Wassermannzeitalter cont.

Es mangelt nicht an Epochenhoroskopen: die der Großen Konjunktionen, der Oktilogramme, beruhend auf den 60er-Rhythmen, die derjenigen auf der Basis des Neun Sterne-Systems… Das nachfolgende Horoskop ist nicht als epochenübergreifendes Bild zu verstehen. Gleichwohl zeigen sich in ihm wesentliche Inhalte dessen, was gemeinhin mit dem Thema Wassermann-Zeitalter verbunden wird. Es handelt sich – naheliegenderweise – um das Wassermann-Oktilogramm des Jahres 1781, Berlin, (siehe die Ausführungen dazu im vergangenen Beitrag).

Wir haben hier Merkur in Konjunktion mit Pluto im Wassermann: die Massierung des Mentalen, die intensive Entwicklung von Denken und Sprache, nach Ebertin auch die Suggestion – wo ich selbst bei einer solchen eher die Verbindung mit Neptun im Focus hätte. Doch ist diese durch das exakte Trigon Plutos zu Neptun gegeben. Wir haben hier in den Luftzeichen (Aufklärung!) das bekannte Große Trigon gegeben (MO trig.NE trig. ME.PL) – was von der Tradition ambivalent gesehen wird, da es einen Hang zum laisser faire mit auf den Weg geben kann. Schon bald, 2025/26, wird Pluto seine Radixposition erreichen – und gewiss wird es zu weitreichenden rückschauenden wie nach vorne blickenden Sichtungen der mentalen Konzepte, Begrifflichkeiten und natürlich der digitalisierten Medienwelten kommen. Man wird wohl annehmen dürfen, ohne sich aufs Prognostische zu verlegen, dass mit einer weiteren Totalisierung mentaler Techniken und Programmatik zu rechnen sein wird. („The medium is the message“-das Wort Marshall MCLuhans hat nichts an Verlässlichkeit eingebüßt.). Die Pluto-Pluto-Opposition im Horoskop von 1781 stellte sich ein 1941-1942, als der Zweite Weltkrieg seinem Höhepunkt entgegenging – und als Goebbels seine Propagandastrategie ins Extrem trieb („Wollt ihr den totalen Krieg?“). Da in der direkten Halbsumme gegeben ist ME.PL=MO/NE, ist die mental-mediale Versuchung wohl dauerhaft angelegt. Das Horoskop sollte wohl seines Allgemeinbezuges halber primär auf lokalübergreifender Basis gesehen werden. Doch fällt ins Auge, dass es deutliche Auslösungen auch bei lokalem Bezug gibt: Zu Beginn des II. WK stand die hier so wichtige Pl.ME-Konjunktion im Sonnenbogen auf dem IC des für Berlin berechneten Horoskops. Und auch dies legt es nahe, den Achsenbezug des lokal spezifizierten Horoskops in Rechnung zu stellen: Im April 1933 stand die Sonne in exakter Konjunktion mit Uranus präzise auf dem (Berliner) AC – exakt zu einem Zeitpunkt, ab dem die Hoffnung auf Umkehrung der verhängnisvollen Entwicklung schwand. Das Horoskop scheint vor allem auch Überwertigkeiten, Grenzsituationen uranischer Natur anzuzeigen. Der Grenzfall, die Überwertigkeit wird erreicht, wenn Uranus seine Massierung durch Pluto erfährt – so geschehen im Verlauf der Französischen Revolution, so geschehen in der Konjunktionen der beiden 1851 und in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts, wobei die letztgenannte Konjunktion einen bis in die Gegenwart hineinreichenden Emanzipationsprozess von denkbar ambivalenter Natur erzwang. Und ähnlich auch das Wirken des wenige Jahre zurückliegenden Quadrates der beiden. Es kann da nicht überraschen, stellt man fest, dass die Deklinationswerte beider Planeten im obigen Horoskop out of bounds– Werte haben (out of bounds: gegeben dann, wenn der Deklinationswert eines Planeten über den Wert der Ekliptikschiefe hinausgeht). Out of bounds: Ein Planet, der sich dort befindet, gewinnt an Souveränität, büßt indessen ein an Fähigkeit und Bereitschaft der Integration, agiert gewissermaßen in zentrifugaler Weise.

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