Biden – aus der Sicht der „Neun Sterne“

Manchmal erbringt gerade die Vereinfachung die ersten Konturen. Dies gilt auch – gerade auch – bei Personen mundaner Bedeutung. Hier die Vereinfachung gegeben durch das Neun-Sterne-Ki. Biden wurde geboren in einem Jahr der 4 und in einem Monat 8 – oder mit Blick auf die Trigramme: Jahr Sun, Monat Gen (nach der Wilhelmschen Transkription). Die 4: Die tradierten Bilder verweisen immer auf das Generalthema: das „Sanfte“. Sun ist der eindringende Wind – mal diese, mal jene Richtung einschlagend. Mal rückt dieses, mal jenes in den Fokus – die dauerhafte Konzentration auf ein einziges Thema ist nicht Sache der 4. Denn: Ein jedes Thema mag hier in den Fokus geraten. Was für einen Politiker nicht eine Hypothek erbringen muss. Hier wird viel nachgedacht, auch scharfsinnig erwogen. Der 4er ist Generalist, er absorbiert reichlich Fakten und Untertöne – läuft indessen Gefahr, durch den Eindruck der vielen Details paralysiert zu werden. Im kritischen Fall ist er oder sie gar entscheidungsunfähig, da grundsätzlich ein zögerliches Moment mit auf den Weg gegeben ist. Sieht der 4er sich mit allzuviel an Themen oder gar Problemen konfrontiert, dann droht Konfusion, auch Ängstlichkeit. Er gleicht einem offenen Feld, auf das die Vielzahl der Eindrücke herabregnet. Droht dem 4er ein erhebliches Maß an Stress, dann zeigt sich das Problem, den Herausforderungen wirksam ad hoc begegnen zu können. Infolgedessen unterliegt der 4er dem Versuch, das heute an Entscheidungen Fällige, sofern es ein wirklich elemetares ist, auf ein späteres Datum zu verschieben. M..W.: das richtige Timing ist ein Dauerthema für den 4er. Oft wird die Entscheidung immer wieder aufs Finale hin verlegt. – Der 4er lebt im Zustand der Symbiose mit der Umwelt. Der Preis ist, dass eben diese Verschmelzung die objektiv-kritische Sichtung der Umgebung erschweren wird.

Sieht sich, wie bei Biden gegeben, der mit einem Monatsbild der 8 Geprägte 4er mit allzu massiven Herausforderungen konfrontiert, dann lockt die Versuchung des Sichentziehens: Abschließung, Rückzug. Aber eben dann „kreist der Berg“ (Gen: der Berg), und unvermittelt, nicht selten allzu impulsiv zeigt sich, überraschend für die Umgebung oder gar die gesamte Nation, die schlagartig getroffene Entscheidung, die aber, da in diesem Moment wenig durchdacht, problematische Entwicklungen, auch Trennungen erbringen kann.

Deutsche Politiker mal statistisch

Das berühmte Churchill-Zitat, die Statistik betreffend, soll gar nicht erst berufen werden (stammt übrigens gar nicht von diesem selbst…). Aber Statistik kann interessanter sein, als mancher glaubt (übrigens lohnt eine nähere Kenntnis spezifisch der Sozialstatistik, um Pseudostatistiken gegenüber gewappnet zu sein. Es gibt deren überreichlich, meist beruhend auf falschen Korrelationen.

Es mag ein wenig trivial anmuten, dennoch glaube ich, der Blick auf die elementaren astrologischen Themen der deutschen Kanzler (pardon: auch Kanzlerin) und Bundespräsidenten erbringt recht klare Orientierungen. Dabei verwendet: a) das Sonnenzeichen b) der Jahresregent c) das chinesische Jahrestier . Es hätten noch mehr sein können, aber für unsere Zwecke genügt dies.

Es gab bislang 7 Kanzler und eine Kanzlerin. Und es gab bislang 11 Bundespräsidenten. Also 19 Persönlichkeiten. Der Blick auf die Tierkreiszeichen : 4 mal Steinbock, 4 mal Widder, 3 mal Wassermann, 3 mal Krebs, 2 mal Schütze, je einmal Waage, Zwillinge, Fische. Oder anders: 12 mal (von 19) ein Kardinalzeichen – was ohne Frage sehr signifikant ist. Interessant ist, dass sich analoge Ergebnisse zeigen, wenn ich die Daten der US-Präsidenten zur Hand nehme. Zum Parallelbefund der planetaren Jahresherrscher: 5 mal Mars, 4 mal Venus, 3 mal Saturn, 2 mal Jupiter, 2 mal Sonne, 2 mal Mond, einmal Merkur Auffällig: Drei der vier Jahre, in denen die Venus regiert, waren die von Bundespräsidenten (darunter der gegenwärtige) – was sicher damit zu tun hat, dass der Bundespräsident den Anspruch einzulösen hat, ein Mann des verbindlichen Ausgleichs zu sein (bislang gab es keine Bundespräsidentin). Auffällig auch, dass der „weiche“ Mond sich nur bei den Präsidenten findet, vor allem auch, dqss alle vier Schafe (auch Ziege genannt) Präsidenten waren: Heuss, Scheel, Köhler und der jetzige, Steinmeier. Vom Schaf heißt es, es sei sanft, empathisch und musisch. Von einem Präsidenten erwartet man eben diese Qualitäten, gewiss keine Polarisierung.

