Kun 2025 cont. II

Es sollte nicht suggeriert werden, die Wirkungsweise Kuns sei allein die der Zentrierung und Massierung. Kun ist auch der Raum der Versorgung und der damit verbundenen Gemeinschaftsbildung und -sicherung. Folglich geht es dabei auch um den Bereich der Landwirtschaft, der Nahrung, auch den der damit verbundenen ökologischen Themen- für viele mit Recht die vorrangigen Herausforderungen dieser Jahre. – In Verbindung mit den lunaren Phasen der chaldäischen Reihe (Mondjahrsiebt 2021-2028) ist hier zudem das Thema des Islams anzusprechen. Wie wohl keine andere Religion von Weltgeltung ist der Islam eine gemeinschaftsbildende. Und diese Gemeinschaft wird gestiftet und dauerhaft gesichert durch den verbindlichen Rechtsanspruch des Islams. Der Islam ist auch eine Religion des Gesetzes. Und die Erwartung, der Islam werde sich alsbald von der Strenge der Scharia lösen, wird sich wohl als vergebliches Hoffen erweisen. Der starke lunare Einfluss, wie er durch die chaldäische Prägung dieser Jahre gegeben ist, wird sich vermutlich fortsetzen. Denn das letzte 49 Jahre umfassende Segment der Großepoche 1734 bis 2077, also die Zeit von 2028 bis 2077, wird eine Zeit des Mondeinflusses sein. Die Zeit arbeitet für den Islam, auch oder gerade auch in Europa. Dies ergibt sich aus der demographischen Entwicklung, die für den Islam arbeitet. Und vor allem: Dies ergibt sich gleichermaßen aus der fortschreitenden Profanisierung und Entchristlichung des Kontinents, eine Entwicklung, die ein Vakuum schafft, das der Islam zu füllen bereit ist . Man kommt wohl kaum umhin, sich Michel Houllebecqs Roman „Unterwerfung“ zu vergegenwärtigen. Zwei Ängste, nicht allein die des politischen Frankreichs, werden in diesem Roman angesprochen: die Angst vor dem Rechtsradikalismus einerseits, die Angst vor einer Islamisierung andererseits, zwei Kräfte, die sich gegenseitig ins Visier nehmen. „Islam“ bedeutet zu deutsch „Hingabe“, verschärft „Unterwerfung“. Und für das Trigramm Kun heißt es, geboten sei die Unterordnung, die Nachfolge, die Anerkennung von konkreter (Person) oder abstrakter (ideell) Autorität – siehe das Wirken Kuns (=die „Zwei“ der Neun Sterne) in den Jahren 1937-1946. Die Bezeichnung „Unterwerfung“ aber wäre hier für Kun eine allzu starke Wortwahl. Die Vollendung des Daseins in Kun findet sich in der Passivität, der schmiegsamen Weisheit. (Hinter der saisonalen Sequenz der Trigramme steht die polare Anordnung der Trigramme, diejenige des „Frühen Himmels“. Dies bedeutet, dass das Trigramm Sun, das Sanfte, der Wind, hinter Kun steht, gewissermaßen durch Kun hindurchscheint.) Houellebecqs Roman ist nicht gedacht als Prognose, lädt aber dazu ein, sich gedanklich auf die Möglichkeiten oder gar Wahrscheinlichkeiten analoger Entwicklungen einzulassen und sich diesen mitsamt den von ihnen potentiell ausgehenden Gefährdungen zu stellen. Nachstehend das Frühjahrsäquinoktium 2025, Mekka, das Jahr, das in doppelter Weise durch Kun/die Zwei geprägt sein wird (siehe dazu den vorletzten Beitrag). Das Horoskop ist abgebildet zusammen mit den Transneptunern.

