AfD – Radix & Zeugungshoroskop

Die AfD hat sich grundlegend gewandelt – von einer einst konservativ-liberalen Partei hin zu einer rechtsradikalen Partei mit sich kontinuierlich verstärkender völkischer Unterströmung. Spätestens mit dem Abtreten Meuthens hat sich die Partei von ihren ursprünlichen konservativen Fundamenten gelöst, längst ist die einstige Randfigur Höcke zur zentralen Gestalt geworden, auch A.Weidel hat es inzwischen aufgegeben, sich ihm in den Weg zu stellen.

Es gibt eine Reihe von Aussteigern, was die Partei nicht im besonderen Maße zu stören scheint, werden doch diese Austritte mehr als kompensiert durch Neueintritte, vor allem durch die Wahlergebnisse, auch die zu erwartenden (im kommenden Jahr bei den Landtagswahlen). Sofern die Aussteiger sich äußern (sich zu äußern wagen), ergibt sich zunehmend das Bild einer Partei, welche die tradierte Demokratie mit ihren aufklärerischen Grundlagen als überlebt betrachtet, eine Partei, die an ihren Rändern bis hin zur Mitte fortschreitend faschistische Konturen angenommen hat. Die Rede ist da in der Partei von der fälligen massenhaften Abschiebung selbst hier geborener Migranten mit deutschem Pass, das Wort „Arbeitslager“ fällt, es müsse „rücksichtslsos“ durchgegriffen werden etc. – man kennt Verbalisierungen dieser Art aus den Jahren des Heils. Die Sympathien für Putin werden nach außen hin kaschiert, im inneren Kreis aber nach Auskunft von Aussteigern deutlich artikuliert. Die Masken fallen dennoch auch nach außen hin, sie werden nunmehr ungeniert abgenommen, denn die Partei sieht sich an der Schwelle zur 20%-plus-Partei.

AfD- Radixhoroskop

Es kann nicht überraschen, im Radixhoroskp der Partei Saturn als Spannungsherrscher zu finden. Er regiert hier die Häuser sieben und acht, steht im Skorpion: ein scharf analysierender Geist, dabei in der Gefahr stehend, ins Destruktive, grundsätzlich Verneinende abzugleiten. In Verbindung damit findet sich der Hang zum Autoritären, zum „starken Staat“, womöglich gar zur Herrschsucht – das Maß des Letzteren ist dem Horoskop natürlich nicht zu entnehmen. Die Konjunktion mit Rahu, dem aufsteigenden Mondknoten, potenziert jedenfalls diese Anlage, und es fällt ins Auge, dass mit der Fälligkeit der direktiven Konjunktion von Rahu und Saturn (im Sonnenbogen) der Drang in die Extreme markant zugenommen hat (die Konjunktion wurde 2022 exakt). Der Skorpion hat nach F.Frickler seinen „Ausklang“ in den Zwillingen, und dies ist hier zu berücksichtigen, da Saturn im exakten Quinkunx zum Mond steht, seine „Negativität“ dort „final“ zum Ausdruck bringen kann. „Kraft, Energie, Katastrophen, Erfolg, doch kein dauerhafter Erfolg“ – so in etwa die generelle Charakterisierung der Qualitäten des Fixsterns Aldebaran, der hier in enger Konjunktion mit dem Mond steht. (Wie dauerhaft der Erfolg der Partei sein mag, sei dahingestellt…) Saturn ist indirekt mit beiden Lichtern verbunden: Sein Regent steht im Domizil in Konjunktion mit der Sonne (hier im Widder in der Erhöhung). Zeitgleich mit dem Fälligwerden der direktiven Konjunktion von Rahu und Saturn gelangte der Widderpunkt im Sonnenbogen auf Uranus, womit die Konstellation UR. WIDd . MEd = SO.MA/MC gegeben war: Die Konturen werden schärfer, die Kritik fundamentaler, es zeigt sich eine aggressive Gereiztheit. WID=MA/NE (siehe Abb.). Da heißt es bei U.Rudolph: „Aufösungshandlungen in der Öffentlichkeit, Auflösung des öffentlichen Willens…“ („ABC der Planetenbilder“).

Studienfall: der 2024/2025 wirksam werdende sekundärprogressive Vollmond der AfD:

Neben dem Offenkundigen: die Knotenachse steht auf der „deutschen Achse“ 17,5 Stier-Skorpion. D.h. das künftige Dasein der Partei ist engstens verbunden mit demjenigen des von ihr so ungeliebten Staates.

