Langlebigkeit

Dem Thema „Lebenslänge“ (engl. „longevity“) geht man in der westlichen Astrologie eher aus dem Weg. Die Gründe sind so bekannt wie sie mehrheitlich auch plausibel sind. „Mors certa – hora incerta“ – heißt es nach wie vor. Wer praktizierender Astrologe und Mitgleid des DAV ist, verplichtet sich, keinerlei Todesprognosen zu geben. Nun ist es das Eine, einen Todeszeitpunkt mehr oder weniger präzise zu bestimmen, das Andere ist es, begründete Vermutungen über die zu erwartende Lebenslänge anzustellen. In der indisch-vedischen Astrologie gibt man sich da unbefangener, es finden sich hier kaum ethisch begründete Tabus. Wie aber kaum anders zu erwarten: Die nähere Betrachtung zeigt, dass es in der vedischen Astrologie keineswegs durchweg übereinstimmende Ansichten gibt – was wenig überraschen wird (und manchem nur recht sein wird). Zudem: Es gibt ja keine objektive Bestimmung dessen, was ein langes Leben ist. Vor einem halben Jahrhundert noch erreichten die meisten Männer kaum das achtzigste Lebensjahr – heute ist dies die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland. Grundsätzlich einig ist man sich wohl nur mit Blick auf den AC und dessen Herrscher, auf Sonne und Mond – und vor allem auf Saturn und den Herrscher des achten Hauses.

Hier das Horoskop Ernst Jüngers. Der Autor wurde fast 103 Jahre alt. Der Mond ist AC-Regent, und er befindet sich in seinem Zeichen der Erhöhung. Doch auch die Sonne, der zentrale Lebensantrieb, befindet sich in der Erhöhung, zudem im zehnten Haus in der Nähe des MCs. Ins Auge fällt Saturn, hier Spannungsherrscher (unter den klassischen Planeten) – was m.E. grundsätzlich zur Stärkung beitragen dürfte. Und geht es um das Thema der zu erwartenden Lebensdauer, dann wird die hier gegebene Rückläufigkeit Saturns positiv zu werten sein. Vor allem aber: Dieser Saturn ist Herrscher über das achte Haus – was, folgt man der vedischen Linie, für sich allein kein Garant auf ein langes Leben darstellt, aber die Wahrscheinlichkeit darauf signifikant stärken soll. Jünger blieben seelische Krisen, gar echte Depressionen, nicht erspart. Doch die hier wohl wirksame Opposition von Mond und Saturn, konnte sich nicht nachteilig auf die Lebensdauer auswirken, da ein Saturn in einem Eckhaus vom Mond aus gesehen (hier das siebte Haus vom Mond) eine zusätzliche Stärkung erfährt.

Obenstehend das Horoskop Rainer Werner Fassbinders, der im 37. Lebensjahr starb (zur Zeit des zweiten Mondknotenrücklaufs). Auch hier der weiter oben beschriebene Blick auf die „Lichter“, AC-Regent, Haus acht und Saturn. Der (klassische) AC-Regent steht zwar in einem Kardinalhaus (günstig), jedoch im Exil, allerdings aufgewertet dadurch, dass er in seinen „Grenzen“ steht. Die Sonne befindet sich im System der Ganzzeichenhäuser ebenfalls in einem Kardinalhaus, ist jedoch peregrin. Der Mond und Saturn befinden sich beide im Exil, da aber eine gegenseitige Rezeption vorliegt, wird dies zumindest in Teilen aufgewogen sein, zudem steht der Mond in der Triplizität und in der Sektion (als Nachtplanet in einem Nachthoroskop über dem Horizont). Bleibt (u.a.) noch der Blick auf das achte Haus. Dessen Herrscher steht ebenfalls im Exil, auch dürfte mit Blick aufs Thema „Lebenslänge“ der Neptun in den GZH im achten Haus eher nachteilige Wirkungen gezeigt haben.

Die beiden Beispiele haben natürlich keinen Beweischarakter, da wären umfangreichere Untersuchungen nötig.

Fassbinder hatte ein vergleichsweise kurzes Leben – aber ein überaus produktives, darin vergleichbar dem ebenfalls mit 36 Jahren verstorbenen Mozart. M.a.W.: Die Lebensdauer als solche ist natürlich kein absoluter Wert.

Marine Le Pen

Die Uhrzeit ist gesichert: die möglicherweise künftige Staatspräsidentin. Während in den meisten Ländern Europas der Trend zur Mitte wieder zunimmt, scheint dies in Frankreich nicht der Fall zu sein – jedenfalls sprechen derzeitige Umfragen für Le Pen. Das Horoskop soll hier vornehmlich auf der Basis der Ganzzeichenhäuser gesehen werden – auch wenn im Bild die GOH- Häuser eingetragen worden sind. Ein derart exponierter Saturn will auf den Punkt gebracht werden. Er steht hier im Fall – im Widder. „Im Fall“ gilt gemeinhin als „Schwächung“ – was aber eben nicht einen Verlust an energetischer Selbstbehauptung des Planeten mit sich bringen muss. Auch der Dispositor des Saturn, Mars, steht hier im Fall. Folgt man der vedisch-indischen wie auch hellenistischen Sicht, dann ist der Fall des Saturn in diesem Horoskop zu relativieren: Saturn steht in einem Kardinalhaus, er steht in der Sektion (als Tagesplanet in einem Tageshoroskop über dem Horizont, zudem steht er auch im Navamsa (Neunerteilung) im selben Zeichen. Ein Fall aber kann nie ganz aufgehoben werden, es wird sich immer ein problematisches Element in der Aktualisierung des Planeten zeigen. Das Auftreten hier ist klar konturiert, neigt aber zu Schroffheit, zu Taktlosigkeit. Da hier ein Waage-AC gegeben ist und der Saturn im siebten Haus steht: Strenge im Denken, Widerständen wird mit aggressiver Resolutheit begegnet. Hier zeigt sich unnachgiebige Härte – und sie beruht auf einem rigiden Verständnis von Vergangenheit und national definierter Tradition. Dies ist hier in doppelter Weise mitangelegt, denn Saturn steht (GZH) im vierten Haus vom Mond aus gesehen. (Die Sicht aus der Perspektives des Mondes ist in der indisch-vedischen Astrologie ein wichtiger Bestandteil der Deutung.) Zu beachten ist dabei, dass der Mond in den GZH im vierten Haus steht. Le Pen ist eine scharfe Kritikerin der EU. Unklar ist, ob sie einen „Frexit“ riskieren würde. Als Präsidentin jedenfalls würde sie der EU mit harter Entschiedenheit entgegentreten. Flexibilität gehört nicht zu den stärken Le Pens, die starke Bindung an Konvention und dogmatischer Norm (Steinbock-Mond!) steht dem entgegen. Der Mond steht (siderisch) im Nakshatra Mula: Radikalität (in wörtlicher Hinsicht: „Mula“ bedeutet „Wurzel“), hier wird jedem als faul empfundenen Kompromiss eine scharfe Absage erteilt. -Was in der Sicht von außen oft übersehen wird: In Frankreich ist die konservative „bourgeoise“ Tradition stärker als in Deutschland begründet, auch ist unterschwellig nach wie vor eine Neigung zur royalen Präsentation gegeben. Le Pen könnte beidem Nahrung geben .