Zu den chinesischen Jahrestieren: 5 mal Pferd (davon 3 mal Kanzler/in – zu ihnen zählt A.Merkel) – was ohne Frage hochsignifikant sein dürfte , 4 mal Schaf/Ziege, 3 mal Schwein, 2 mal Affe, 1 mal Hahn, 1 Drache, 1 Büffel/Ochse, 1 Tiger, 1 Hase. Zum Pferd: Das Deutsche Reich wurde gegründet in einem Jahr des Pferdes, der dritte (und letzte) der Kaiser, Wilhelm II., wurde in einem Pferdejahr geboren. Auch der „Kanzler der Einheit“, H.Kohl war ein Pferd.

Nachdem A.Laschet nun zum CDU-Bundesvorsitzenden gewählt wurde, steht die „Kanzlerfrage“ im Raum, wobei man annimmt, dass trotz der Konkurrenz der Grünen der kommende Kanzler ein Mann der CDU/CSU sein wird. Womit nach Stand der Dinge A.Laschet (18.02.1961) oder M.Söder (05.01,1967) gemeint sind. Laschet: Wassermann, Jahrestier Büffel (auch Ochse genannt), Jahresregent Sonne. Söder – zu beachten ist, dass Jahrestier und Jahresregent, da Söder vor dem 4.2. geboren wurde, noch die des Jahres 1966 sind: Steinbock (wie Adenauer an einem 5.1. geboren), Pferd, Jupiter. Laschet ist diesen Prägungen zufolge eher ein Mann des konservativen Progressismus mit royaler Färbung. Söder ist handlungsstark-dynamisch (so jedenfalls die öffentliche Wahrnehmung) – die Wandlungsphase des Pferdes ist Feuer, das Jahr 1966 (bis 4.2.’67) war aus chinesischer Sicht ein Jahr des Feuers – und der Jupiter regiert neben den Fischen das Feuerzeichen Schützen.

Interessant ist der Blick auf die früheren Pferde – u.a. das Deutsche Reich: Metall-Pferd – kein Wunder, dass sich alsbald ein industrieller Leistungsergeiz entwickelte, der zum einen ein stetes ökonomisches Prosperieren zur Folge hatte, zum anderen aber eine preußisch-kühle Effizienz mit sich brachte, die übers Ökonomische hinaus wirken sollte („Vorsprung durch Technik“…), dies nicht immer zum guten, am ende zum Unheilvollen hin. H.Schmidt: Erd-Pferd – ein Zug ins Nüchterne, natürlich in Verbindung mit der Sonne im Steinbock („Wer Visionen hat, sollte den Arzt aufsuchen“). Kohl: wiederum Metall-Pferd – kein „Technik-Freak“, aber „metallisch“ insofern, als der anfangs Verspottete („Birne“) in den Schicksalsjahren 1989/90 selbst einen Rudolf Augstein ins Staunen versetzte, als er eine souveräne strategische Effizienz zeigte, die man ihm nicht zugetraut hatte. Ein Feuer-Pferd an prominenter Stelle in der deutschen Politik (Präsident oder Kanzler) hat es bislang nicht gegeben, Söder wäre echtes Novum. Er stünde für ein entschlossenes, auch gewagtes, wenn nicht gar halsbrecherisches Agieren. Ein Kanzler Laschet würde eher einen Kurs einschlagen, welcher den sozialpolitischen Traditionen seiner Partei verpflichtet bliebe.

Da mag ein jeder für sich entscheiden, wessen Prägung die besseren Chancen auf die Wahl zum Kanzler einräumen wird…

Mahabote: Trump

Im APZ-Forum unter „Materialien“ zu finden: nähere Ausführungen zum birmesischen System des Mahabote (siehe dort das Inhaltsverzeichnis). Das System des Mahabote ist „einfach“ was nicht gleichbedeutend mit „simpel“ sein muss. Oft stellt es eine große Hilfe dar, wenn ich zum Verständnis des Kerns einer Person und ihrer primären Verhaltensformen gelangen will.

