„Remigration“

… von deren Propagandisten u.a. auch „ethnische Bereinigung“ genannt. Der Begriff machte Schlagzeilen, das kann ich hier als weitgehend bekannt voraussetzen. Die in diesem Zusammenhang zentrale Gestalt ist Martin Sellner, geb. 08.01.1989, Wien.

Oft gibt der Blick auf die „Neun Sterne“ gute Hinweise. Sellner wurde geboren in einem Jahr der Drei (04.02.1988 – 03.02.1989), zudem in einem Monat der Drei. Die Drei der Neun Sterne entspricht dem Trigramm Dschen, der „Donner“, bestimmt durch Yang-Holz. Die Doppelung einer Zahl – also Jahr wie Monat unter dem Einfluss derselben Zahl – erbringt i.d.R. neben der Potenzierung der Zahl (des entsprechenden Trigramms) eine Willenszentrierung, die sich auch äußern kann in Beharrlichkeit bis hin, im kritischen Fall, zur Sturheit. Die Doppelung der Drei hatte auch Hitler, seine Sturheit konnte bekanntlich seine Generäle zur Verzweiflung bringen. Bei A.H. war der äußerst seltene Fall gegeben, dass die prägende Kraft gleich dreimal gegeben war: als Jahres-, als Monatszahl und als Zahl des solaren 5er-Segmentes (siehe zu Letzterem die Beiträge vom 14., 16., und 18.09. des vergangenen Jahres). Im Falle M.Sellners ist die Doppelung 3-3 ergänzt durch die Zahl Sechs des Fünfer-Segmentes. In diesem Fall kommen Monatszahl und 5er-Zahl zusammen, beide mit dem Sonnenstand auf 15:00 Steinbock. Oder so: Die Sechs=Yang-Metall trifft auf die Drei=Yang-Holz, womit sich ein erhebliches Maß an Spannung, an Druck aufbaut und auf Entladung drängt. Zur Erinnerung: Das Monatsbild, berechnet auf dem Sonnenstand auf 15:00 der Geburt vorausgehend, beinhaltet wesentlich die affektive Dimension des Nativen. Die Sechs, dem maskulinen Trigramm Kien entsprechend, beinhaltet paternalistisch-traditionelle Züge, wie sie bei Sellner unschwer aufzuzeigen sind. Hier das Bild dieser Situation:

Sellner, Monats- / 5er-Segment-Horoskop (GZM)

SO/PL=MC.MO – Machtstreben, sieht sich als „Entwicklungszenztrum eines Volkes“ (U.Rudolph, ABC für Planetenbilder). Dies zielt zudem aufs vierte Haus, in dem sich Jupiter, der Regent über die Mond-MC-Konjunktion, befindet. Er steht dort im Stier, wohl als Hinweis zu deuten auf die Sicherung der biologischen Grundlagen des Volkes. Der Eindruck verstärkt sich, berücksichtigt man die hier gegebene wechselseitige Rezeption von Venus und Jupiter, beide in Kardinalhäusern. All dies vor dem Hintergrund des auf Reinheit hin orientierten Wassermann-ACs. Dessen Regenten Saturn und Uranus sind in Konjunktion im Steinbock: Vergangenes nimmt idealistisch-revolutionäre Gestalt an, die konservative Revolte agiert im Hintergrund und aus dem Hintergrund (siehe diesbezüglich das berühmt gewordene Treffen mit Sellner als spiritus rector im November 2023). Wobei zu ergänzen wäre, dass Sellner wie auch große Teile der AfD das Stadium des Konservativen hinter sich gelassen haben, den Begriff meiden oder gar kategorisch ablehnen, statt dessen zunehmend sich in faschistischer Rhetorik üben. – Das kommende Jahr, beginnend mit dem Wassermann-OG (Sonne 15:00) wird ein weiteres Mal sein ein Jahr der Drei. Für Sellner dürfte diese Akkumulation des Dreier-Potentials den Drang zum Vabanquespiel auslösen. Es soll hier nicht etwa eine Gleichsetzung A.H. – Sellner erfolgen, doch sind Parallelen markant gegeben. 1925 war ein Jahr der Drei, und 1925 war das Jahr, in dem Hitler die NSDAP ein zweites Mal (aus dem Gefängnis entlassen) ins Leben rief. Zeitgleich nahm er Abschied von der „Trommler“-Rolle, um fortan den Führer-Mythos auszubauen.

