Wassermann cont. – Reformation

Das Jahresbild der Reformation 1517: das Wassermann-OG. Insbesondere dort, wo grundsätzlich Neues (an Ideen., Begriffen…) in die Welt kommt, ist das dem vorhergehende Wassermann-OG aufschlussreich (Sonnenstand 15:00 Wassermann). Ich schließe an das im letzten Beitrag Gesagte an. Saturn als klassischer Herr über den AC im Schützen im zehnten Haus, dort im Schützen auch das MC (mit dessen Regent Jupiter als Spannungsherrscher des Horoskops): Ein religiöser Impuls wird „maßstäblich“. Das Erlösungsmotiv („Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“) ist unübersehbar, man könnte mit Blick auf Neptun auf dem Wassermann-AC gar von einem utopischen Entwurf sprechen (siehe auch die direkte Halbsumme AC.NE= MC/UR !). Verlauf und Ausgang der Reformation sind bekannt: soziale Unruhen, gar schwerste Konflikte, am Ende der verheerende Dreißigjährige Krieg, mit diesem verbunden der Niedergang des Reiches – siehe das Mars-Neptun-Quadrat mit Mars im Stier. Letzterer befindet sich, nehme ich die Ganzzeichenhäuser, im vierten Haus, auf die sozialen Verwerfungen „im eigenen Haus“ = eigenen Land“ verweisend. Nachdem die Bauernkriege den inneren Zusammenhalt der Reichsterritorien erschüttert hatten, sah sich Luther gezwungen, das Bündnis mit den Landesherren einzugehen. Es erfolgte eine Teilverstaatlichung der Religion – und es zeigt sich ein weiteres Mal, dass es Saturn ist, der im Wassermann den längeren Atem hat. Die Bindung des Protestantismus an den Staat (in späterer Zeit nicht zuletzt den preußischen) sollte in den nachfolgenden Jahrhunderten sehr zum Nachteil ausschlagen. Dies zeigte sich in besonders verhängnisvoller Weise im III. Reich. Der Zweitregent des ACs, Uranus, findet sich im Stier: ein deutlicher Hinweis auf den Gleichheitsimpuls, letztlich gar „sozialistischen“ Einschlag des Protestantismus. Uranus auf dem ersten Grad Stier: Hier steht Hitlers Sonne, und dieser wusste sich den ins Realdasein gewendeten Gleichheits- und Erlösungsimpuls zunutze zu machen. Es gilt auch: SO/MKn = UR – wozu es bei Ebertin („Kombination der Gestirneinflüsse“) heißt: „Sich in der Gemeinschaft unbedingt durchsetzen …“ Wenige Tage vor dem Ausbruch des II. Weltkrieges stand Uranus im Transit wieder auf seiner Radixposition, gleichzeitig stand der laufende Saturn auf dem Radix-Uranus.

– Man wird unterstellen dürfen, dass das Horoskop weiterhin wirksam ist. Da wäre der Lauf des Uranus durch den Stier ins Auge zu fassen. Dieser stand im März/April dieses Jahres in der Halbsumme der Radixplaneten MA/UR. Dies ging einher mit Rissen im sozialen Zusammenhalt infolge der staatlich verordneten Corona-Maßnahmen. Im Auge zu behalten wäre natürlich auch der Uranus-Rücklauf auf die Radixposition (2024 / 25).

Wassermann …. Saturn, Beispiel China

Herrscher über den Wassermann? Klar doch: Uranus, erste Lektion Astrologie. Ich habe es – Th. Ring sei gedankt – immer für einen schwerwiegenden Fehler gehalten, die tradierte Dispositoren-Lehre über Bord zu werfen. Letztlich kam dies einer Zerstörung der Siebener-Ordnung im Zodiak gleich. Man muss weder „indisch“ orientiert sein, noch klassisch-hellenistisch, um diesen Bruch als einen verhängnisvollen zu begreifen.