Hier sollen nur erste Hinweise gegeben werden. Wir finden bei Trump den Tagesregenten VE im Haus der „Impermanenzen“, der Unstetigkeiten – was auch auf problematische Diskontinierlichkeiten im Leben hinweisen kann. Unstetigkeiten finden sich reichlich im Leben Trumps – dies betrifft sein Privatleben, das Berufsfeld wie auch seine Präsidentschaft gleichermaßen. Man denke an die bekannten abrupten Brüche, an das unvermittelt immer wieder aufbrechende „Hire and fire“-Thema. Wie im genannten Text näher begründet, kann das System des Mahabote auch begriffen werden als ein Gebäude mit drei Etagen. Das „Souterrain“ – um im Bild zu bleiben -, hier besetzt durch MO, VE und SA, ist der Bereich, welcher, da in Teilen nicht wirklich bewusst, nur bedingt steuerbar ist. Im Zentrum des „Gebäudes“, dem Haus des „Reichtums“, sehen wir die SO. Um aus dem genannten Text zu zitieren: „Das wird in der Regel nicht der Reichtum an Geld sein (oder an sonstigen materiellen Ressourcen) – wenngleich dies zuweilen der Fall sein kann. Dieses Haus zeigt das an, was mir ein besonderes Maß an Zufriedenheit bereiten kann – was natürlich auch ein gesicherter Wohlstand sein mag. Wir befinden uns hier im Zentrum des Charts, gewissermaßen in dessen Wohnzimmer … Hier finden sich auch die höheren Ziele, die angestrebt und realisiert werden können. Somit kann hier auch die Berufung sich zeigen, der generelle ‚Lebensinhalt‘. Es ist auch der Grundtenor des ‚Jahres‘ – dies ist das Haus des Jahres, des Zentrums. (Der Planet hier ist jedoch nicht zu verwechseln mit dem planetaren Jahresregenten – wenngleich hier in beiden Fällen derselbe Planet gegeben sein mag.)“ Wir haben es dort mit dem Bereich zu tun, in dem ich ein Maximum an Zufriedenheit finden kann (wiewohl nicht zwingend finden werde!). Im besseren Fall bilden hier bei Trump Autorität und Souveränität den ruhenden Pol, im kritischen Fall zeigt sich Selbstbezug oder gar Selbstherrlichkeit. – Im sog. Haus des Ruhms findet sich JU. Dieses Haus hat viel zu tun mit dem Image, das ich abgebe, das bewusst kultivierte oder auch das von außen geförderte (beides kann natürlich zusammenfinden) : Expansion als Lebensoptimum oder auch als Teil der öffentlichen Präsentation: „Make America great again!“. Hier reichen sich SO und JU die Hände, im System des Mahabote sind sie essentielle Freunde. Es wird deutlich, dass Trump wenig Anlass sah, den potentiellen Dissenz von „Image“ und „Selbst“ wahrzunehmen. – Im siebten Haus – hier von MA belegt – sind wir angelangt beim Thema „Leadership“ – alternativ ‚Haus der Talente‘. Es gilt als das Haus, das die stärkste Motivation erbringen kann. Ebenfalls sind hier die stärksten Potentiale, eben „Talente“ mit auf den Weg gegeben. Nun aber sind SO und MA Feinde – und eben dies dürfte das eigentliche Verhängnis Trumps gewesen sein. Der buchstäblich „elevierte“ MA heizt die zentral stehende SO auf, befördert damit ihre genannten problematischen exzentrischen Selbstäußerungen.

Der unvoreingenommene Leser wird vermerken, dass hier bei aller vermeintlichen Simplizität der Blick auf die wesentlichen Konturen eröffnet wird. Hier gibt es noch wesentlich mehr zu entdecken, z.B. was den MO im Haus der „Extreme“ angeht – Prinzip „all or nothing“ (pendelnd zwischen 0% und 100%), auch was angeht, besser wohl anging den Bezug zum „Volk“, das hier in Teilen emotionalisiert wurde. – Nur ein Wort noch zum SA im Haus der „Störung“: Das ist die Region, die sich oft angstbesetzt zeigt. Man mag da auch die offenkundige Verachtung sehen, die Trump den tradierten Institutionen entgegen brachte – kulminierend in den Geschehnissen vom 06.01.2021. Der vermutlich größte Irrtum, der das Land in die Falle gelockt hatte: Trump ist/war kein Konservativer, da gab es ein verhängnisvolles Missverständnis. Wäre er ein solcher gewesen, hätte er den staatlichen Institutionen – so auch dem Kongresss – mehr an Respekt entgegengebracht. Trump war einer der „Unzeitgemäßen“, wie sie sich in Zeiten allgemeiner Verunsicherung einzustellen pflegen. Jemand, der nach eigenem Gutdünken die tradierten Standards mal nutzte, mal über den Haufen warf – aber wohl eben daraus einen Gutteil seines Appeals zu beziehen wusste.

Lunares Zeitalter?

Es wurde reichlich geschrieben über die jüngste Große Konjunktion – sie dürfte derweil so allgemein bekannt sein, dass ich mir hier die Graphik ersparen kann – sofern nicht: sie ist mühelos im Netz abrufbar. Was indessen weitgehend unbeachtet blieb: die starke lunare Prägung der Konjunktion: fällig geworden in einem Jahr des Mondes, an einem Tag des Mondes, in einer Stunde des Mondes – Letzteres soweit Deutschland, auch die USA betroffen ist. Es ist bedauerlich, dass die Tages-, Stunden- und Tagesregenten weitgehend unbeachtet bleiben, mitunter fehlt es da nicht an fragwürdigen abwertenden Äußerungen: „Trivialastrologie“ – eine in meinen Augen peinliche Fehlleistung (Näheres in meinem Text über die Regenten, abrufbar im APZ-Forum, dort im Sub-Forum „Materialien“).