Studienfall Neumond 07.01.1989, der Geburt Sellners um nur einen Tag vorausgehend:

Miteinbezogen, mit Blick auf die Position des Hades, sind hier die Transneptuner. Es gilt u.a. JU.MC/KR=HA: Es meldet sich der Auftrag der Vergangenheit – „die große Seele der Vergangenheit“ (Rudolph). Und: der Rechtsstaat in Not. Hier kann also der Schatten wirksam werden, d.h. „die kriminelle Dominanz über meine Seele“ (wiederum Rudolph zur Rolle des Hades in diesen Konstellationen).

Ein Gutes wird der Fall Sellner haben: Auf der einen Seite fallen die Masken, auf der anderen wird man sich dem eigenen Versagen im Umfeld der Migration zu stellen haben. Es zeichnet sich nun ab die Bestätigung dessen, was ich über die Jahre 2024/2025 mehrfach hier im Blog notiert habe.

I. Kant, geb. 22.04.1724, vor 300 Jahren. „Kant can’t“ – schlau-dümmliche Sprüche wie diese helfen nicht weiter (zu hören i.d.R. von denen, die keine Zeile von Kant gelesen haben). Es hilft da kein beschwichtigendes Wegducken: Sellner&Co. legen die Axt (Yang-Metall!) an die Fundamente der Aufklärung und ihrer besten Traditionen, wie sie mit dem Namen Kant verbunden sind. Mag gut sein, dass der offenkundige Rückfall in den sozialdarwinistischen Biologismus kurzfristig von Erfolg gesegnet scheint, mag gar sein, dass es da zu schlimmen Exzessen kommen wird. Doch im Fortgang der geschichtlichen Entwicklung wird man über kurz oder lang rückblickend vermutlich von einem letzten Aufbäumen des Völkischen sprechen.

12 Gedanken zu „„Remigration“

  1. Guten Abend,
    interessant, kritisch und bis auf den Schluss nicht ganz verteufelnd.
    Dem Sellner folge ich seit der Zeit der Flüchtlingskrise, bzw. kurz danach. 2016 oder 2017 bin ich auf ihm gestoßen und mit einigen Unterbrechungen folge ich dieser Person seit dieser Zeit.
    Ich kann manches von dem was du schreibst bestätigen, manches eher nicht.

    Ich fange vielleicht mit dem an, was eher weniger zutreffend ist.
    Das dürfte der starke Fokus auf Reinheit sein und die gelegentlichen A.H Vergleiche.
    Natürlich ist zutreffend, dass Sellner ein Radikaler ist und einen starken Drang zum Vabanquespiel hat.
    Der Mann hat die verrücktesten und auch radikalsten Sachen gemacht und er liebt es mit Provokationen zu spielen. Sogar, wenn er diese selber dumm findet. So ist er mal mit einen flatearther T-Shirt aufgetreten, obwohl ihm klar ist, dass das Wirrköpfe sind. Insbesondere, bevor er eher theoretisch wurde und Bücher schrieb, hat er gern um der Provokation Willen einfach Blödsinn gemacht.
    Für die A.H. Parallelen würde sprechen, dass der junge Sellner Hakenkreuze auf jüdische Gedenkstätten gemalt hat. Ebenfalls dafür spricht, dass Sellner mit dem „Bevölkerungsaustausch“ wie er es, vielleicht sogar treffenderweise, nennt, keinen Frieden schließen kann.
    Ich bin gerade in einen Hotel und habe sein Buch nicht vorliegen, daher aus der Erinnerung:
    „Es kann niemals Frieden mit den großen Austausch geben“, dass ist ein Schlüsselsatz aus seinem letzten Buch, mit dem er sein politisches Hauptziel definiert.

    Es sprechen allerdings einige Dinge dagegen, die einen Vergleich mit A.H. ausschließen. Sellner lässt anderen Völkern ihre Kultur und nimmt da keine besondere Wertung vor. An deutschen Wesen soll die Welt genesen, ist ihm grundsätzlich fremd. Fremder auch, als dies den Grünen ist, die in diesen Dingen offensichtlich eine sehr klassisch deutsche Gruppierung sind.