Saturn regiert den Wassermann. Immer wieder festzustellen. Wird der im Wassermann Geborene alt, so verschafft sich Saturn im Alter zunehmend Geltung. Nehmen wir als Beispiel Friedrich II. von Preußen: In jungen Jahren der „Aufklärer“, in späteren Jahren zunehmend unter dem Schatten Saturns: der Tradition Preußens verpflichtet, die vielbeschworene „Pflicht“ propagierend, nicht ohne Misanthropie, auf Hierarchien verpflichtet – und zwanghaft verpflichtend. Man wird wenig Mühe haben, Ähnliches im eigenen weiteren Bekanntenkreis wahrzunehmen.

Interessant: das Horoskop des kommunistischen Chinas – hier nicht eigens eingebracht, da wohl bekannt (ansonsten mühelos abrufbar im Netz). Der Mond am AC im Wassermann, AC wie Mond ebendort. Maos China setzte über Jahre auf die stete Gleichmacherei, setzte alles daran, sich der verhassten konfuzianischen Tradition dauerhaft zu entledigen. Der Höhepunkt: die Kulturrevolution, 1966-1968 (unter dem Signum der damaligen Uranus-Pluto-Konjunktion). Diese setzte sich zum Ziel die tradierten konfuzianischen Werte ein für alle Mal zu eliminieren – was nicht zuletzt die Zerstörung der familiären Ordnungen ins Auge fasste. Nach allem was man weiß, leiden noch nach langen Jahrzehnten Millionen von Chinesen an dem von der Partei in ihrer Jugend erzwungenen Verrat an den eigenen Eltern. Etliche sollen sich aus Scham und Verzweiflung in den letzten Jahrzehnten umgebracht haben. Natürlich wird dies seitens der Partei verschwiegen, Psychologie gilt da vielfach eh als ein anrüchiges „westliches“ Fach.

Doch wie eingangs – Beispiel Friedrich II. – angesprochen: Saturn hat da den längeren Atem, wenn es um die Herrschaft über den Wassermann geht. Mit Deng Xiao Ping erfolgte zunächst vorsichtig-bedacht die Entkriminalisierung der konfuzianischen Tradition. Heute wird Konfuzius gar offiziell als der Begründer der geistigen Welt Chinas gesehen – mit all dem, was zum Themenkreis des Saturnischen gehört: Pflicht, Arbeit, Würdigung der Alten, Bescheidenheit, Selbstdisziplin, Bildung, Achtung der staatlich vorgegebenen Hierarchie (wie sie natürlich von der Partei vorgegeben wird). – Allesamt Qualitäten, die der Protestantismus, spezifisch der Calvinismus verpflichtend gemacht hat – bis heute spürbar in (u.a.) den Niederlanden, der Schweiz, in den deutschen „reformierten“ Landesteilen – und nicht zuletzt oder gar vor allem in den USA, wo dies nach wie vor primär in den Neuenglandstaaten wirksam ist.

Noch einmal: Deutschland 2022

(Zum Thema „2022“ siehe vorhergehende Beiträge: 22.05.2020, 31.01.2021)

Wie mehrfach (u.a. im Forum APZ) aufgezeigt: Das Deutschland-Horoskops von 1495 (Löwe-OG, Worms) ist so stimmig wie es, was Auslösungen angeht, verlässlich ist. (Zur Erinnerung bzw. Grundorientierung: Das ist das OG, welches dem finalen Reichstagsbeschluss von Worms unmittelbar vorausging. Mit den Beschlüssen jenes Reichstages entwickelt sich im Reich erstmals das, was man „Staatlichkeit“ nennen kann – u.a. erkennbar an der Schaffung des Reichskammergerichtes.