Alles hängt hier ab von dem, was ich da an Wahrnehmung dessen habe, was „lunar“ bedeutet. Eine eher oberflächliche Wahrnehmung würde da sprechen von einem „romantischen“ Impuls oder dergleichen. Das dürfte zu kurz greifen, das „Romantische“ hat nach dem mehrfachen Aufguss der letzten Jahrzehnte eh seine Unschuld eingebüßt. Es sei denn, es manifestiert sich als Sehnsucht nach der Reinheit des „Ursprünglichen“ – wie es sich u.a. äußert in Gestalt der Klimaschützer (was nun nicht vorschnell als abfällige Äußerung begriffen werden sollte). Die generelle Verschiebung hin zum Lunaren zeigt sich auch – u.a. – auf der Ebene der „Neun Sterne“ : 2018 – 2027 ist da das lunar geprägte Trigramm „Kun“ wirksam – das Trigramm des rein-lunaren Wirkens. In dem Maße, wie sich die Waagschale zum Lunaren neigt, nehmen die Kräfte des Solaren ab. Es ist die Zeit der „Nacht“ – auch die der nächtlichen Gestalten, die da wachgerufen werden. Vor allem auch solche, die sich als Ausdruck der nationalen Seele begreifen. Die Schwäche des Solaren – sprich: die der zentralen Gewalten, ermöglichte das, was in Washington DC am 06. Januar an bis dato für undenkbar Gehaltenen global medial sichtbar werden konnte. Eine der Gestalten, wohl schon vor dem Geschehen des 06.01 2021 keine unbekannte, nun weltweit medial auf den Schirm gebracht, ließ sich in einem Kostüm ablichten, das alle Eignung gehabt hätte, glaubhaft eine genuine Ork-Figur auf die Bühne zu stellen. „Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer“ – zuweilen auch so: „der Traum der Vernunft gebiert Ungeheuer“ – das ist eine sprichwörtlich gewordene Graphik von F.de Goya – wohl einer der hellsichtigsten Maler der letzten Jahrhunderte. Es ist die Stunde Hekates, der Nekromantie, der Bannung durch archaische Gestalten. Wer aber da glaubt, mit dem 06.01.2021, sei der Spuk beendet, dürfte vergebens den Wunsch gegen die Wirklichkeit in Stellung gebracht haben. Hier scheint das Lunare, wie es sich auf der Karte XVIII des Tarot dargestellt sieht, Gestalt anzunehmen. Der wohl tiefgründigste Kommentar der Großen Arcanen, derjenige von Valentin Tomberg, spricht gar von der „Verhexung“ durch das Lunare. Die eingehende Kontemplation dieses Arcanums verdeutlicht die dort angelegten suggestiven Kräfte. Es ist auch der Sog der Vergangenheit und ihrer magischen wie auch pseudomagischen Figuren.

Prinz Harry – Mond/Nakshatra Krittika

Man muss ihn nicht eigens vorstellen, auch derjenige, der wenig Interesse für die royalen Geschicke GBs zeigt, wird wissen, warum der Prinz in den letzten Jahren Schlagzeilen lieferte. Auch hier, wie in einigen der vergangenen Texte, ein Blick aus indisch-vedischer Perspektive, dabei jedoch das Horoskop tropisch berechnet (Ganzzeichenhäuser).

Von einer weitreichenden Erläuterung des Horoskops sei hier abgesehen. In den Fokus genommen werden soll hier vordringlich der Mond: auf ihn fällt neben dem AC eh der Blick, wenn ich die vedische Perspektive einnehme. Er fällt hier schon deswegen ins Auge, weil er ein deutlich exponierter Spannungsherrscher ist. AC, Sonne und Mond in Erdzeichen – dies sollte eigentlich doch auf einen Charakter schließen lassen, der sich den Sicherungen tradierter Werte anvertraut -? . Was erst recht für jemanden gelten sollte, der in einen familiären Verbund hineingeboren wurde, der sich doch wesentlich über die tradierten Werte der hauseigenen royalen Sukzession definiert. Und dennoch kam es hier zu einem Bruch, vergleichbar allein demjenigen in den 30er Jahren (Abdankung Edwards VIII.) „Stimmungston des Hängens am Überdauernden … bewegt sich gerne in gediegenen Verhältnissen und in gleichmäßiger Ordnung…“ – so Th. Ring zum Thema „Mond im Stier“ (Astrologische Menschenkunde, Bd.3, S.173). Immerhin aber gilt hier die direkte Halbsumme MO=UR/PL – „plötzliche Veränderung in der Öffentlichkeit“ heißt es dazu im Witteschen Regelwerk. In den inäqualen Häusersystemen steht dieser Mond im vierten Haus, auf die Zäsur im Familiären verweisend. In den GZH, wie hier gegeben, verweist dies auf den Eros, zumal dieser Mond aus dem siebten Haus kommt. Wiewohl Rahu den Zeichenwechsel eben vollzogen hat, wird man noch die konjunktive Bindung an den Mond annehmen dürfen (zumal der wahre Mondknoten noch in den Stier fällt – in der Abb. ist der mittlere Knoten eingetragen). Dieser Mond, wie auch Rahu) befindet sich im Nakshatra Krittika. Sprachgeschichtlich ist das Wort verwandt mit „kritisch“ – was bereits einen deutlichen Hinweis auf eine der Primärqualitäten dieses Mondhauses gibt. Es lohnt sich, den vielfältigen mythischen Erzählungen nachzugehen, die mit diesem Nakshatra verbunden sind. Die hier waltende Gottheit ist Agni, Gott des verzehrenden Feuers, das Symbol Krittikas ist eine mondförmig gebogene Klinge. Kein Wunder also, dass Krittika zu den „scharfen“ Mondhäusern gezählt wird. Spätestens dort, wo der Native sich in seinem Eigenwert angegriffen sieht, werden sich die scharfen und potentiell destruktiven Energien Krittikas zeigen. – Gleich, welchen Ayanamsa-Wert ich wähle – in jedem Fall befindet sich Prinz Harry in dem lange Jahre (18 an der Zahl) währenden Rahu-Mahadasa. Die latente Unruhe, die Krittika auszeichnet, dürfte sich hier daher in massiver Weise Geltung verschafft haben. Man wird annehmen dürfen, dass es im Haus der Windsors tatsächlich zu einem scharfen Dissens gekommen sein muss, der auch das Verhältnis zum Bruder und Thronfolger, Prinz William, nachhaltig beschädigt haben dürfte. In der indisch-vedischen Tradition finden sich die älteren Geschwister im elften Haus – hier also martialisch-plutonisch bestimmt. Häufig steht Rahu in Verbindung mit dem Ausland – dementsprechend hat der Prinz eine Ausländerin geheiratet und ist in die USA übergesiedelt.