    Ebenfalls dagegen spricht, dass Sellner assimilierte Migranten definitiv nicht loswerden möchte. Er betont gebetsmühlenartig, dass die Migranten nicht unsere Feinde sind, sondern Opfer und Instrument linksgrüner Ideologie.
    Seine Feinddefinition ist eine Ideologie, die den Menschen homogenisiert und den Völkern ihre Unterschiede raubt.
    Staatsbürger kann, nach Sellner, allerdings auch sein, wer sich in die Kultur assimiliert und mit dem Volk identifiziert.
    Natürlich, dass muss gesagt werden, er zieht hier sehr enge Grenzen. Mit einer grünen Willkommenskultur hat Sellners Vorstellung wahrlich nichts gemein. Ganz im Gegenteil, es ist eher eine ausgeprägte Skepsis. Allerdings eben auch keine pauschale Ablehnung.

    Das ist insofern glaubhaft, dass Sellner, als er noch seinen Youtube Kanal hatte, also bevor er aus der Öffentlichkeit getilgt wurde, einen Youtube Partner hatte, der gleichzeitig ein enger Freund von ihm ist.
    Diese Person trat unter dem Namen Hyperion auf. Hinter dem Nick verbirgt sich ein Schwarzer aus Kenia. Der sehr ähnliche Ansichten wie Sellner hat.
    Außerdem pflegt Sellner rege und freundliche Kontakte ins Ausland. Seine Frau ist übrigens eine Amerikanerin.
    Der Mann ist wahrlich kein Homogenisierungsfanatiker.

    Alles in allen ist der Sellner sehr viel widersprüchlicher und vielschichtiger als ein A.H. radikal durchaus und auch Stur (das würde jetzt den Rahmen sprengen, aber das kann man als gegeben ansehen 🙂 )
    Allerdings absolut kein Homogenitätsfanatiker. Der Begriff Bereinigung wäre mir von ihm auch neu.

    Womit wir bei dem wären, wo ich zustimmen kann. Der Mann ist ein freies Radikal 😉
    Sehr gut getroffen ist die Machtfrage.
    Eine Kernfrage mit der Sellner sich beschäftigt, ist weniger sein Hauptziel, dass steht bei ihm außer Frage.
    Die Frage, um die seine Bücher, Vorträge und gelegentlichen sonstigen Äußerungen Kreisen ist die Machtfrage.
    Hier ist er ziemlich eindeutig. Demokratie als solches ist nur nützlich, solange das Hauptziel innerhalb der demokratischen Spielregeln erreicht werden kann. Ist ein kritischer Punkt überschritten, muss eine andere Strategie her.

    Das sollte man allerdings nicht mit einer grundsätzlichen Ablehnung des Rechtsstaats verwechseln.
    Er ist klug genug, um zu wissen, dass ein rechtsstaatlicher gewaltfreier Weg, dem anderen Mitteln immer überlegen ist.
    Schon alleine aus Eigeninteresse.

    Insgesamt ist es empfehlenswert, Sellner im Original anzuhören. Auch und vielleicht auch besonders, wenn man seine Gedankenwelt komplett ablehnt.
    Die Medien sind leider relativ unbrauchbar, um sich Sellner und damit auch dem rechten Flügel der AFD zu nähern.

    Die mediale Öffentlichkeit hat sich leider in eine Art Schattenboxen begeben. Sie bekämpfen die Vorstellung eines Feindes, aber schlagen zielsicher daneben.
    Damit geht auch einher, dass die Medien den Gegner massiv unterschätzen. Sellner und auch der rechte AFD Flügel sind keine Nazis von altrechten Strategien sind sie ebenso unabhängig, wie von Konservativen Gedankenwelten.
    Die neue Rechte hat in den 90ern angefangen eine eigene Theoriebildung herauszuarbeiten, die alte Zöpfe komplett abgeschnitten hat.

    Sellner wird eine Person sein, von der ich vermute, dass sie die kommenden Jahre an Wichtigkeit zunehmen wird.
    Die Zensurwelle 2019 war extrem, ich dachte der Mann sei erledigt, aber er ist es eben offensichtlich nicht.
    Im Gegenteil, seine Ideen und Begriffe, die er vorgedacht hat, beherrschen heute den rechten Flügel der AFD. Der bald vermutlich größten deutschen Oppositionspartei.

