SO II MO – vorgeburtlich

Noch ein vorgeburtliches Horoskop – da gibt es doch den Neu- bzw. Vollmond, die hier wiederholt demonstrierten Knoteningresse, die von diesen abgeleiteten Lunare, die OGs…. droht da nicht allzuviel an „Material“? – Der Einwand ist fraglos berechtigt, zu klären wäre folglich der Zusammenhang der Horoskope, zu bestimmen wäre das Spezifische der vorgeburtlichen Horoskope – keine leichte Aufgabe. Grundsätzlich gilt wohl: Je näher das jeweilige Datum am Tag der Geburt liegt, desto „persönlicher“, „individueller“ der Befund, je größer der Abstand, desto stärker die Einbindung in mundan übergreifende Themen und Determinanten.

Bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts galt es als selbstverständlich, bei der Deutung die Deklinationen miteinzubeziehen. Die letzte umfassendere Veröffentlichung zum Thema der Deklinationen im deutschsprachigen Raum ist wohl diejenige von R.Ebertin gewesen (vergriffen). In letzter Zeit sind die Deklinationen dankenswerterweise offenbar wieder verstärkt in den Focus zu geraten, was sich nicht zuletzt darin zeigt, dass sie in den Astrologierechenprogrammen mehr Berücksichtigung finden. Schon der flüchtige Blick auf die Himmelsmechanik des planetaren Laufes zeigt, dass es sich bei den Deklinationen keineswegs um ein marginales Geschehen handelt. Das Bild gewinnt hier an Plastik, da wir von der zweidimensionalen Ebene auf die Sphäre der konkreten dreidimensionalen Räumlichkeit gelangen (Deklinationen: Abstand nach Norden oder Süden der Planeten vom Himmelsäquator) .

Das Nachfolgende verdanke ich Michael Keller, CH-Bern (Co-Autor unseres Textes über die „Neun Sterne“): Es soll hier um einen Sonderfall der Deklinationen gehen: um die vorgeburtliche Sonne-Mond-Parallele, in den Ephemeriden dargestellt als SO II MO (mitunter auch SO//MO). Die Rosenkreuzer-Ephemeriden 1900-2000 zeigten diese spezifische Parallele minutengenau an, leider gilt dies nicht mehr für die Ephemeriden 2000-2050. Es bereitet also ein wenig Mühe, die (einigermaßen) exakte Fälligkeit der genannten Parallele minutengenau zu bestimmen. Anders als der vertraute Mond-Sonne-Zyklus erweist sich die SO II MO als (scheinbar) „irregulär“ : In den meisten Fällen wird sie sich finden in den ca. 10 Tagen vor der Geburt, in Einzelfällen wird man vier oder gar 6-7 Wochen zurückgehen müssen. Hier hilft nur ein schrittweises Vorgehen. Die Verweildauer der Parallele für eine Bogenminute beträgt ca. vier Minuten, da empfiehlt es sich wohl, den Mittelwert zu nehmen. Man muss sich also ein wenig an den halbwegs genauen Wert herantasten – aber es wird sich zeigen, dass es sich lohnt.

Ein Exempel mag berenzte Signifikanz haben – aber auch hier gilt, dass Quantität in Qualität umschlagen kann (weshalb weitere Exempel folgen werden): Man wird umgehend feststellen können, dass diese Horoskope einen wertvollen Beitrag für die Deutung gerade dann leisten können, wenn (wie so oft) keine verlässliche Geburtszeit gegeben ist.

Nachfolgend das Beispiel des langjährigen Schachweltmeisters Garri Kasparow, nach einhelliger Meinung der Experten einer der stärksten Spieler aller Zeiten.

Garri Kasparow wurde geboren am 13.04.1963 in Baku, die vorgeburtliche SO-MO-Parallele war fällig sieben Tage zuvor. Wir sehen den AC-Regenten Saturn im ersten Haus im Domizil. Immer wieder zu beobachten: kein starker Schachspieler ohne einen starken Saturn – dies nicht allein deswegen, weil der Spieler (pardon: es gibt gottlob nunmehr auch exzellente Spielerinnen weltweit) stundenlang über einem Quadrat (8×8) brütet, auch deswegen, weil hier höchste Konzentration und Geduld gefordert sind. Verliert (z.B.) ein Fußballer oder ein Tennisspieler für die Dauer weniger Minuten oder gar nur Sekunden die Kontrolle über das Spiel, kann in der Tat alles verloren sein. Meist aber wird dieser schwache Moment kaum je spielentscheidend sein. Anders im Schach – sofern auf hohem Niveau gespielt. Da wird eine momentane Ungenauigkeit – um gar nicht erst von Patzern zu sprechen – meist spielentscheidend. Im Gegensatz zu seinem langjährigen Kontrahenten Karpow war Kasparow nicht primär der überragende, alle Ungenauigkeiten subtil zum eigenen Vorteil nutzende Stratege, sondern ein bezwingender Angriffsspieler. Im Bild markiert (Pfeil) der 9. November 1985, Kasparow wird erstmals Weltmeister (6er-Rhythmus, Huber-Schule). Gegeben ist da MA-JU.WID – eine präzise Entsprechung zum eben Notierten – mit Mars als MC-Regent und Herr über die exaltierte Sonne – ein m.E. eindrückliches Bild. Siehe auch SA=MA/UR in der direkten Halbsumme: „auf Trennung gerichtete Energie“ (Ebertin) – auch so lässt sich der unbedingte Siegeswillen des langjährigen Weltmeisters bestimmen.

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