Die chaldäische Reihe: Siebenerschritte

Über die chaldäische Reihe habe ich einen relativ umfangreichen Text verfasst, abrufbar im Forum „Astrologie eu“, dort im Sub-Forum „Materialien“ auffindbar. Das Folgende geht zumindest in Teilen auf AbuMashar zurück. Ganz sicher bin ich mir da nicht, möglicherweise liegen die Ursprünge woanders, möglicherweise aber ist es in dieser Form erst hier entstanden (wäre dankbar, sollte da jemand Näheres wissen und mitteilen).

Zur Erinnerung die chaldäische Reihe:

SA – JU – MA – SO – VE – ME – MO

Man verfährt wie folgt: Die ersten sieben Jahre werden bestimmt vom Regenten des ACs und der mit ihm verbundenen Themen. Ist dies z.B. ein Zwilling, so ist da der Merkur bestimmend, mit ihm auch das von ihm auch beherrschte Zeichen der Jungfrau. In der chaldäischen Ordnung folgt dem Merkur der Mond. In diesem Fall würde der Mond die Zeit von 7 bis 14 prägen – also auch das Zeichen Krebs, auch das was dort möglicherweise an Planeten gegeben ist. Das dritte Jahrsiebt wäre regiert vom Saturn. Etc. Nach 49 Jahren ist der erste Durchlauf abgeschlossen.

Auch innerhalb eines solchen Jahrsiebtes wird die chaldäische Reihe durchlaufen, hier beginnend mit dem jeweiligen Phasenregenten. Ist dies z.B. der MA, dann wäre das erste Jahr dieses Jahrsiebtes der MA selbst – es wäre gegeben MA-MA. Dann würde die SO folgen, kurz MA-SO. Die SO wäre hier dem MA untergeordnet, zu prüfen wäre auch, in welchem Verhältnis die beiden im Horoskop stehen. Dann käme MA-VE – etc.

Dazu ein Beispiel: J.Goebbels, Hitlers Minister für „Propaganda und Volksaufklärung“. Über die Kindheit und Jugend Goebbels‘ ist wenig bekannt. U.a. ist erwähnenswert, dass er im Alter von 4 Jahren an einer Knochenmarksentzündung erkrankte, die zur Ausbildung eines Klumpfußes führte. In jenem Jahr war SO-ME gegeben. Beide stehen im Skorpion, und die plutonische Fesselung des ME dürfte die lebenslang gegebene Einschränkung der Mobilität verursacht haben. Auch das exakte Quadrat auf die Mondknotenachse dürfte hier eine Rolle gespielt haben. – Die Biographien betonen, dass mit dem Jahr 1918 – Erfahrung der Niederlage – eine tiefreifende Zäsur einsetzte. In diesem Jahr setzte das Jahrsiebt des Mondes ein. Der Mond ist wenig günstig gestellt: Er steht im Exil, er herrscht über das 12. Haus und wirkt ins 6. hinein. Die Stärke eines Steinbock-Mondes ist die Konsequenz, mit der man sich in den Dienst einer Aufgabe stellt, in diesem Falle ging es auch um die Selbstverpflichtung an eine soziale Struktur bzw. um die Mitarbeit bei der Schaffung einer solchen. Zunächst war Goebbels partiell links- sozialistischen Zielen zugeneigt, wenige Jahre später erfolgte die Hinwendung zu national-sozialistischen Inhalten. Es kam zu einer tiefgreifenden weltanschaulichen Krise – siehe den Regenten des Mondes auf dem ersten (kritischen) Grad des Schützen. Der katholisch erzogene Goebbels wendet sich ab vom Christentum, suchte neuen Enthusiasmus (MO im Quadrat zu JU).