Bekanntlich ist die Achse 17-18 Grad Stier/Skorpion engstens verbunden mit der deutschen Geschichte – zum Guten wie zum Bösen hin. Und diese Achse findet sich auch im Deutschland-Horoskop von 1495. Sie findet sich in der Halbsumme PL/MA (=17:09 Skorpion bzw. in der Halbsumme PL/MO = 17:47 Skorpion). Eben dieser Grad wurde opponiert durch den laufenden UR im Herbst 1938 („Sudentenkrise“) und im Frühjahr 1939 (Verschärfung der Lage nach der Besetzung der „Resttschechei“). UR wird dort ein weiteres mal 2022/2023 stehen. Nun steigt man (gottlob) nie zweimal in denselben Fluss, das gilt fürs individuelle Dasein ebenso wie fürs kollektive Geschehen. Sehr wohl aber ist denkbar, dass sich das Land ein weiteres Mal in eine Entscheidungsssituation gestellt werden sieht. 1938/39 erbrachte dies den finalen, den Krieg auslösenden Bruch mit den westlichen europäischen Nachbarn. Mit Blick auf die genannte Achse 17-18 Stier/Skorpion ist im Auge zu behalten, dass hier das Thema MER/UR.DC miteingeht: Es wird wesentlich gehen um eine Entscheidungssituation, welche die außenpolitische Ausrichtung des Landes betreffen wird. Die bewährte, meist profitable bundesrepublikanische Devise „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass“ wird dann vermutlich definitiv ausgereizt sein. Ein weiteres Mal wird sich das Land konfrontiert sehen mit der Tatsache, dass es sich zu erklären haben wird mit Blick auf die USA einerseits und Russland, aber auch China andererseits. Vor diesem Hintergrund kommt der Bundestagswahl im September 2021 eine eminente Bedeutung zu. Auffällig indessen ist schon jetzt, dass sich die Parteien, gleich welcher Couleur, was die elemantaren außenpolitischen Perspektiven angeht, in Zurückhaltung üben. Da scheinen Themen wie Klimaschutz und Corona genehmer (womit nun nicht etwa deren Signifikanz bestritten werden soll). – Die Souveränität der Bundesrepublik wurde wesentlich durch zwei Schritte gesichert: Am 5.5.1955 erlosch das Besatzungsrecht, wenige Tage später trat die junge Republik der NATO bei. Es blieben allerdings alliierte Vorbehalte, die sich wesentlich auf Berlin bezogen. Diese wurden definitiv getilgt durch den „2+4 Vertrag“ vom Sommer 1990 (die immer wieder von Rechtsaußen kommende Behauptung, die allierten Sonderrechte bestünden weiter, sind gegenstandslos, aus der Luft gegriffen, die Intentionen dieser Behauptung nur allzu durchsichtig). Von Belang aber dürfte sein, dass hier der 33er-Rhythmus (auf den vor allem Rudolf Steiner wiederholt hingewiesen hat) in doppelter Weise greifen wird: 2021/22 aktualisiert sich der Rhythmus 66 (genauer: 66 und ein Drittel) Jahre nach 1955. Und das Wendejahr 1989 wird 2022/23 in quasi resümierender Form ins Bewusstsein geholt. Derzeitige Prognosen zeigen eine deutlich geschwächte CDU/CSU zugunsten der erstarkten Grünen. Nicht wenige Prognosen sehen eine grüne Kanzlerin kommen. Wie dem auch sei: Eine Regierung ohne die Grünen erscheint nach Stand der Dinge kaum denkbar. Eine solche Regierung aber würde unweigerlich erneut eine Diskussion über den deutschen Standpunkt im Rahmen der NATO ins Leben rufen.

Langlebigkeit

Dem Thema „Lebenslänge“ (engl. „longevity“) geht man in der westlichen Astrologie eher aus dem Weg. Die Gründe sind so bekannt wie sie mehrheitlich auch plausibel sind. „Mors certa – hora incerta“ – heißt es nach wie vor. Wer praktizierender Astrologe und Mitgleid des DAV ist, verplichtet sich, keinerlei Todesprognosen zu geben. Nun ist es das Eine, einen Todeszeitpunkt mehr oder weniger präzise zu bestimmen, das Andere ist es, begründete Vermutungen über die zu erwartende Lebenslänge anzustellen. In der indisch-vedischen Astrologie gibt man sich da unbefangener, es finden sich hier kaum ethisch begründete Tabus. Wie aber kaum anders zu erwarten: Die nähere Betrachtung zeigt, dass es in der vedischen Astrologie keineswegs durchweg übereinstimmende Ansichten gibt – was wenig überraschen wird (und manchem nur recht sein wird). Zudem: Es gibt ja keine objektive Bestimmung dessen, was ein langes Leben ist. Vor einem halben Jahrhundert noch erreichten die meisten Männer kaum das achtzigste Lebensjahr – heute ist dies die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland. Grundsätzlich einig ist man sich wohl nur mit Blick auf den AC und dessen Herrscher, auf Sonne und Mond – und vor allem auf Saturn und den Herrscher des achten Hauses.