    Zur AFD:
    Faschistisch ist eigentlich sehr wenig bis nichts, was sich O-Ton von der AFD entnehmen lässt. Der Rest ist Spekulation oder einzelne Äußerungen.
    Niemand hätte Hohmann der CDU als ganzes zugerechnet, dass gleiche sollte für die AFD ebenfalls gelten. Sonst könnte man dieser Partei im luftleeren Raum alles anhängen, was wenig zielführend wäre.

    Ich kenne die örtlichen AFD Vertreter in meiner Gegend recht gut. Die sind eher von einer starken BRD Nostalgie ergriffen. Von meinen Gefühl her ist die AFD ob sie will oder nicht, stark mit der BRD und ihren Schicksal verknüpft.
    -> Für die Ost-AFD gilt das eher nicht. AFD Politikern aus dem Osten ist eine BRD Nostalgie eher fremd.

    Mehr Sorgen mache ich mir eigentlich um die schon übertriebene Hetze aus unseren Medien. Gesellschaftliche Spaltung wird die kommenden Jahre ein enormes Problem werden und daran wird die AFD vermutlich eher weniger Schuld sein.
    Die Weigerung der etablierten Politik, ihre Politik anzupassen und Probleme anzuerkennen, verbunden mit der Neigung jede Kritik zu verteufeln und jeden Kritiker auszustoßen und als rechtsextrem zu Canceln, dürfte eher ursächlich für die tiefe Spaltung sein.

    Das macht mir eigentlich mehr Sorgen, als die Radikalität des rechten Flügels der AFD. Schon alleine, weil die AFD nur als Symptom der Unfähigkeit der etablierten Politik entsteht.
    Seien wir ehrlich, würden CDU und SPD weniger grün sein und mehr ihre Stammklientel bedienen, es gäbe keine AFD.
    Im Effekt war Merkel gefährlicher, als es Sellner je sein könnte, weil Sellner konnte nur durch Merkels Politik aufsteigen.

    Ich zweifel auch an einen letzten völkischen Aufbäumen. Es ist eher ein natürliches aufbäumen. Der Mensch sucht Identität und das Ähnliche. Das ist ein Grundbedürfnis. Das vollkommen zu ignorieren, gar zu verteufeln, wird auch in 100 Jahren noch Widerstand hervorrufen.

    Klingt jetzt alles vielleicht mehr nach Kritik, als es sollte. Alles in allen ein wie ich finde interessanter und auch erhellender astrologischer Befund.

    Beste Grüße aus dem Norden
    Peridot

    1. Hallo und Dank für den ausführlichen Kommentar. Er ist erfreulich sachlich gehalten, enthält sich der Polemik. Sieh es mir nach, wenn ich da nicht in der gebotenen Ausführlichkeit antworten kann. – Ganz wichtig: ich käme nie auf den Gedanken, einen AfD-Wähler als Nazi zu bezeichnen, sofern ich keine nähere Kenntnis seiner Situation habe. Vermutlich ist keine Wählerschaft intern so divers wie die der AfD, das ist eine bunte Mischung, da kommt etliches zusammen. Ich würde auch Sellner nicht als Nazi bezeichnen, auch wenn es da ein beachtliches Maß an Deckung gibt. Und Deine Hinweise belegen, dass ich damit richtig liege. Es fehlt oft an der notwendigen Unterscheidung Faschismus – Nationalsozialismus. Mit Recht wehren sich die Italiener bis heute gegen die Gleichsetzung der beiden Begriffe. Der Nationalsozialismus war in den Anfängen stark faschistisch geprägt, ging aber schnell darüber hinaus: Der Faschismus der Mussolinischen Prägung war nationalistisch-imperialistischer Couleur, orientierte sich an der klassischen Römerzeit, war erst im späteren Stadium rassistisch- antisemitisch (unter dem Druck A.H.s). Will sagen: Sellner ist zu 100% Faschist, und nach allem was ich weiß, ist ihm diese Etikettierung so willkommen wie sie treffend ist.
      Zur AfD: Man muss nicht auf die sog. „Lügenpresse“ schauen, man sollte darauf schauen was die Aussteiger, die Ex-AfDler sagen, z.B.Meuthen. Die sagen ganz klar, dass die Ansichten Sellners vom Kern der AfD, allen voran Höcke, geteilt werden. A.Weidel – intelligent ist sie ja – weiß nur zu genau, dass die Partei nach außen hin die klar gegebenen Übereinstimmungen mit Sellner und Co. nicht bestätigen darf. Da darf der Applaus nur hinter verschlossenen Türen gegeben werden. Ein Parteiverbot wäre zwingend, gelänge die interne Sicht an die Öffentlichkeit. – Die AfD will nicht (mehr) diese Republik mit ihrer Rechtstaatlichkeit: Ja, Letztere ist weiterhin gegeben, man frage doch einmal einen AfDler, ob er lieber vor einem russischen oder einem deutschen Gericht stehen würde. Da folgen meist Verlegenheit, Gestotter oder beredtes Schweigen. Mehr noch: Immer offenkundiger wird, dass der Kern der AfD diese Republik und ihre Vertreter hasst. Und wo der Hass regiert, sollte man das Weite suchen.
      Es ist Zeit, sich Lenins bekanntes Wort in Erinnerung zu rufen: „Die Geschichte wiederholt sich das erste Mal als Tragödie, das zweite Mal als Farce.“