Eine gewisse Stabilisierung erbrachte der April 1922 – unter MO-MA: MA ist der MC-Regent und steht stark in einem Kardinalhaus im Domizil. Im Frühjahr 1922 erlangt Goebbels den Doktor-Grad, mit dem er sich zeitlebens ansprechen ließ. Herbst 1924 – MO-VE: Goebbels wird leitender Redakteur eines nationallistischen Kampfblattes. Auch dies ist stimmig: Die VE steht im Domizil im dritten Haus im applikativen Trigon zu Pluto. Es ist bezeichnend, dass Goebbels im Frühjahr 1925 der soeben neugegründeten NSDAP beitrat – unter MO-ME. Von Anfang an sieht Goebbels seine Aufgabe im weltanschaulich bestimmten propagandistischen Feld. Goebbels wird Redner und Agitator in einem. – Nur wenige Tage nach Wirksamwerden des SA-Jahrsiebtes (Herbst 1925) trifft er Hitler. Zum SA im Schützen sei kurz Th. Ring zitiert: „Impulsivität, die zu Einseitigkeit neigt und daher leicht zum Fanatismus wird oder zu bedrückungen führt…; Bedürfnis nach Achtung und Vertrauen, Ehrgeiz, oft Unduldsamkeit, Satarrsinn und Widerspruchsgeist…“ (Th:Ring: „Frühe astrologische Schriften“). -Einige Monate „ringt“ Goebbels mit sich selbst, einige der Gedanken Hitlers empfindet er zunächst als Zumutung, erst im Folgejahr erliegt er gänzlich dem Zugriff des „Führers“. -Kurz vor der Machtergreifung, im Herbst 1932, beginnt das JU-Jahrsiebt, und nun ist die Stellung als führender Propagandist des Reiches auf Dauer gesichert. Das dritte Haus gilt als „funktional-neutral“, aber hier wird JU wirksam als Herrscher über Haus 8, er bringt festgegründete Leitsätze zum Ausdruck. 1939, mit Kriegsbeginn, setzt das MA-Jahrsiebt ein – mit dem Dispositor über ME und SO, im Quadrat auf die AC/DC-Achse. Den schaurigen Höhepunkt der Goebbelschen Rhetorik stellt der 18.02.1943 dar, der Tag der Proklamation des „totalen Krieges“ – im Jahr der MA-ME-Regentschaft. Goebbels‘ AC steht auf dem SA Hitlers, sein MA im Quadrat dazu. Den Entschluss zum Krieg fasste Hitler allein, doch es war sein Propagandaminister, der ihn bedrängte, den Kriegseinsatz ins Totale zu treiben. – Das Ende, Suizid am 01.05.1945, kam unter MA-SA.

Noch einmnal : 2022

Ich führe fort, was im Beitrag vom 22.05.2020 zum Thema „2022“ geschrieben wurde.

2022 wird sein ein Jahr der Fünf. Das Jahr der Fünf ist grundsätzlich ein Jahr, in dem sich eine Ordnung, eine Hierarchie, ein System, eine Struktur Gefährdungen ausgesetzt sieht. Jahre der Fünf: 1905, 1914, 1923, 1932, 1941, 1950… Zu beachten dabei ist, dass der Wirkungsraum hier jeweils (ca.) am 4. Februar einsetzt. D.h. die ersten Wochen eines Jahres unterliegen dem gleichen Einfluss wie die vergangenen Monate des kalendarischen Vorjahres. Dies bedeutet natürlich nicht etwa, dass ein in einem Jahr der Fünf Geborener ein „Gefährder“ wäre. Wohl aber ist in diesem Fall meist ein Sinn für die Fragilität von Ordnungen und Strukturen angelegt. Ein gutes Beispiel hier ist Bismarck (geboren im Fünferjahr 1815): Nach der Reichsgründung war sein ganzes Bemühen auf die Sicherung des europäischen Gleichgewichts gerichtet (siehe das Bismarcksche Bündnissystem). Auch die von ihm geschaffene Sozialordnung – die erste weltweit – wurde bestimmt von der Sorge um den Verlust der „Mitte“ aufgrund sozialistischer „Umtriebe“. Man findet unter „Fünfern“ nicht selten eine Anlage zum Kontrollzwang, der hier und dort auch eine kritische Grenze überschreiten kann.

Unnötig zu sagen, dass natürlich nicht jedes Fünferjahr eine Katastrophe mit sich bringt. Dennoch zeigt der Blick auf vergangene Jahre der Fünf, dass hier auffällig häufig eine Schieflage entsteht, die am Ende gar mit einem vollständigen Kontrollverlust einhergehen kann. Um zu den eingangs genannten Jahren zurückzukehren: 1905 war das Jahr der ersten russischen Revolution und des russisch-japanischen Kriegs. Beides hatte weitreichende Folgen für die internationale Ordnung. Ohne das Jahr 1905 (und die damit verbundene falsche Politik des Zaren) wäre es nicht zur Oktoberrevolution 12 Jahre später gekommen. 1905 war das Jahr der Malerei des Expressionismus, der auf seine Weise Umsturz bedeutete und der seinerseits auf die Brüchigkeit der bis dahin für sicher gehaltenen Ordnungen verwies. Und Einsteins erste Publikation zur Relativitätstheorie läutete in jenem Jahr das Ende des klassischen physikalischen Weltbildes ein. 1914 – der Ausbruch des I.Weltkrieges, der „Urkatastrophe“ des 20. Jahrhunderts. 1923: in Deutschland Höhepunkt der Inflation, die die junge Republik an den Rand des Scheiterns führte. 1932: die Republik im Zustand der Agonie – der Machtwechsel im Januar 1933 fiel noch in die Geltungsdauer dieses Fünferjahres. 1941: der bis dahin europäische Krieg weitet sich aus zum Weltkrieg. 1950: der Korea-Krieg erbringt den ersten Höhepunkt des Kalten Krieges, weltweit herrscht die Angst vor einem Krieg der Supermächte USA – UdSSR. 1959 – ein wenig spektakuläres Jahr, doch der Umsturz Fidel Castros in Kuba wird nur wenige Jahre später die Welt an den Rand eines Atomkrieges führen. 1968 – die weltweite Protestwelle der jungen Generation (u.a. Pariser Maiunruhen), 1977: der „deutsche Herbst“, 1986: Tschernobyl, mit weitreichenden Folgen, spezifisch für die Sowjetunion, deren Untergang durch die Nuklearkatastrophe eingeleitet wurde. 1995: das Massaker von Sebrenica – die noch wenige Jahre zuvor für so sicher gehaltene neue europäische Ordnung offenbart ihre Verwundbarkeit. 2004: mit dem schweren Tsunami im Dezember des Jahres erweist sich sich die Fragilität selbst überdimensionaler Räume, auch zeigt sich kollektiv die Gefahr, die von Störungen der ökologischen und klimatischen Ordnungen ausgeht. Das Jahr 2013 erscheint weniger dramatisch – doch auch hier zeigen sich Risse im globalen Gefüge: der „Arabische Frühling“ scheitert, der Konflikt in Syrien weitet sich zum Bürgerkrieg aus. Es ist das Jahr des Whistleblowers Snowden, und es ist das Jahr des Rücktritts eines Papstes inmitten der Krise seiner Kirche.