Hier das Horoskop Ernst Jüngers. Der Autor wurde fast 103 Jahre alt. Der Mond ist AC-Regent, und er befindet sich in seinem Zeichen der Erhöhung. Doch auch die Sonne, der zentrale Lebensantrieb, befindet sich in der Erhöhung, zudem im zehnten Haus in der Nähe des MCs. Ins Auge fällt Saturn, hier Spannungsherrscher (unter den klassischen Planeten) – was m.E. grundsätzlich zur Stärkung beitragen dürfte. Und geht es um das Thema der zu erwartenden Lebensdauer, dann wird die hier gegebene Rückläufigkeit Saturns positiv zu werten sein. Vor allem aber: Dieser Saturn ist Herrscher über das achte Haus – was, folgt man der vedischen Linie, für sich allein kein Garant auf ein langes Leben darstellt, aber die Wahrscheinlichkeit darauf signifikant stärken soll. Jünger blieben seelische Krisen, gar echte Depressionen, nicht erspart. Doch die hier wohl wirksame Opposition von Mond und Saturn, konnte sich nicht nachteilig auf die Lebensdauer auswirken, da ein Saturn in einem Eckhaus vom Mond aus gesehen (hier das siebte Haus vom Mond) eine zusätzliche Stärkung erfährt.

Obenstehend das Horoskop Rainer Werner Fassbinders, der im 37. Lebensjahr starb (zur Zeit des zweiten Mondknotenrücklaufs). Auch hier der weiter oben beschriebene Blick auf die „Lichter“, AC-Regent, Haus acht und Saturn. Der (klassische) AC-Regent steht zwar in einem Kardinalhaus (günstig), jedoch im Exil, allerdings aufgewertet dadurch, dass er in seinen „Grenzen“ steht. Die Sonne befindet sich im System der Ganzzeichenhäuser ebenfalls in einem Kardinalhaus, ist jedoch peregrin. Der Mond und Saturn befinden sich beide im Exil, da aber eine gegenseitige Rezeption vorliegt, wird dies zumindest in Teilen aufgewogen sein, zudem steht der Mond in der Triplizität und in der Sektion (als Nachtplanet in einem Nachthoroskop über dem Horizont). Bleibt (u.a.) noch der Blick auf das achte Haus. Dessen Herrscher steht ebenfalls im Exil, auch dürfte mit Blick aufs Thema „Lebenslänge“ der Neptun in den GZH im achten Haus eher nachteilige Wirkungen gezeigt haben.

Die beiden Beispiele haben natürlich keinen Beweischarakter, da wären umfangreichere Untersuchungen nötig.

Fassbinder hatte ein vergleichsweise kurzes Leben – aber ein überaus produktives, darin vergleichbar dem ebenfalls mit 36 Jahren verstorbenen Mozart. M.a.W.: Die Lebensdauer als solche ist natürlich kein absoluter Wert.