Im Wassermann-Oktilogramm des Jahres 622 (Jahr der Hedschra), ein sehr stimmiges Horoskop des Islams, steht der Mond auf 3,x Grad Löwe. Eben dort steht im obigen Horoskop Vulcanus (Macht, Energie, Gewalt, Einfluss, Stärke, Kraft, Potenz…), und in exakter Opposition sieht man Pluto. „Machtvolle Entwicklung“, heißt es da im Regelwerk von U.Rudolph, aber auch: „Entfaltung von Gewalt, gewaltsame Veränderungen,… Stärke entwickeln, wachsende Kraft, wachsender Einfluß“. Miteinbezogen sind Sonne und Mond (direkte Halbsumme), und da (Kardinalingress) Sonne – Widder gegeben ist, wird diese Konstellation von wohl globalem Belang sein. Der Transneptuner Cupido steht auch für das Thema der Gemeinschaft, hat also seinen unmittelbaren Bezug zum muslimischen Kollektiv (der sog. Umma, die Gemeinschaft der Gläubigen). Hier (nicht in der Abb.) findet sich PL/CU=MA=VU – wir haben es also zu tun mit einer einer massiv forcierten Entwicklungsgemeinschaft. Da Cupido engstens mit dem Thema der Umma verbunden ist, hier abschließend ein weiteres Mal das oben erwähnte Horoskop des Islams, Wassermann-OG 622, Mekka) – siehe die Schlüsselrolle, welche die Verbindung von Cupido und Jupiter Konj. Sonne hier offensichtlich spielt (u.a. die geglückte Bildung einer religiösen Gemeinschaft und deren Expansion):

Auch die Stellung des Mondes belegt den Gemeinschaftssinn des Islams. Der Mond steht im zweiten Haus gesehen vom Krebs, seiner Domäne, sein Thema ist somit die Sicherung der gemeinschaftlichen Teilhabe.

3 Gedanken zu „Kun 2025 cont. II

  1. Die Stärkung dieser Barbarei (und nichts anderes ist der Islam) ist leider eine sogar ohne Astrologie absehbare Entwicklung.
    Barbarei weil:
    Gemeinschaften können etwas gutes sein. Eine Notwendigkeit für den Einzelnen und Schutzraum seiner Entfaltung.
    Aber eben auch tyrannische Unterdrückung.

    Das Zweite ist auf den Islam ohne jeden Zweifel zutreffend. Hier waren die rechten Kräfte im ganzen Westen Propheten, die leider nicht erhört wurden. Stattdessen wurde ein selbstzerstörerisch naiver Linksliberalismus verfolgt. Aus dümmlichen Trotz gegen die wachsenden Mahnungen der rechten Kräfte wurde die Selbstzerstörung des Westens sogar noch weiter forciert.
    Eine Entwicklung die Fassungslos macht und Scham gegenüber den Ahnen auslöst, die mit Mut, Solidarität und Klugheit die westliche Zivilisation geschaffen haben. Das Erbe der Ahnen hätte als Geschenk betrachtet werden sollen. Stattdessen wurde es weggeschmissen und wird auf dem Altar der Barbarei geopfert.

    Beste Grüße
    Peridot

    1. Dank für den Kommentar. Ich finde den letzten Abschnitt besonders interessant. Betreffend die „Ahnen“ – jetzt einmal unabhängig vom Thema „Islam“: Es ist in der Historiographie mehrfach beschrieben und belegt worden, dass die Stärke und Dauerhaftigkeit von Kulturen engstens verbunden war mit der Achtung der Leistung der Alten. „Ad patres“ gehen sagten die Römer, wenn das Sterben bevorstand. Die Wahrnehmung der Tradition und deren Achtung hat nichts zu tun mit einem Hinterweltdasein, ebensowenig mit Fortschrittsverweigerung. Sie erinnert an die Fundamente unseres Daseins. „Du sollst Vater und Mutter ehren“ – eines der Gebote aus dem Dekalog, meint zum einen die Achtung der Würde der Eltern, doch auch die Achtung der Generationenfolge und ihrer Leistungen. – Aus dieser Perspektive ist der offenkundige Schwund geschichtlichen Wissens gerade auch in Deutschland ein alarmierendes Zeichen – auch weil er Hand in Hand geht mit einem Verlust an Personalität.
      Grüße,
      Klaus

      1. Danke, eine sehr wohltuende Antwort!

        Ruhig und ohne meine, gerade wenn ich mich zu einen Kommentar hingerissen fühle, häufig überbordende Emotionalität.

        Ich sehe es sehr ähnlich. Wir sind nicht in ein nichts geboren und keine unbeschriebenen Blätter.
        Unsere Herkunft ist teil unserer Identität. Nur noch das negative in Erinnerung zu behalten oder die Geschichte, ganz revolutionär, gleich ganz zu negieren, bzw. zu vergessen, indem man das Leben auf einen Gedachten Fluchtpunkt der Geschichte ausrichtet, bedeutet letztlich einen großen Teil der Identität aufzugeben.

        Der so entwurzelte Mensch, ist kein Individuum, sondern ein Dividuum, ein Gesichtsloser Teiler der Masse.

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