Xi Jinping

Während seit Jahren endlos das Horoskop Trumps – künftig wohl auch dasjenige Bidens – im Mittelpunkt steht, scheint die astrologische Prägung der chinesischen Nr. 1 von eher marginalem Interesse. Was liegen mag daran, dass die Geburtszeit unbekannt ist, was aber auch wohl daran liegt, dass man vielfach noch immer nicht begriffen zu haben scheint, dass China längst eine Weltmacht ist – sich möglicherweise gar anschickt, das Kräftemessen mit den USA zu suchen, einem solchen jedenfalls nicht aus dem Weg zu gehen. Nach Claude Weiss („Astrologie heute“) dürfte die offene Konfrontation der beiden Mächte in der Mitte des Jahrzehnts dem Höhepunkt zustreben, dies in wirtschaftlicher wie auch in machtpolitischer, womöglich auch militärischer Hinsicht. Xi Jinpings Position gilt als unangefochten, es heißt gar, er verfüge über mehr Macht als die anderen Nachfolger Mao tse Tungs.

Geboren in Peking am 15.06.1953. Auch bei fehlender Geburtszeit sind einige Beobachtungen statthaft. Hier die Mittagsstände.

Es ist ein grober, die Tradition sträflich missachtender Fehler, planetare Jahres- und Tagesregenten (wie auch den hier nicht gegebenen Stundenregenten) der Trivialastrologie zuzurechnen. Gerade der Blick auf prominente Politiker bestätigt die Bedeutung dieser Regenten. Man nehme etwa A.Merkel, geboren in einem Sonnenjahr (1954): So richtig es fraglos ist, auf ihre Uneitelkeit zu verweisen, so unzutreffend wäre es, die bei ihr angelegte „royale“ Präsenz leugnen zu wollen – wie sie sich wiederholt dort offenbart hat, wo sie wegweisende Entscheidungen von nationalem Interesse traf, ohne es für nötig zu halten, den Bundestag darüber diskutieren lassen (sofern dies geschah, wurde das Versäumte erst Wochen später nachgeholt – man erinnere sich an die Monate nach der Grenzöffnung Anfang September 2015).

Xi Jinping wurde – wie Trump und G.W.Bush – in einem Mars-Jahr geboren. Der eine, Bush, trug die nationalen Aggressionen nach außen (mit verheerenden Folgen nicht nur für sein Land), der andere sah den Feind primär im Inneren – immerhin gilt es, festzuhalten, dass Trump keine Kriege geführt hat. Hemdsärmeligkeit, will man diesen relativierenden Ausdruck verwenden, ist indessen das Attribut eines jeden der Genannten. Habe ich keine Geburtszeit, so fällt der Blick zunächst (neben der Sonne) auf den Mond, bei dem oft zwei Zeichen zur Auswahl stehen. Hier kann es als gesichert gelten, dass sich der Mond im Löwen befindet. Th.Ring: „…Tatkraft und Verlangen nach Verantwortung …. das seelische Moment beruht auf dem Stolz der Eigenverantwortung, lebt in der Organisierung und Disziplinierung realer Lebenstatsachen auf…“ (Th.Ring: Frühe astrologische Schriften, Zollikon 1995). Diese Prägung wurde offenkundig im Verlauf der C-19-Krise in China, deren entschiedene und am Ende effektive Handhabung propagandistisch wesentlich (nicht ganz zu Unrecht) Xi Jinping zugeschrieben wurde. Sofern Xi Jinping nach Sonnenaufgang geboren wurde, gilt, dass seine solare Anlage durch den Tagesregenten Sonne massiv gefördert wurde. In der Tat ist (in China hinter vorgehaltener Hand) des Öfteren zu hören, in Peking habe sich ein roter Kaiser etablieren können. Hier wäre auch auf die Konjunktion Mond-absteigender Mondknoten zu verweisen, was auf ein Wiederaufleben altnationaler Traditionen schließen ließe. Hier wäre zudem die staatlich geduldete, zum Teil gar geförderte Pflege des konfuzianischen Erbes zu vermerken.

Wie in einem der vorhergehenden Beiträge erwähnt: Die indisch-vedische Tradition betrachtet ein Horoskop auch vom Mond aus, fragt also, welche Planeten in welchen Häusern vom Mond aus sich finden (Ganzzeichenhäuser!). Bei einem Mond im Löwen, der hier anzunehmen ist, findet sich eine starke Venus (Domizil) im zehnten Haus, ein sog. Malavya-Yoga: im besten Fall diplomatische Fertigkeiten, im kritischeren Fall die Tendenz zu Wohlleben und ein überwertiges Maß an Selbstzufriedenheit. Letzteres scheint hier gegeben, wie die FAZ unter dem Titel „Chinas Hybris“ erst vor wenigen Tagen in einem ihrer Hauptkommentare in durchaus stichhaltiger Weise begründete.