Das Jahr 2022 wird ein Jahr europäischer, wohl auch globaler Instabilitäten werden, da hier zwei wichtige Rhythmen konvergieren. Zum einen der u.a. von Rudolf Steiner mehrfach beschriebene 33er Rhythmus, welcher in der Geschichte unschwer nachzuweisen ist. Zwischen dem Berliner Mauerfall und dam Jahr 2022 liegen 33 Jahre. Gehen wir von 1989 33 Jahre zurück, so gelangen wir in das Krisenjahr 1956: das Jahr der Suez-Krise (welches das definitive Ende des britischen Empires erzwang), gleichzeitig kam es zu dem vom sowjetischen Militär niedergeschlagenen Ungarnaufstand. – Das Jahr 1938 erbrachte den „Anschluss“ Österreichs an das Hitler-Reich sowie die sog. Sudetenkrise. Uranus befand sich damals in der Mitte des Stieres und überlief die für die Geschichte Deutschlands so elementare Achse 17 Grad Stier-Skorpion. 2022, 84 Jahre später, wird Uranus wieder dort stehen – und allein dieses Faktum rückt Deutschland schon jetzt in den Fokus der Wahrnehmung. – Dem wäre in einem weiteren Beitrag nachzugehen.

Biden – aus der Sicht der „Neun Sterne“

Manchmal erbringt gerade die Vereinfachung die ersten Konturen. Dies gilt auch – gerade auch – bei Personen mundaner Bedeutung. Hier die Vereinfachung gegeben durch das Neun-Sterne-Ki. Biden wurde geboren in einem Jahr der 4 und in einem Monat 8 – oder mit Blick auf die Trigramme: Jahr Sun, Monat Gen (nach der Wilhelmschen Transkription). Die 4: Die tradierten Bilder verweisen immer auf das Generalthema: das „Sanfte“. Sun ist der eindringende Wind – mal diese, mal jene Richtung einschlagend. Mal rückt dieses, mal jenes in den Fokus – die dauerhafte Konzentration auf ein einziges Thema ist nicht Sache der 4. Denn: Ein jedes Thema mag hier in den Fokus geraten. Was für einen Politiker nicht eine Hypothek erbringen muss. Hier wird viel nachgedacht, auch scharfsinnig erwogen. Der 4er ist Generalist, er absorbiert reichlich Fakten und Untertöne – läuft indessen Gefahr, durch den Eindruck der vielen Details paralysiert zu werden. Im kritischen Fall ist er oder sie gar entscheidungsunfähig, da grundsätzlich ein zögerliches Moment mit auf den Weg gegeben ist. Sieht der 4er sich mit allzuviel an Themen oder gar Problemen konfrontiert, dann droht Konfusion, auch Ängstlichkeit. Er gleicht einem offenen Feld, auf das die Vielzahl der Eindrücke herabregnet. Droht dem 4er ein erhebliches Maß an Stress, dann zeigt sich das Problem, den Herausforderungen wirksam ad hoc begegnen zu können. Infolgedessen unterliegt der 4er dem Versuch, das heute an Entscheidungen Fällige, sofern es ein wirklich elemetares ist, auf ein späteres Datum zu verschieben. M..W.: das richtige Timing ist ein Dauerthema für den 4er. Oft wird die Entscheidung immer wieder aufs Finale hin verlegt. – Der 4er lebt im Zustand der Symbiose mit der Umwelt. Der Preis ist, dass eben diese Verschmelzung die objektiv-kritische Sichtung der Umgebung erschweren wird.

Sieht sich, wie bei Biden gegeben, der mit einem Monatsbild der 8 Geprägte 4er mit allzu massiven Herausforderungen konfrontiert, dann lockt die Versuchung des Sichentziehens: Abschließung, Rückzug. Aber eben dann „kreist der Berg“ (Gen: der Berg), und unvermittelt, nicht selten allzu impulsiv zeigt sich, überraschend für die Umgebung oder gar die gesamte Nation, die schlagartig getroffene Entscheidung, die aber, da in diesem Moment wenig durchdacht, problematische Entwicklungen, auch Trennungen erbringen kann.

Deutsche Politiker mal statistisch

Das berühmte Churchill-Zitat, die Statistik betreffend, soll gar nicht erst berufen werden (stammt übrigens gar nicht von diesem selbst…). Aber Statistik kann interessanter sein, als mancher glaubt (übrigens lohnt eine nähere Kenntnis spezifisch der Sozialstatistik, um Pseudostatistiken gegenüber gewappnet zu sein. Es gibt deren überreichlich, meist beruhend auf falschen Korrelationen.

Es mag ein wenig trivial anmuten, dennoch glaube ich, der Blick auf die elementaren astrologischen Themen der deutschen Kanzler (pardon: auch Kanzlerin) und Bundespräsidenten erbringt recht klare Orientierungen. Dabei verwendet: a) das Sonnenzeichen b) der Jahresregent c) das chinesische Jahrestier . Es hätten noch mehr sein können, aber für unsere Zwecke genügt dies.