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AfD, „Zeugungshoroskop„:

Das letzte Wort über das Zeugungshoroskop -siehe die letzten Beiträge – ist noch lange nicht gesprochen: Was ist abgebildet, welcher Grad an Determination ist hier zu unterstellen?… Auch hier: eine „konservative“ Anlage, mit dem AC im Steinbock und dessen Regent erhöht im zehnten Haus (in den Ganzzeichenhäusern) im Quadrat zur Sonne. Dann aber auch eine ins Unbedingte, faktisch Ideologische gehende Zuspitzung: PL=MA/UR (T-Quadrat), mit einer Mars-Uranus-Opposition, die wie ein Messer durchs Horoskop fährt. – Was wäre zum Quadrat des Neptun auf die Mondknotenachse zu sagen – die Knoten wie Neptun je auf den kritischen 3. Graden veränderlich (2,x Grad Fische: Saturn-Neptun-Qualität) ?

5 Gedanken zu „AfD – Radix & Zeugungshoroskop

  1. Hallo,

    vorweg: Entschuldigung, Kommentar ist etwas länger geworden.

    Die genannten Tendenzen gibt es sicher in der AFD, wird von den entsprechenden Protagonisten ja auch nicht verheimlicht.

    Interessant ist vor diesem Hintergrund, dass wir es inzwischen mit einer ausgewachsenen Demokratiekrise zutun haben.
    Seit einiger Zeit wird die Demokratie nicht mehr alleine von rechter Seite in Frage gestellt, sondern vermehrt auch von Links (Klimakleber) und inzwischen, etwas subtiler, auch von den etablierten Parteien.

    Manchmal direkt, wenn Habeck im ÖRR davon spricht, dass China viel effektiver ist und Vorbild ist, für die Umsetzung des Notwendigen. Der Wähler ist dann nicht mehr Souverän, sondern nur noch Vehikel zur nachträglichen Legitimation des bereits entschiedenen.
    Gelegentlich über den rechtlichen Weg, wenn der Verfassungsschutz gegen die hier genannte Partei instrumentalisiert wird und Innenministerin und Präsident die Neutralität der Institutionen aufgeben, was von niemanden mehr in Frage gestellt wird. So kommt es zu einer von der breiten Öffentlichkeit geduldeten Deligitimierung unserer Demokratischen Institutionen für den „Guten Zweck“.

    Mein Eindruck ist, dass die Wurzel des Problems eher Kind einer massiven „Rechthaberei“ ist, die in einer Stimmung mündet, wo der Zweck die Mittel heiligt.

    Besorgniserregend empfand ich das Urteil, welches zur Beobachtung der Jungen Alternative führte. Das ließ sich zusammenfassen in den Satz: „Das Volk ist im Grundgesetz nicht ethnisch gemeint“.
    Das ist in aller Kürze die rechtliche Begründung. Nun ist Volk ein ambivalenter vielschichtiger Begriff. Er hat eine rechtliche Ebene (Staatsvolk), eine kulturelle und auch eine ethnische Ebene.

    Definitiv sind im Grundgesetz alle Ebenen angesprochen. Sonst hätte es keine Wiedervereinigung geben können, denn in der Plattheit, wie dieser Begriff heute verwendet wird, um die AFD in die rechte Ecke abzustellen, wäre die Sache klar. Die Nation BRD hat ein Staatsvolk und die Nation DDR ein Anderes. Es hätte schlicht nichts zu vereinigen gegeben, wenn Volk nur Staatsangehörigkeit ist.
    Aktionen, wie die Einladung von Russlanddeutschen zur Ansiedelung in der BRD wären in dieser, heutigen, Denke ebenfalls Ausdruck rechtsradikaler Gesinnung.

    Noch frappierender wird es, wenn man sich ansieht, dass von Adenauer bis Kohl, jeder Kanzler der alten BRD den Volksbegriff in seiner ganzen Bandbreite verwendete.
    Dann wäre von Adenauer bis Kohl alle Kanzler rechtsextreme gewesen.

    Es irrt sich jemand in der Auslegung. Entweder das heutige politische und mediale Personal oder alle Generationen zuvor.

    Ich möchte nicht falsch verstanden werden. Es gibt gut funktionierende Beispiele für Willensnationen, welche den ethnischen Begriff von Volk nicht kennen. Die USA zum Beispiel.
    Doch so ein tiefer Eingriff in die Verfasstheit des Staates darf nicht einfach im Handstreich geschehen, um ein Instrument im „Kampf gegen Rechts“ zu haben. Sonst wird das Grundgesetz für den guten Zweck eliminiert.

    Das erfordert eine breite demokratische Diskussion und natürlich eine Änderung des Grundgesetzes.