Da von Yogas die Rede ist: auch hier (siehe einen der letzten Beiträge): Mars im zwölften Haus vom Mond aus gesehen: „anmaßend, kriegslüstern.“ Dies ist natürlich zu relativieren, es wäre unsinnig, das einem jedem zu unterstellen, der diese Anlage hat – aber die Erfahrung zeigt, dass dergleichen auf mundaner Ebene rasch durchschlagen kann. Und Mars steht in diesem Horoskop auf dem ersten Grad Krebs. Man wird mutmaßen dürfen, dass die Nr 1 des Landes die nationalen Empfindungen, auch solche aggressiver Art, ins strategische Kalkül miteinzubeziehen weiß.

Harmonic/Navamsa: Prinz Charles

Den Begriff „Harmonic werden die meisten kennen – doch nur selten sieht man die Harmonics angewendet. Den Begriff „Navamsa“ kennt auch derjenige, der eine eher marginale Kenntnis der indisch-vedischen Astrologie hat. Es heißt, kein Horoskop dürfe ohne das Navamsa – die Neunerteilung – gedeutet werden. Allerdings scheint dies vielfach mehr Wunsch als Wirklichkeit, da reicht ein flüchtiger Blick in die Literatur, nur allzu oft sucht man den Verweis auf das Navamsa vergebens. Ein Wort, das geläufig ist: Das Navamsa zeige die Früchte, die der Baum (=Grundhoroskop) hervorbringe. Dann wird weiter gesagt, es handele sich im engeren Sinne auch um eine Darstellung der Partnerschaft(en) des Nativen. Und dann ist vielfach zu lesen, dort fänden sich Hinweise auf Ethos und Werte und deren Realisierung im Leben des Betreffenden. Schwierig, dies zusammenzubringen – und vielleicht liegt hier der Grund dafür, dass trotz aller Beteuerungen ihrer Bedeutung die Deutung der Navamsas oft unterbleibt. Dabei gelten hier keine besonderen Regeln, es sind durchweg diejenigen, die auch der Deutung des Rasis (=des Basishoroskops) zugrundeliegen: Die verwendeten Aspekte sind die gleichen, die bei der Deutung des Rasis angewendet werden, auch die Yogas (= spezifische planetare Konstellationen) werden in gleicher Weise gefunden und beschrieben. Verwendet werden allein die Ganzzeichenhäuser, die geanuen Gradangaben spielen im Navamsa in der Regel keine Rolle.

Ist es „legitim“ die Navamsas auch auf tropischer Ebene zu verwenden? Was spricht dagegen, wenn ich auch das Gundhoroskop tropisch berechne, aber mit den tradierten indisch-vedischen Methoden ausdeute?

Das Navamsa von Prinz Charles, dessen akkurate Geburtszeit als verbürgt gilt. Hier nur die augenfälligen Kernaussagen, die öffentliche Rolle des Prinzen betreffend: Um bei den essentiellen Ausssagen zu bleiben: Wir finden einen starken Saturn – im Kardinalhaus erhöht, zudem Regent über Sonne und Mond. Hinzu kommt Venus als AC-Regent im zehnten Haus. Saturn steht als Herr über Haus neun in Haus zehn: Tatsächlich ist Saturn damit in diesem Horoskop mit einem Stier-Aszendent „Wohltäter“. Charles greift demzufolge Ethos und Überlieferung des Hauses Winsor erfolgreich auf und führt diese fort. Tatsächlich lässt der Thronfolger, bei aller Zuwendung zu neueren Trends, keinen Zweifel daran, dass er im familiären Fahrwasser zu bleiben gedenkt. Wenn das Navamsa „die Früchte des Horoskops“ darstellt, dann kann dies nur bedeuten, dass Charles der royalen – saturnisch geprägten – Tradition der Windsors folgen wird. Vermutungen, Wünsche, die lieber den Sohn William als direkten Nachfolger der Queen sehen möchten, dürften daher ins Leere gehen.

Hinweise zum Navamsa wie auch zum Saptamsa (Siebenerteilung) finden sich unter:

https://www.astrosoftware.com/SAPTAMSA%20AND%20NAVAMSA%20CHARTS.pdf

Die Deutungen unterscheiden sich z.T. etwas von den traditionellen indisch-vedischen Sichtweisen, dieser Hinweis auf das Navamsa aber scheint mir schlüssig: „9th Harmonic Chart (Navamsa): Motivation to be a part of the community and to bring healing and support to others. David Cochrane calls the 9th Harmonic the “alienation buster”. It removes the feeling of being distant, foreign, or separate. The only negative side to the 9th harmonic is a tendency to compromise too much as one tries to be a harmonious and helpful part of the larger community.“