Es gab bislang 7 Kanzler und eine Kanzlerin. Und es gab bislang 11 Bundespräsidenten. Also 19 Persönlichkeiten. Der Blick auf die Tierkreiszeichen : 4 mal Steinbock, 4 mal Widder, 3 mal Wassermann, 3 mal Krebs, 2 mal Schütze, je einmal Waage, Zwillinge, Fische. Oder anders: 12 mal (von 19) ein Kardinalzeichen – was ohne Frage sehr signifikant ist. Interessant ist, dass sich analoge Ergebnisse zeigen, wenn ich die Daten der US-Präsidenten zur Hand nehme. Zum Parallelbefund der planetaren Jahresherrscher: 5 mal Mars, 4 mal Venus, 3 mal Saturn, 2 mal Jupiter, 2 mal Sonne, 2 mal Mond, einmal Merkur Auffällig: Drei der vier Jahre, in denen die Venus regiert, waren die von Bundespräsidenten (darunter der gegenwärtige) – was sicher damit zu tun hat, dass der Bundespräsident den Anspruch einzulösen hat, ein Mann des verbindlichen Ausgleichs zu sein (bislang gab es keine Bundespräsidentin). Auffällig auch, dass der „weiche“ Mond sich nur bei den Präsidenten findet, vor allem auch, dqss alle vier Schafe (auch Ziege genannt) Präsidenten waren: Heuss, Scheel, Köhler und der jetzige, Steinmeier. Vom Schaf heißt es, es sei sanft, empathisch und musisch. Von einem Präsidenten erwartet man eben diese Qualitäten, gewiss keine Polarisierung.

Zu den chinesischen Jahrestieren: 5 mal Pferd (davon 3 mal Kanzler/in – zu ihnen zählt A.Merkel) – was ohne Frage hochsignifikant sein dürfte , 4 mal Schaf/Ziege, 3 mal Schwein, 2 mal Affe, 1 mal Hahn, 1 Drache, 1 Büffel/Ochse, 1 Tiger, 1 Hase. Zum Pferd: Das Deutsche Reich wurde gegründet in einem Jahr des Pferdes, der dritte (und letzte) der Kaiser, Wilhelm II., wurde in einem Pferdejahr geboren. Auch der „Kanzler der Einheit“, H.Kohl war ein Pferd.

Nachdem A.Laschet nun zum CDU-Bundesvorsitzenden gewählt wurde, steht die „Kanzlerfrage“ im Raum, wobei man annimmt, dass trotz der Konkurrenz der Grünen der kommende Kanzler ein Mann der CDU/CSU sein wird. Womit nach Stand der Dinge A.Laschet (18.02.1961) oder M.Söder (05.01,1967) gemeint sind. Laschet: Wassermann, Jahrestier Büffel (auch Ochse genannt), Jahresregent Sonne. Söder – zu beachten ist, dass Jahrestier und Jahresregent, da Söder vor dem 4.2. geboren wurde, noch die des Jahres 1966 sind: Steinbock (wie Adenauer an einem 5.1. geboren), Pferd, Jupiter. Laschet ist diesen Prägungen zufolge eher ein Mann des konservativen Progressismus mit royaler Färbung. Söder ist handlungsstark-dynamisch (so jedenfalls die öffentliche Wahrnehmung) – die Wandlungsphase des Pferdes ist Feuer, das Jahr 1966 (bis 4.2.’67) war aus chinesischer Sicht ein Jahr des Feuers – und der Jupiter regiert neben den Fischen das Feuerzeichen Schützen.

Interessant ist der Blick auf die früheren Pferde – u.a. das Deutsche Reich: Metall-Pferd – kein Wunder, dass sich alsbald ein industrieller Leistungsergeiz entwickelte, der zum einen ein stetes ökonomisches Prosperieren zur Folge hatte, zum anderen aber eine preußisch-kühle Effizienz mit sich brachte, die übers Ökonomische hinaus wirken sollte („Vorsprung durch Technik“…), dies nicht immer zum guten, am ende zum Unheilvollen hin. H.Schmidt: Erd-Pferd – ein Zug ins Nüchterne, natürlich in Verbindung mit der Sonne im Steinbock („Wer Visionen hat, sollte den Arzt aufsuchen“). Kohl: wiederum Metall-Pferd – kein „Technik-Freak“, aber „metallisch“ insofern, als der anfangs Verspottete („Birne“) in den Schicksalsjahren 1989/90 selbst einen Rudolf Augstein ins Staunen versetzte, als er eine souveräne strategische Effizienz zeigte, die man ihm nicht zugetraut hatte. Ein Feuer-Pferd an prominenter Stelle in der deutschen Politik (Präsident oder Kanzler) hat es bislang nicht gegeben, Söder wäre echtes Novum. Er stünde für ein entschlossenes, auch gewagtes, wenn nicht gar halsbrecherisches Agieren. Ein Kanzler Laschet würde eher einen Kurs einschlagen, welcher den sozialpolitischen Traditionen seiner Partei verpflichtet bliebe.

Da mag ein jeder für sich entscheiden, wessen Prägung die besseren Chancen auf die Wahl zum Kanzler einräumen wird…

Mahabote: Trump

Im APZ-Forum unter „Materialien“ zu finden: nähere Ausführungen zum birmesischen System des Mahabote (siehe dort das Inhaltsverzeichnis). Das System des Mahabote ist „einfach“ was nicht gleichbedeutend mit „simpel“ sein muss. Oft stellt es eine große Hilfe dar, wenn ich zum Verständnis des Kerns einer Person und ihrer primären Verhaltensformen gelangen will.