      Beste Grüße, K.W.

  2. Hallo Klaus,

    wieder recht lang geworden, leider ein schwieriges Thema, das recht vieler Worte bedarf, oder mir fehlt das Talent, es mit weniger auszuführen. 🙂

    Bezüglich Sellner sind wir uns, glaube ich, recht einig. Mein langer Beitrag sollte auch nicht dazu dienen, ihn freizusprechen. Zu den Kernpunkten, die ihn betreffen – zwielichtig, extremistisch und sein äußerst taktisches Verhältnis zur Demokratie – sind wir uns einig. Sogar bei der Kategorisierung als Faschist möchte ich nicht widersprechen. Ob er nun nur große Überschneidungen zu dieser Einordnung hat oder sogar 100%, das erübrigt sich beinahe.

    Mein „Anstoß“ an die A.H. Parallele ist, das muss ich zugeben, eher emotionaler Natur. A.H. ist für mich ein böser und blutiger Witz der Geschichte. Ich kann den Mann nicht greifen, er bleibt mir unerklärlich. A.H. erfüllte alles, um nichts als eine Witzfigur zu sein. Wie dieser Dämon so viel Macht erlangen konnte, um gemeinsam mit seinen Schergen so unfassbares Leid in die Welt zu bringen, ist mir unerklärlich. Sein Wirken war allerdings von solcher Bösartigkeit, dass ich mir fast jeden Vergleich verkneife. Außerdem erschien mir A.H. immer unfassbar platt und eindimensional, keine Doppeldeutigkeit, keine Zwischentöne. Blaupause eines Unmenschen. Das ist allerdings mehr ein Empfinden von mir, vielleicht weiß ich auch zu wenig über A.H., um ihn mir verständlich zu machen.

    Bezüglich der AfD. Zur Einordnung vorweg: Richtig tiefe Inneneinsichten habe ich nur für den LV Niedersachsen. Hier kann ich allerdings mit Bestimmtheit sagen, dass dort im Vorstand und Landtag weder Faschisten noch Nazis sitzen. Was dort vom Landtag bis in den Vorstand sitzt, sind absolut bodenständige politische Rechte und Liberale, die sehr konkrete Probleme mit der derzeitigen Politik haben. Naturgemäß kann ich nicht mit der gleichen Bestimmtheit über andere Landesverbände sprechen.