Lunares – cont.: August Strindberg

Das Horoskop August Strindbergs. Da es hier um die Rolle des Mondes geht so wie begriffen in der vedischen Astrologie (tropisch verstanden), sind hier Ganzzeichenhäuser abgebildet. – Wir sehen einen einsamen Spannungsherrscher Jupiter im achten Haus im Löwen. Dessen Singularität wird zudem hervorgehoben durch die Tatsache, dass er dominant in der Dispositorenverkettung des Horoskops steht: im Kreislauf Saturn-Sonne Jupiter. Auf die grundsätzliche Bedeutung der Dominantenverkettung hat Thomas Ring mit instruktiven Beispielen hingewiesen („Astrologische Menschenkunde“, Bd III). Jupiter regiert Haus 12 wie Haus 3 – gemäß der klassisch-vedischen Tradition zwei schwierige Häuser. Er verliert damit einen Gutteil seiner „positiven“ Kräfte. Hier kann nicht ausführlich auf Leben und Schaffen des Autors eingegangen werden. Ins Auge fällt so oder so die Selbstbezogenheit Strindbergs wie auch der teils gewählte, teils erzwungene Drang in die Vereinzelung und Einsamkeit. Der Steinbock-Mond im ersten Haus kommt aus dem siebten, begreift das Du funktional bezogen auf die Eigenperson. Hier aber soll es um das Verhältnis Mond – Jupiter gehen. Der auf den ersten Blick so dominante Jupiter steht im achten Haus vom Mond aus gesehen. Wir haben damit ein sog. Shakata-Yoga vor uns. Genauer: Dies ist gegeben, wenn sich Jupiter im 6. oder 8. Haus vom Mond befindet und wenn Jupiter nicht in einem Kardinalhaus und auch nicht in seinem Domizil oder im Zeichen seiner Erhöhung steht. Die tradierten klassischen Texte, oft überscharf formuliert, sind zu übertragen ins Gegenwärtige, damit meist auch zu relativieren. Es bleibt indessen die Feststellung, dass sich hier wenig an Daseinszufriedenheit einstellen wird, oft gar eine grundlegend unglückliche Natur die Folge sein wird. Strindberg (einer seiner Werke hieß „Inferno“ ) war folglich alles andere als eine Frohnatur.

Anders sähe es aus, befände sich Jupiter im 6. oder 8. Haus vom Mond und dabei im Domizil oder dem Zeichen seiner Erhöhung (ein sog. Mukuta Yoga): „Der Mensch wird eine Krone tragen…“ – nun, wenige werden die Möglichkeit haben, zu Königinnen oder Königen zu avancieren. Gemeint ist matürlich schlicht, dass der Native es leichter haben wird, wenn es darum geht, „Bedeutung“ zu erlangen, eine „Respektperson“ zu werden.

Magnus Carlsen – Mondperspektive

Von Magnus Carlsen, dem seit rund sieben Jahren amtierenden Schachweltmeister, gibt es keine halbwegs verlässliche Geburtszeit. Was tun, wenn man sich nicht auf das fragwürdige Abenteuer der Rektifikation ex nihilo einlassen will (was ich bei fehlender Uhrzeit prinzipiell nicht tue)?

Dies hier führt ein wenig fort, was im letzten Beitrag (über Goethe) geschrieben wurde: die Sichtung des Horoskops aus der Perspektive des Mondes. Dies wird dann problemlos sein, wenn das Zeichen des Mondes, gleich um welche Uhrzeit es sich handeln mag, gesichert ist. Was der Fall ist bei M.Carlsen – der Mond steht im Stier – dem Zeichen seiner Erhöhung. „Schach ist die gewalttätigste aller Sportarten.“ – das sagte Garri Kasparov, der gewiss wusste wovon er da redete. „Ich genieße es, wenn ihr Ego bricht“ – Zitat Robert Fischer, Weltmeister von 1972 über seine Gegner. Schach ist Spiel – aber der homo ludens macht sich in harten Turnieren und Kämpfen um höchste Schachtitel eher rar (was nicht heißen soll, dass es da nicht auch ein entspanntes Spielen geben mag). Die indisch-vedische Sicht pflegt einen Blick zu werfen auf die Nachbarzeichen des Mondes, genauer: auf dort möglicherweise stehende Planeten. Finden sich Planeten im zweiten Haus vom Mond – ausgenommen Sonne und die Mondknoten – so hat man es mit einem sogenannten Sunapha Yoga zu tun. Im Falle von M.Carlsen findet sich dort der Mars. Dazu heißt es in den klassischen Texten: „Der Mensch wird König werden, oder Armeeführer, tapfer sein, grimmig, grausam … stolz, feindselig, reizbar.“ Es versteht sich von selbst, dass diese Aussagen mit Blick auf gegenwärtige gesellschaftliche Standards zu relativieren sind, d.h. auf den Kern reduziert werden müssen – deshalb das oben eingebrachte Zitat von G.Kasparov.