Hier sollen nur erste Hinweise gegeben werden. Wir finden bei Trump den Tagesregenten VE im Haus der „Impermanenzen“, der Unstetigkeiten – was auch auf problematische Diskontinierlichkeiten im Leben hinweisen kann. Unstetigkeiten finden sich reichlich im Leben Trumps – dies betrifft sein Privatleben, das Berufsfeld wie auch seine Präsidentschaft gleichermaßen. Man denke an die bekannten abrupten Brüche, an das unvermittelt immer wieder aufbrechende „Hire and fire“-Thema. Wie im genannten Text näher begründet, kann das System des Mahabote auch begriffen werden als ein Gebäude mit drei Etagen. Das „Souterrain“ – um im Bild zu bleiben -, hier besetzt durch MO, VE und SA, ist der Bereich, welcher, da in Teilen nicht wirklich bewusst, nur bedingt steuerbar ist. Im Zentrum des „Gebäudes“, dem Haus des „Reichtums“, sehen wir die SO. Um aus dem genannten Text zu zitieren: „Das wird in der Regel nicht der Reichtum an Geld sein (oder an sonstigen materiellen Ressourcen) – wenngleich dies zuweilen der Fall sein kann. Dieses Haus zeigt das an, was mir ein besonderes Maß an Zufriedenheit bereiten kann – was natürlich auch ein gesicherter Wohlstand sein mag. Wir befinden uns hier im Zentrum des Charts, gewissermaßen in dessen Wohnzimmer … Hier finden sich auch die höheren Ziele, die angestrebt und realisiert werden können. Somit kann hier auch die Berufung sich zeigen, der generelle ‚Lebensinhalt‘. Es ist auch der Grundtenor des ‚Jahres‘ – dies ist das Haus des Jahres, des Zentrums. (Der Planet hier ist jedoch nicht zu verwechseln mit dem planetaren Jahresregenten – wenngleich hier in beiden Fällen derselbe Planet gegeben sein mag.)“ Wir haben es dort mit dem Bereich zu tun, in dem ich ein Maximum an Zufriedenheit finden kann (wiewohl nicht zwingend finden werde!). Im besseren Fall bilden hier bei Trump Autorität und Souveränität den ruhenden Pol, im kritischen Fall zeigt sich Selbstbezug oder gar Selbstherrlichkeit. – Im sog. Haus des Ruhms findet sich JU. Dieses Haus hat viel zu tun mit dem Image, das ich abgebe, das bewusst kultivierte oder auch das von außen geförderte (beides kann natürlich zusammenfinden) : Expansion als Lebensoptimum oder auch als Teil der öffentlichen Präsentation: „Make America great again!“. Hier reichen sich SO und JU die Hände, im System des Mahabote sind sie essentielle Freunde. Es wird deutlich, dass Trump wenig Anlass sah, den potentiellen Dissenz von „Image“ und „Selbst“ wahrzunehmen. – Im siebten Haus – hier von MA belegt – sind wir angelangt beim Thema „Leadership“ – alternativ ‚Haus der Talente‘. Es gilt als das Haus, das die stärkste Motivation erbringen kann. Ebenfalls sind hier die stärksten Potentiale, eben „Talente“ mit auf den Weg gegeben. Nun aber sind SO und MA Feinde – und eben dies dürfte das eigentliche Verhängnis Trumps gewesen sein. Der buchstäblich „elevierte“ MA heizt die zentral stehende SO auf, befördert damit ihre genannten problematischen exzentrischen Selbstäußerungen.

Der unvoreingenommene Leser wird vermerken, dass hier bei aller vermeintlichen Simplizität der Blick auf die wesentlichen Konturen eröffnet wird. Hier gibt es noch wesentlich mehr zu entdecken, z.B. was den MO im Haus der „Extreme“ angeht – Prinzip „all or nothing“ (pendelnd zwischen 0% und 100%), auch was angeht, besser wohl anging den Bezug zum „Volk“, das hier in Teilen emotionalisiert wurde. – Nur ein Wort noch zum SA im Haus der „Störung“: Das ist die Region, die sich oft angstbesetzt zeigt. Man mag da auch die offenkundige Verachtung sehen, die Trump den tradierten Institutionen entgegen brachte – kulminierend in den Geschehnissen vom 06.01.2021. Der vermutlich größte Irrtum, der das Land in die Falle gelockt hatte: Trump ist/war kein Konservativer, da gab es ein verhängnisvolles Missverständnis. Wäre er ein solcher gewesen, hätte er den staatlichen Institutionen – so auch dem Kongresss – mehr an Respekt entgegengebracht. Trump war einer der „Unzeitgemäßen“, wie sie sich in Zeiten allgemeiner Verunsicherung einzustellen pflegen. Jemand, der nach eigenem Gutdünken die tradierten Standards mal nutzte, mal über den Haufen warf – aber wohl eben daraus einen Gutteil seines Appeals zu beziehen wusste.

Lunares Zeitalter?

Es wurde reichlich geschrieben über die jüngste Große Konjunktion – sie dürfte derweil so allgemein bekannt sein, dass ich mir hier die Graphik ersparen kann – sofern nicht: sie ist mühelos im Netz abrufbar. Was indessen weitgehend unbeachtet blieb: die starke lunare Prägung der Konjunktion: fällig geworden in einem Jahr des Mondes, an einem Tag des Mondes, in einer Stunde des Mondes – Letzteres soweit Deutschland, auch die USA betroffen ist. Es ist bedauerlich, dass die Tages-, Stunden- und Tagesregenten weitgehend unbeachtet bleiben, mitunter fehlt es da nicht an fragwürdigen abwertenden Äußerungen: „Trivialastrologie“ – eine in meinen Augen peinliche Fehlleistung (Näheres in meinem Text über die Regenten, abrufbar im APZ-Forum, dort im Sub-Forum „Materialien“).