    Wichtig ist, dass die AfD nicht die Republik hasst. Intern wird scharf zwischen der Politik und ihren Medien und dem Staat und seinen Beamten unterschieden. Aus Sicht der AfD ist der Staat von einem Kartell aus mächtigen Parteien und ihnen angeschlossener Medien gekapert. Der Hass, von dem du sprichst, ist vielleicht sogar vorhanden, aber er richtet sich zielstrebig gegen die Politik und die öffentlich-rechtlichen Medien. Seltsamerweise nehmen die meisten AfD-Vertreter die CDU ein wenig aus. Die CDU wird als ein Opfer der Merkelianer wahrgenommen. Zu den Aussteigern kann ich wenig sagen, Leute, die Meuten persönlich kennen, sprechen an sich gut von ihm, allerdings muss es in seinem Landesverband enorme menschliche Enttäuschungen gegeben haben, was zu viel bösem Blut führte. Ein Umstand, der in der AfD sehr bedauert wird. Andere „Enthüllungen“ sind wohl eher Enten, die Beobachtung des VS in Sachsen geht wohl auf interne Chats zurück, die auf einziges normales und ich glaube sogar ausgeschlossenes Mitglied zurückgehen. Dünne Beweislage, das muss man schon sagen. Potsdam war mehr oder weniger lächerlich. Natürlich mit der Ausnahme, dass dort Sellner eingeladen wurde. An sich hätte nach Statuten kein AfDler teilnehmen dürfen. Was im Falle von Weidel zu der Konsequenz führt, dass sie einen persönlichen Mitarbeiter, der teilnahm, direkt entlassen hat.

    Was nicht auszuschließen ist, ist natürlich eine Radikalisierung. Das Dauerframing als Nazi sorgt dafür, dass sich eben solche sehr für die Partei interessieren, während eher Liberale abgestoßen werden. Die Ronai Chaker, Frau vom Martin Sichert (MDB der AfD), hat daher vor einiger Zeit immer wieder Aufrufe gestartet, um liberale Mitglieder zu werben. Der LV Niedersachsen führt umfangreiche Gespräche und Hintergrundprüfungen für Neumitglieder durch, um jede extremistische Gesinnung auszuschließen, weshalb sich der Aufnahmeprozess teils erheblich verzögert und häufig genug auch scheitert. Die Bundes-AfD hat eine sehr lange Unvereinbarkeitsliste, die sich inzwischen über wirklich viele Seiten erstreckt. Die Prüfung auf dieser Liste ist für jeden Landesverbänden verpflichtend, um Aufnahmewillige mit extremen Gedankengut rauszufiltern.

    Zum Vergleich, die Mitgliedschaft bei der FDP erlangt man per Mail bzw. Online-Formular, ohne Gespräch, geschweige denn Hintergrundcheck. Meine FDP-Mitgliedschaft habe ich im Vergleich zu dem, was ein junger AfDler über sich ergehen lassen muss, geschenkt bekommen. Natürlich steht die FDP auch nicht vor solchen Herausforderungen.

    Was zum Schaden der FDP war. Die FDP würde heute besser dastehen, hätte sie den Kampf gegen den radikalen linken Zeitgeist mit solcher entschiedener Härte aufgenommen wie die AfD.

    Beste Grüße

    Peridot

    1. Hallo Peridot und natürlich Klaus! Herzlichen Dank für diese Beiträge und Beleutung aus näherer Entfernung.
      Zu A.H. kann man eigentlich nicht Stellung nehmen, diese Bestialität im Denken und Handeln ist unfassbar. Da gilt der Satz an den Taten werdet ihr sie erkennen.
      Ich habe Sellner nicht verfolgt und mir war die AFD und FPÖ bisher komplett egal. Durch die Berichterstattung allerdings geht zunehmend der Focus auf deren Aktivitäten. Habe mir aber 2021 mal zwei ganze österreichische National und Bundesratsitzungen angetan: das war wirklich schlimm, wie da argumentiert wurde, und zwar egal von welcher Farbe und Seite. Ich nenne dies reinen Populismus. Da kommt doch die Ab oder Hinlenkung auf die AFD, FPÖ gerade recht. Man kann ungestört weiterwursteln.

      Der ganze Parteienfilz müßte ja eigentlich dringend durchlüftet werden. Diesem Bedürfnis der Menschen nach „Aufräumen“ entspricht die Rechte angeblich.