    Zumal Willensnationen nur funktionieren, wenn die Verfassung, wie in den USA, quasi religiös aufgeladen wird. Das kollektive Schicksal eines Volkes, dass nicht durch Abstammung begründet ist, muss gewissermaßen durch Patriotismus jeden Tag neu geschaffen werden.
    Dafür fehlen Deutschland bisher die Vorraussetzungen und diese können auch nicht geschaffen werden, wenn so ein Eingriff abseits der Öffentlichkeit geschieht.

    Beste Grüße
    Peridot

    1. Hallo Peridot, sehr interessanter Beitrag. Deinen Ausführungen zum Thema Demokratiekrise stimme ich weitgehend zu. Das wäre einmal näher zu untersuchen, da müsste man mal das Horoskop von Rousseau vor Augen haben, oder, womöglich wichtiger, das der Publikation seines Hauptwerkes („Le contrat social“, 1762). Die Demokratie ist ja in grundsätzlicher Weise aus sich selbst heraus gefährdet, insofern als der Grenzfall der Demokratie die Überwertigkeit des totalitär aufgeladenen Volkswillens ist („volonté générale“). Oft wird vergessen, dass die Demokratie auf zwei Säulen steht. Da ist nicht nur Rousseau, da sind auch Montesquieu und Locke. Die dort postulierte Gewaltenteilung pflegt das erste Opfer eines übermäßig potenzierten Volkswillens zu werden. (L.Riefenstahl: „Triumph des Willens“ -! ) Man sieht ja diese Versuche der Aushöhlung der Gewaltenteilung in Ungarn, in Polen, letztlich in Israel. Ungarn und Polen halten sich da notgedrungen zurück, da hat die EU sie ja zurückgepfiffen und mit dem final-dauerhaften Abdrehen des Geldhahns gedroht.
      – Mir ist schon klar, dass das sog.Zeugnungshoroskop eine stichhaltigere Begründung erfodert. Dann, zum Radixbild der AfD: Welche Phase der Partei ist da zu sehen? Es gab ja bislang, etwas vereinfachend. drei Phasen: die erste (Lucke, Adam…) hatte ein klares konservativ-liberales Profil. Die zweite Phase hatte das nicht schlicht entsorgt, aber das liberale Moment trat zunehmend in den Hintergrund. Aber diese Phase war noch eindeutig konservativ geprägt, wenngleich mit einem geschärfteren Nationalbewusstsein. Das war die Partei Meuthens, der zunehmend unter Druck geriet, dann austrat. Die dritte Phase hat zwei Gesichter: A.Weidel und B.Höcke. Doch die Bewegung geht zunehmend in Richtung Höcke: das national-völkische Momentum dominiert hier. – Was also zeigt das Horoskop? Welche der drei Phasen? „In the beginning is my end“ (T.S.Eliot) – heißt dies, dass das Zeugungshoroskop das finale Profil, das sich da abzeichnet, ins Bild setzt?

      1. 1980 schrieb Werner Schneyder.“Die Neue Rechte kommt vorerst noch nicht im
        selben Tritt, im selben Schritt vorwärts- doch sie marschiert – und das ist das Tödliche – im Geiste mit.“ Und:“Ich interessiere mich ja sehr für die Verfassung der Staaten; weniger für die, die sie haben, als für die, in der sie sind.“
        Passend für die AfD ist sicher das Lied:“Jetzt reden wir wieder Fraktur“
        Michael

        1. Hallo Michael,
          was viele nicht wissen (und nicht wissen müssen…): Die Fraktur ist keinesfalls eine „Nazischrift“. Tatsächlich wurde die Fraktur im III. Reich geächtet (1941, meine ich), möglichst nur noch Antiquaschriften sollten verwendet werden im öffentlichen Bereich. Konsequenterweise wurde umgehend die Schrift des „Völkischen Beobachters“ auf die Antiqua umgestellt. Die Begründung war so falsch wie sie dämlich war: Die Fraktur sähe allzu jüdisch aus, ähnele der hebräischen Schrift. Wenn heute Rechtsradikale die Fraktur benutzen, dann wissen sie das nicht. Hitler über die Fraktur: „..passt schlecht in das Zeitalter von Stahl und Eisen, Glas, Beton.“ (Oft wird die Fraktur mit der Schwabacher verwechselt, die war vom späten 15. Jahrhundert bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts die vorherrschende deutsche Schrift, sie wurde dann durch die Fraktur verdrängt. Beide, Fraktur wie Schwabacher gehören zur Gruppe der sog. gebrochenen Schriften. – Ist wohl alles nicht so wichtig hier , dennoch lohnt es, sich mit Schriften näher zu befassen.)

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