Alles hängt hier ab von dem, was ich da an Wahrnehmung dessen habe, was „lunar“ bedeutet. Eine eher oberflächliche Wahrnehmung würde da sprechen von einem „romantischen“ Impuls oder dergleichen. Das dürfte zu kurz greifen, das „Romantische“ hat nach dem mehrfachen Aufguss der letzten Jahrzehnte eh seine Unschuld eingebüßt. Es sei denn, es manifestiert sich als Sehnsucht nach der Reinheit des „Ursprünglichen“ – wie es sich u.a. äußert in Gestalt der Klimaschützer (was nun nicht vorschnell als abfällige Äußerung begriffen werden sollte). Die generelle Verschiebung hin zum Lunaren zeigt sich auch – u.a. – auf der Ebene der „Neun Sterne“ : 2018 – 2027 ist da das lunar geprägte Trigramm „Kun“ wirksam – das Trigramm des rein-lunaren Wirkens. In dem Maße, wie sich die Waagschale zum Lunaren neigt, nehmen die Kräfte des Solaren ab. Es ist die Zeit der „Nacht“ – auch die der nächtlichen Gestalten, die da wachgerufen werden. Vor allem auch solche, die sich als Ausdruck der nationalen Seele begreifen. Die Schwäche des Solaren – sprich: die der zentralen Gewalten, ermöglichte das, was in Washington DC am 06. Januar an bis dato für undenkbar Gehaltenen global medial sichtbar werden konnte. Eine der Gestalten, wohl schon vor dem Geschehen des 06.01 2021 keine unbekannte, nun weltweit medial auf den Schirm gebracht, ließ sich in einem Kostüm ablichten, das alle Eignung gehabt hätte, glaubhaft eine genuine Ork-Figur auf die Bühne zu stellen. „Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer“ – zuweilen auch so: „der Traum der Vernunft gebiert Ungeheuer“ – das ist eine sprichwörtlich gewordene Graphik von F.de Goya – wohl einer der hellsichtigsten Maler der letzten Jahrhunderte. Es ist die Stunde Hekates, der Nekromantie, der Bannung durch archaische Gestalten. Wer aber da glaubt, mit dem 06.01.2021, sei der Spuk beendet, dürfte vergebens den Wunsch gegen die Wirklichkeit in Stellung gebracht haben. Hier scheint das Lunare, wie es sich auf der Karte XVIII des Tarot dargestellt sieht, Gestalt anzunehmen. Der wohl tiefgründigste Kommentar der Großen Arcanen, derjenige von Valentin Tomberg, spricht gar von der „Verhexung“ durch das Lunare. Die eingehende Kontemplation dieses Arcanums verdeutlicht die dort angelegten suggestiven Kräfte. Es ist auch der Sog der Vergangenheit und ihrer magischen wie auch pseudomagischen Figuren.

Prinz Harry – Mond/Nakshatra Krittika

Man muss ihn nicht eigens vorstellen, auch derjenige, der wenig Interesse für die royalen Geschicke GBs zeigt, wird wissen, warum der Prinz in den letzten Jahren Schlagzeilen lieferte. Auch hier, wie in einigen der vergangenen Texte, ein Blick aus indisch-vedischer Perspektive, dabei jedoch das Horoskop tropisch berechnet (Ganzzeichenhäuser).

Von einer weitreichenden Erläuterung des Horoskops sei hier abgesehen. In den Fokus genommen werden soll hier vordringlich der Mond: auf ihn fällt neben dem AC eh der Blick, wenn ich die vedische Perspektive einnehme. Er fällt hier schon deswegen ins Auge, weil er ein deutlich exponierter Spannungsherrscher ist. AC, Sonne und Mond in Erdzeichen – dies sollte eigentlich doch auf einen Charakter schließen lassen, der sich den Sicherungen tradierter Werte anvertraut -? . Was erst recht für jemanden gelten sollte, der in einen familiären Verbund hineingeboren wurde, der sich doch wesentlich über die tradierten Werte der hauseigenen royalen Sukzession definiert. Und dennoch kam es hier zu einem Bruch, vergleichbar allein demjenigen in den 30er Jahren (Abdankung Edwards VIII.) „Stimmungston des Hängens am Überdauernden … bewegt sich gerne in gediegenen Verhältnissen und in gleichmäßiger Ordnung…“ – so Th. Ring zum Thema „Mond im Stier“ (Astrologische Menschenkunde, Bd.3, S.173). Immerhin aber gilt hier die direkte Halbsumme MO=UR/PL – „plötzliche Veränderung in der Öffentlichkeit“ heißt es dazu im Witteschen Regelwerk. In den inäqualen Häusersystemen steht dieser Mond im vierten Haus, auf die Zäsur im Familiären verweisend. In den GZH, wie hier gegeben, verweist dies auf den Eros, zumal dieser Mond aus dem siebten Haus kommt. Wiewohl Rahu den Zeichenwechsel eben vollzogen hat, wird man noch die konjunktive Bindung an den Mond annehmen dürfen (zumal der wahre Mondknoten noch in den Stier fällt – in der Abb. ist der mittlere Knoten eingetragen). Dieser Mond, wie auch Rahu) befindet sich im Nakshatra Krittika. Sprachgeschichtlich ist das Wort verwandt mit „kritisch“ – was bereits einen deutlichen Hinweis auf eine der Primärqualitäten dieses Mondhauses gibt. Es lohnt sich, den vielfältigen mythischen Erzählungen nachzugehen, die mit diesem Nakshatra verbunden sind. Die hier waltende Gottheit ist Agni, Gott des verzehrenden Feuers, das Symbol Krittikas ist eine mondförmig gebogene Klinge. Kein Wunder also, dass Krittika zu den „scharfen“ Mondhäusern gezählt wird. Spätestens dort, wo der Native sich in seinem Eigenwert angegriffen sieht, werden sich die scharfen und potentiell destruktiven Energien Krittikas zeigen. – Gleich, welchen Ayanamsa-Wert ich wähle – in jedem Fall befindet sich Prinz Harry in dem lange Jahre (18 an der Zahl) währenden Rahu-Mahadasa. Die latente Unruhe, die Krittika auszeichnet, dürfte sich hier daher in massiver Weise Geltung verschafft haben. Man wird annehmen dürfen, dass es im Haus der Windsors tatsächlich zu einem scharfen Dissens gekommen sein muss, der auch das Verhältnis zum Bruder und Thronfolger, Prinz William, nachhaltig beschädigt haben dürfte. In der indisch-vedischen Tradition finden sich die älteren Geschwister im elften Haus – hier also martialisch-plutonisch bestimmt. Häufig steht Rahu in Verbindung mit dem Ausland – dementsprechend hat der Prinz eine Ausländerin geheiratet und ist in die USA übergesiedelt.