      Am Donnerstag hatte servus TV eine Diskussion im Hangar zu genau diesem Thema: was ist eigentlich rechts, links, extrem… Leider ging es hochemotional und durcheinander und in der Diskussionskultur ungepflegt zu: die Herren aber die Damen einfach unterbrochen. Dort fängts nämlich an: die Kultur der Auseinandersetzung, die haben wir leider kaum: neutrales Beleuchten der Zustände und Fakten. Insgesamt aber wirklich sehenswert.
      Fazit der Sendung: die Definition von rechts ist rechts ist automatisch am rechten Rand. Sehenswert.
      Wir haben seit den 70ern ja eine extreme Verschiebung und Auflösung des Konservativismus zu Gunsten Modernität. Das Problem ist, daß dabei jedoch nicht Toleranz, Akzeptanz, Demokratie verstärkt wurde, sondern das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wurde. Es ist im Prinzip eine Verwechslung: denn konservativ heißt nicht rechts. Die FPÖ hatte mal einen Ruf als liberale Wirtschaftspartei. Jetzt vertritt sie offiziell: „den kleinen Mann“.
      Aber da sind große Unterschiede zwischen A und DE.
      Naja, ein paar Gedanken…Kraut und Rüben.
      Grüße
      Katharina

      1. Hallo zusammen,
        und Dank für die Kommentare, die die fälligen Kenntnisse da erweitern – auch die Interna Österreichs betreffend.
        Vielleicht sollte man sich auch einmal (spezifisch) diesbezüglich das Radixbild Ö.s anschauen – nicht etwa weil Sellner daher kommt.
        Ich nehme an, das Horoskop von 1955 – Inkraftsetzung der Verfassung. Wäre das Richtige.Wäre natürlich dann in einem anderen Beitrag zu verhandeln.
        Im Moment nur soviel. – Bis dahin, Grüße, Klaus W.

    2. hallo Peridot,
      da kommt so viel zusammen, ich kann dem nicht wie geboten entsprechen. Aber: Es geht mir hier um astrologische Themen -und wir sollten uns daran halten! Also uns halten an die Befunde, die wir da haben. Was Du da sagst: „Was nicht auszuschließen ist, ist natürlich eine Radikalisierung.“ Pardon, die ist nicht auszuschließen, die ist längst da. Was einem da aus internen Kreisen zu Ohren kommt, sollte einem eigentlich reichen. Und dass da so manche AfDler von netter Natur sind – geschenkt. Gar A.H. galt als nett, und dies nicht nur dann, wenn er in Bayreuth den Damen den Handkuss gewährte. Entscheidend ist nicht, was da in der Pampa sich an AfDlern artikuliert, entscheidend ist, dass der Kern dieser Partei unaufhaltsam in Richtung Faschismus gravitiert. Die Belege sind so zahlreich, ich muss das nicht mehr auflisten, werde da langsam auch müde….- Hatten wir doch alles mal – bis in die Diktion hinein: deckungsgleich mit dem was da in den Jahren 1930-1932 zu hören war.
      Grüße,
      Klaus

        1. Naja, wieder die Leier von Deportationen, ich kann nur auf meinen vorigen Kommentar gerade eben hier verweisen.
          Das ist nun einmal schlicht unwahr. Nimmt man diesen und einige andere Unwahrheiten aus dem Text heraus, bleibt nicht viel übrig.
          Was übrigens wieder einmal das Thema verfehlt, denn wer z.B. Krah kennt, der weiß, dass die AFD auf ihren rechten Flügel teils harte rechte Ideologie vertritt. Die auch mehr als kritikwürdig ist.
          Leider haben die Journalisten offensichtlich nie eine echte AFD Quelle gelesen und stützen sich auf stille Post.
          So schreiben die Journalisten gegen Hirngespinste an und ignorieren echte Probleme.

          Zielsicher daneben. Wie immer.

      1. Lieber Klaus,
        mein letzter Kommentar, versprochen. Ich bitte nur darum, das Folgende wenigstens in Erwägung zu ziehen.
        Ich halte mich so kurz wie möglich, erwarte auch keine Antwort, die Differenz werden wir wohl nicht überbrücken – denke ich.