Wie schon bei Goethe: Der Blick geht auf das zehnte Haus vom Mond aus gesehen – „Erfolg“, „honores“. Das zehnte vom Mond aus ist hier das des Wassermanns (hier sind die Ganzzeichenhäuser zu nehmen). Der nähere Blick auf die Horoskope bedeutender Schachspieler zeigt, dass in etlichen Fällen ein starker Saturn mit auf den Weg gegeben sein wird. So auch hier: Carlsens Saturn, klassischer Regent des Wassermanns, steht in seinem Domizil. Finden sich Planeten im vierten, siebten oder zehnten Haus vom Mond aus gesehen, wird dessen Position deutlich gestärkt werden. Da findet sich hier im vierten Haus vom Mond Jupiter – in einem Zeichen eines „Freundes“. Und Jupiter aspektiert das Zeichen in dem Sonne, Venus und Merkur stehen. Die vedische Astrologie bezieht nicht nur die Aspekte auf Planeten, sondern auch auf Häuser ein – auch dann, wenn diese leer sein sollten.Das bedeutet indessen nicht, dass ein präziser Aspekt auf einen Planeten von sekundärer Bedeutung wäre. Hier wird von Gewicht sein, dass Jupiter ein genaues Trigon zur Venus hat, die Dispositorin des Mondes.

  • Falls dies dem einen oder anderen als eine etwas entlegene Sichtweise erscheint: Mnches von dem, was genuin „indisch“ erscheint, findet sich auch in der klassischen hellenistischen Astrologie, so z.B. der Gedanke, dass Planeten auch Häuser aspektieren, auch dann, wenn sich dort keine Planeten befinden.

Goethe – einmal lunar

Wie schon einmal erwähnt: Es nimmt die Zahl derer zu, die die vedische Astrologie auf der Basis des tropischen Tierkreises praktizieren. Das Für und Wider kann hier nicht einmal in Ansätzen aufgezeigt werden. Wer, aus der traditionellen Astrologie kommend, die Ganzzeichenhäuser verwendet, der hat da in Richtung „Vedische Astrologie, tropisch“ keinen allzu großen Schritt mehr zu tun. (Vedische Astrologie, tropisch: es bleibt der siderische Tierkreis erhalten für die Nakshatras, die 27 Mondhäuser .)

Wer sich auf die vedische Astrologie einlässt, der nimmt möglicherweise Anstoß an der dortigen Sicht des Mondes. Wenn ein Inder sagt, er sei (z.B.) Stier, dann bedeutet dies, dass sein Mond im Stier steht. Und es heißt, der Mond repräsentiere den „Geist“. Daran reibt sich so mancher – wieso der Mond und nicht die Sonne? Hier wäre zu klären, was unter „Geist“ zu verstehen ist. Da hilft das Englische weiter, denn dessen „mind“ kommt dem näher, was hier gemeint ist. Der Mond steht nicht „über“ der Sonne, diese ist das „Atman“, sie steht hoch über den „Niederungen“ des Daseins. Der Mond aber „organisiert“ die Abläufe und Rhythmen des Lebens – welches für den Einzelnen zunächst einmal ja in der Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Widrigkeiten des Lebens besteht.

So wird es einsichtig, dass der Blick des vedischen Astrologen immer auf den Mond fokussiert sein wird (nächst dem Aszendenten, manchmal gar noch diesem vorausgehend). Unter anderem wird sich der Blick auf den Bezug der anderen Planeten zum Mond richten – auch dann, wenn hier kein Aspekt vorliegt. So etwa ist von besonderem Belang, welche Planeten (sofern überhaupt) in den Nachbarzeichen des Mondes finden.

Hier das Horoskop Goethes – einmal indisch „reduziert“, ohne Transsaturnier, also traditionell-klassisch – tropisch und mit GZH (Ganzzeichenhäusern).

Mars regiert den AC, er steht im dritten Haus – indisch-vedisch gesehen „Kunst, Drama, Theater“. Dies ist deutlich gestärkt durch die gegenseitige Rezeption von Haus 1 / Saturn und Haus 3/ Mars. Haus 2 hat (wiederum aus vedischer) Sicht auch zu tun mit dem was der Mund „produziert“ – also mit den Worten, die dieser formt. Hier steht dessen Dispositor Jupiter günstig im „kreativen“ fünften Haus (auch das Haus der „höheren Bildung“!) und dort im Domizil. Ein Wort noch zum kühl-nüchternen Saturn im ersten Haus: der vedischen Aspektlehre zufolge aspektiert Saturn das dritte Haus von ihm aus gesehen (neben dem 7. und dem 10.) Dies aber bedeutet eine weitere starke Akzentuierung des Themas der künstlerischen Produktion. Interessant ist der Bezug Mond – Jupiter. Letzterer schätzt den Mond als „Freund“, dieser aber zeigt sich Jupiter gegenüber neutral-reserviert. Dementsprechend legte Goethe bei aller Wertschätzung von Schiller und Hegel immer eine fühlbare Distanz gegenüber jeder Form idealistischer Philosophie an den Tag.

Manches Genie bleibt lebenslang verkannt, lebt in kümmerlichen Verhältnissen. Dies war beim „Olympier“ Goethe zeitlebens nie der Fall. Mit Blick auf die öffentliche Wahrnehmung und Wertschätzungr kann das zehnte Haus vom Mond aus gesehen nähere Hinweise geben: Das zehnte Haus („Bedeutung“, „Karriere“, „honores“ …) vom Mond Goethes ist das zweite (siehe den Hinweis auf das Thema „Sprache“ weiter oben). Dessen Regent steht im eigenen Zeichen – zudem im vierten von sich aus gesehen, also aus dieser Perspektive in einem starken Eckhaus. Hier wäre noch einiges mehr zu sagen – u.a. über die Stärke des Mondes, der hier als Vollmond deutlich Wirksamkeit entfalten kann.