Xi Jinping

Während seit Jahren endlos das Horoskop Trumps – künftig wohl auch dasjenige Bidens – im Mittelpunkt steht, scheint die astrologische Prägung der chinesischen Nr. 1 von eher marginalem Interesse. Was liegen mag daran, dass die Geburtszeit unbekannt ist, was aber auch wohl daran liegt, dass man vielfach noch immer nicht begriffen zu haben scheint, dass China längst eine Weltmacht ist – sich möglicherweise gar anschickt, das Kräftemessen mit den USA zu suchen, einem solchen jedenfalls nicht aus dem Weg zu gehen. Nach Claude Weiss („Astrologie heute“) dürfte die offene Konfrontation der beiden Mächte in der Mitte des Jahrzehnts dem Höhepunkt zustreben, dies in wirtschaftlicher wie auch in machtpolitischer, womöglich auch militärischer Hinsicht. Xi Jinpings Position gilt als unangefochten, es heißt gar, er verfüge über mehr Macht als die anderen Nachfolger Mao tse Tungs.

Geboren in Peking am 15.06.1953. Auch bei fehlender Geburtszeit sind einige Beobachtungen statthaft. Hier die Mittagsstände.

Es ist ein grober, die Tradition sträflich missachtender Fehler, planetare Jahres- und Tagesregenten (wie auch den hier nicht gegebenen Stundenregenten) der Trivialastrologie zuzurechnen. Gerade der Blick auf prominente Politiker bestätigt die Bedeutung dieser Regenten. Man nehme etwa A.Merkel, geboren in einem Sonnenjahr (1954): So richtig es fraglos ist, auf ihre Uneitelkeit zu verweisen, so unzutreffend wäre es, die bei ihr angelegte „royale“ Präsenz leugnen zu wollen – wie sie sich wiederholt dort offenbart hat, wo sie wegweisende Entscheidungen von nationalem Interesse traf, ohne es für nötig zu halten, den Bundestag darüber diskutieren lassen (sofern dies geschah, wurde das Versäumte erst Wochen später nachgeholt – man erinnere sich an die Monate nach der Grenzöffnung Anfang September 2015).

Xi Jinping wurde – wie Trump und G.W.Bush – in einem Mars-Jahr geboren. Der eine, Bush, trug die nationalen Aggressionen nach außen (mit verheerenden Folgen nicht nur für sein Land), der andere sah den Feind primär im Inneren – immerhin gilt es, festzuhalten, dass Trump keine Kriege geführt hat. Hemdsärmeligkeit, will man diesen relativierenden Ausdruck verwenden, ist indessen das Attribut eines jeden der Genannten. Habe ich keine Geburtszeit, so fällt der Blick zunächst (neben der Sonne) auf den Mond, bei dem oft zwei Zeichen zur Auswahl stehen. Hier kann es als gesichert gelten, dass sich der Mond im Löwen befindet. Th.Ring: „…Tatkraft und Verlangen nach Verantwortung …. das seelische Moment beruht auf dem Stolz der Eigenverantwortung, lebt in der Organisierung und Disziplinierung realer Lebenstatsachen auf…“ (Th.Ring: Frühe astrologische Schriften, Zollikon 1995). Diese Prägung wurde offenkundig im Verlauf der C-19-Krise in China, deren entschiedene und am Ende effektive Handhabung propagandistisch wesentlich (nicht ganz zu Unrecht) Xi Jinping zugeschrieben wurde. Sofern Xi Jinping nach Sonnenaufgang geboren wurde, gilt, dass seine solare Anlage durch den Tagesregenten Sonne massiv gefördert wurde. In der Tat ist (in China hinter vorgehaltener Hand) des Öfteren zu hören, in Peking habe sich ein roter Kaiser etablieren können. Hier wäre auch auf die Konjunktion Mond-absteigender Mondknoten zu verweisen, was auf ein Wiederaufleben altnationaler Traditionen schließen ließe. Hier wäre zudem die staatlich geduldete, zum Teil gar geförderte Pflege des konfuzianischen Erbes zu vermerken.

Wie in einem der vorhergehenden Beiträge erwähnt: Die indisch-vedische Tradition betrachtet ein Horoskop auch vom Mond aus, fragt also, welche Planeten in welchen Häusern vom Mond aus sich finden (Ganzzeichenhäuser!). Bei einem Mond im Löwen, der hier anzunehmen ist, findet sich eine starke Venus (Domizil) im zehnten Haus, ein sog. Malavya-Yoga: im besten Fall diplomatische Fertigkeiten, im kritischeren Fall die Tendenz zu Wohlleben und ein überwertiges Maß an Selbstzufriedenheit. Letzteres scheint hier gegeben, wie die FAZ unter dem Titel „Chinas Hybris“ erst vor wenigen Tagen in einem ihrer Hauptkommentare in durchaus stichhaltiger Weise begründete.

Da von Yogas die Rede ist: auch hier (siehe einen der letzten Beiträge): Mars im zwölften Haus vom Mond aus gesehen: „anmaßend, kriegslüstern.“ Dies ist natürlich zu relativieren, es wäre unsinnig, das einem jedem zu unterstellen, der diese Anlage hat – aber die Erfahrung zeigt, dass dergleichen auf mundaner Ebene rasch durchschlagen kann. Und Mars steht in diesem Horoskop auf dem ersten Grad Krebs. Man wird mutmaßen dürfen, dass die Nr 1 des Landes die nationalen Empfindungen, auch solche aggressiver Art, ins strategische Kalkül miteinzubeziehen weiß.