        Vorweg:
        Deine Befunde sind klar und ich möchte dir auf diesen Gebiet sicher nicht widersprechen. Deiner Einschätzung über die Wirkenden Kräfte folge ich soweit. Schweigen dazu ist Zustimmung.
        Nun ist der Befund und die Kräfte das Eine, aber die Interpretation natürlich ein Teil, der wichtig ist. Damit Astrologie Nutzen hat und das Bestmögliche daraus zu machen.
        Du berührst nun einmal hochaktuelle Themen, mein Unglück ist, dass ich da leider recht nahe dran bin, dass ist wirklich keine Freude…
        Das ich solche langen vllt. an den Nerven zehrenden Beiträge schreibe, liegt daran, dass ich dich und deine Arbeit sehr schätze. Ich weiß sonst nichts über dich, aber auf dem Gebiet der Astrologie bist du eine Instanz, dass ist halt so.
        Für irgendwelche Facebook Posts oder Leute von denen ich gar nichts weiß, mache ich mir die Mühe nicht. Auch wenn das „Publikum“ wesentlich größer wäre. Klingt hart, ist aber so.
        Okay, zu meinen Kernproblem in wenigen Sätzen, anhand exakt eines exemplarischen Beispiels:
        Am 10.01.24 veröffentlicht correctiv eine „Recherche“. Der Ursprung der Erkenntnisse ist sehr zweifelhaft und die inhaltliche Aufbereitung ebenfalls, genauso der Zeitpunkt der Veröffentlichung. Schnell wird klar, das die „Erkenntnisse“ weder neu noch skandalös sind. Es geht um Politik im Kleinen, die in Ländern wie Australien und Großbritannien bereits angewandt wird.
        Eine interessierte Öffentlichkeit macht daraus Deportationen, Wannsee Konferenz und vieles zweifelhaftes mehr. Möchten wir Rishi Sunak und Anthony Albanese wirklich unterstellen Nazi Politik zu betreiben?

        Trotzdem folgen die größten Demonstrationen seit langen, es rufen viele Organisationen auf und warnen vor einer Wiederkehr der dunklen Jahre. Wohlgemerkt, ohne jede Untermauerung. Die Grundlage ist geschicktes Framing und offene Täuschung.
        Auf der anderen Seite hatten wir nach dem 07.10.23 große Demonstrationen, die einen neuen Holocaust ziemlich offen forderten. Machen wir uns nichts vor „from the river to the sea“, ist nichts weiter als eine genozidale Parole.
        Die selben Organisationen, die heute zu anti-AFD Demos aufrufen, haben damals beschwichtigt. Schau dir die Organisatoren an, es sind die Selben, die an anderer Stelle Israels Existenzrecht mehr oder weniger offen in Frage stellten oder offene Aufrufe zum Holocaust kleingeredet haben. Es wird instrumentalisiert, was niemals instrumentalisiert werden darf.

        Die Politik nun, sie nutzt dieses Trauerspiel für ein Verbotsverfahren und möchte gleichzeitig Präzedenzfälle schaffen, Einzelpersonen die Grundrechte zu entziehen.
        Dies ist real.

        Ich kann nicht anders lieber Klaus, in diesem Gestrüpp aus Täuschungen steht auf der einen Seite nur die Vermutung, dass hinter dem Geschriebenen und Gesagten noch viel mehr lauern könnte. Unterstellen kann ich aber jeden immer alles, gerade wenn ich eine breite und finanziell gut ausgestattete Medienmaschine habe.
        Auf der anderen Seite aber, haben wir die Sicherheit, dass Grundwerte heute verhandelbar sind Opposition verboten werden soll und die Staatsräson Deutschlands, an der Seite der Juden zu stehen, für Tricks und Instrumentalisierungen missbraucht wird.
        Manchmal tarnt sich die böseste Absicht hinter einer Maske aus höchsten Idealen.

        Deine astrologischen Befunde sind davon nicht in Frage gestellt. Auch Sellners zwielichtige Rolle, da gehe ich überall mit. Die Geister der Vergangenheit spielen eine große Rolle.
        Nur wiederholt sich die Geschichte eben selten 1:1, es ist eher ein Reim.

        1. Dank für deine differenzierenden Beiträge – veranlasst mich, manches neu zu durchdenken. Doch grundsätzlich bleibe ich bei meiner Einschätzung. – Zu bedauern ist, dass Du Dich nicht auf die astrologischen Themen eingelassen hast – was nun nicht als Vorwurf zu verstehen ist. Es ging ja primär um Sellner – nicht um die AfD als Ganze – die allerdings verdeckt mit dem Genannten liiert ist. Es hat da keinen Zweck, dies in Abrede zu stellen, die Fakten sind da nur allzu prägnant. Grüße, Klaus

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