Macht. Bekanntlich hat Putin schon vor Jahren klar erkennen lassen, dass seine Politik sich dieser Leitlinie verpflichtet weiß. Man hat es hier wohl nur vordergründig mit einem nostalgischen Rückblick zu tun. Tatsächlich liegt hier ein kalkulierter Zivilisationsabruch vor – Putin geht zurück in das 19., 18. Jahrhundert, eine Zeit, welche die kriegerische Eroberung mit Nachsicht beurteilte. – Dieses „Neuner“ unterliegt dem Einfluss der 2 (nach den „Neun Sternen“), m.a.W. dem Einfluss der Kräfte wie sie mit dem Trigramm „Kun“ der chinesischen Tradition verbunden sind. Zum letzten Mal war ein Jahrneunt bestimmt durch die 2 (Kun) in den Jahren 1937-1946. Dies war die Zeit des „Massenschicksals“, eine Zeit des weltweit um sich greifenden totalen Staats, der das Individuum unnachsichtig dem Zwang des Kollektiv unterordnete. Die Themen, die „Kun“ zugeordnet werden, sind vielfältig, zu ihnen gehört u.a. die mal freiwillige, mal eingeforderte Verpflichtung an den meist diktatorisch verwalteten Totalitarismus. Weltweit ist die Demokratie auf dem Rückzug, Putin ist nur eine der vielen Figuren, welche den westlichen Liberalismus und den mit ihm verbundenen Individualismus hassen.

Im kommenden Jahr wird im 6er-Rhythmus der Jupiter erreicht. Doch man täusche sich nicht: Auf Jupiter sind endlos Erwartungen gerichtet – wobei vergessen wird, dass dieser Planet auch dem Üblen Wohltäter sein kann. Hier im Neuner ist gegeben die gegenseitige Rezeption Mars -Jupiter – was ein Hinweis sein kann auf den ideologisch-weltanschaulichen Disput. Die Frage bleibt, welche Werte hier verhandelt werden, nicht wenige Kenner der innerrussischen Belange sagen, dass in der Gestalt Putins der von Dostojewski so prägnant dargestellte Nihilismus seinen finalen Ausdruck gefunden hat (Dostojewski: „Die Dämonen“, spezifisch dort die Figur des Stawrogin: Dessen Ziel ist die Destruktion schlechthin, des sozialen Miteinanders, der Seelen, zuletzt der eigenen, Stawrogin hängt sich auf.)

Ernst Jünger- Vorgeburtlicher Knoteningress

Ernst Jünger – Knoteningress. AC- Grad laut M.Roscher NE-NE -NE – die graue Maus oder aber der bunte Hund. Mediale Veranlagung möglich. Immense Anzahl seelischer Eindrücke: Siehe NE=IC/PL: die Traumgestalten, in den Tagebüchern Jüngers ein in langen Jahrzehnten immer wiederkehrendes Thema. Auch die Drogenerfahrungen Jüngers sind hier diesbezüglich zu benennen.

Der Fall Jünger ist allzu komplex, um ihm hier auch nur annähernd nachgehen zu können. – Das Horoskop oben ist mit GOH-Häusern abgebildet. Über das GOH-System ist vieles, häufig Kritisierendes geschrieben worden. Das Thema „Häuser“ – ein endlos verhandeltes – soll hier nicht weiterhin zur Diskussion gestellt werden. Nur soviel: der Hubersche 6er Rhythmus – gebunden an die GOH – ist ein verlässlicher. – Im September 1918 – Jünger ist Leutnant im I. WK – wird ihm die höchste militärische Auszeichung verleihen, der Pour le Mérite. Jünger wird keine Scheu haben, diesen bis zum Lebensende zu tragen. Im Huberschen Rhythmus wird im September 1918 exakt der Jupiter überlaufen – dieser ist Herr über den AC und über das MC – und er steht im Zeichen der Erhöhung – kein Wunder, dass mit dieser Ehrung eine tiefgreifende, lebenslänglich bestimmende Zäsur gegeben war, eine allerdings überaus umstrittene. Jünger: „Militarist“, Nationalist, Hasser der Demokratie – dann, noch im II. WK, die Kehre, Wandlung hin zum „Pazifisten“, Philantropen: Dies vollzieht sich in etwa zum Zeitpunkt des Überlaufes über UR Konj. ME um die 15 Grad fix – i.d.R. bei Aktivierung der Moment der Neubestimmung, des Wechsels des eigenen Standortes.

Obenstehend das vorgeburtliche Lunar des Knoteningresses – mit dem Mond als Herr über Haus vier auf dem Widder-AC, ohne Frage ein Verweis auf den aggressiven Nationalismus mitsamt romantischem Einschlag, dem Jünger bis in die frühen 30er Jahre zugetan war. Aber das Bild ist komplexer, als es den Anschein hat. MO/PL = SA/UR verweist deutlich auf die Fragwürdigkeiten der Auslieferung an die nationale Fixierung – es werden deutlich Brüche, Unvereinbarkeiten, ausgelöst spätestens mit dem 6er-Rhythmus um 1935: die noch bestehenden Bindungen an das NS-Regime werden hinfällig. – Summa summarum, das Horoskop wie das des Lunars: es bleibt der Eindruck einer gespaltenen Person.