Marine Le Pen

Die Uhrzeit ist gesichert: die möglicherweise künftige Staatspräsidentin. Während in den meisten Ländern Europas der Trend zur Mitte wieder zunimmt, scheint dies in Frankreich nicht der Fall zu sein – jedenfalls sprechen derzeitige Umfragen für Le Pen. Das Horoskop soll hier vornehmlich auf der Basis der Ganzzeichenhäuser gesehen werden – auch wenn im Bild die GOH- Häuser eingetragen worden sind. Ein derart exponierter Saturn will auf den Punkt gebracht werden. Er steht hier im Fall – im Widder. „Im Fall“ gilt gemeinhin als „Schwächung“ – was aber eben nicht einen Verlust an energetischer Selbstbehauptung des Planeten mit sich bringen muss. Auch der Dispositor des Saturn, Mars, steht hier im Fall. Folgt man der vedisch-indischen wie auch hellenistischen Sicht, dann ist der Fall des Saturn in diesem Horoskop zu relativieren: Saturn steht in einem Kardinalhaus, er steht in der Sektion (als Tagesplanet in einem Tageshoroskop über dem Horizont, zudem steht er auch im Navamsa (Neunerteilung) im selben Zeichen. Ein Fall aber kann nie ganz aufgehoben werden, es wird sich immer ein problematisches Element in der Aktualisierung des Planeten zeigen. Das Auftreten hier ist klar konturiert, neigt aber zu Schroffheit, zu Taktlosigkeit. Da hier ein Waage-AC gegeben ist und der Saturn im siebten Haus steht: Strenge im Denken, Widerständen wird mit aggressiver Resolutheit begegnet. Hier zeigt sich unnachgiebige Härte – und sie beruht auf einem rigiden Verständnis von Vergangenheit und national definierter Tradition. Dies ist hier in doppelter Weise mitangelegt, denn Saturn steht (GZH) im vierten Haus vom Mond aus gesehen. (Die Sicht aus der Perspektives des Mondes ist in der indisch-vedischen Astrologie ein wichtiger Bestandteil der Deutung.) Zu beachten ist dabei, dass der Mond in den GZH im vierten Haus steht. Le Pen ist eine scharfe Kritikerin der EU. Unklar ist, ob sie einen „Frexit“ riskieren würde. Als Präsidentin jedenfalls würde sie der EU mit harter Entschiedenheit entgegentreten. Flexibilität gehört nicht zu den stärken Le Pens, die starke Bindung an Konvention und dogmatischer Norm (Steinbock-Mond!) steht dem entgegen. Der Mond steht (siderisch) im Nakshatra Mula: Radikalität (in wörtlicher Hinsicht: „Mula“ bedeutet „Wurzel“), hier wird jedem als faul empfundenen Kompromiss eine scharfe Absage erteilt. -Was in der Sicht von außen oft übersehen wird: In Frankreich ist die konservative „bourgeoise“ Tradition stärker als in Deutschland begründet, auch ist unterschwellig nach wie vor eine Neigung zur royalen Präsentation gegeben. Le Pen könnte beidem Nahrung geben .

Die chaldäische Reihe: Siebenerschritte

Über die chaldäische Reihe habe ich einen relativ umfangreichen Text verfasst, abrufbar im Forum „Astrologie eu“, dort im Sub-Forum „Materialien“ auffindbar. Das Folgende geht zumindest in Teilen auf AbuMashar zurück. Ganz sicher bin ich mir da nicht, möglicherweise liegen die Ursprünge woanders, möglicherweise aber ist es in dieser Form erst hier entstanden (wäre dankbar, sollte da jemand Näheres wissen und mitteilen).

Zur Erinnerung die chaldäische Reihe:

SA – JU – MA – SO – VE – ME – MO

Man verfährt wie folgt: Die ersten sieben Jahre werden bestimmt vom Regenten des ACs und der mit ihm verbundenen Themen. Ist dies z.B. ein Zwilling, so ist da der Merkur bestimmend, mit ihm auch das von ihm auch beherrschte Zeichen der Jungfrau. In der chaldäischen Ordnung folgt dem Merkur der Mond. In diesem Fall würde der Mond die Zeit von 7 bis 14 prägen – also auch das Zeichen Krebs, auch das was dort möglicherweise an Planeten gegeben ist. Das dritte Jahrsiebt wäre regiert vom Saturn. Etc. Nach 49 Jahren ist der erste Durchlauf abgeschlossen.

Auch innerhalb eines solchen Jahrsiebtes wird die chaldäische Reihe durchlaufen, hier beginnend mit dem jeweiligen Phasenregenten. Ist dies z.B. der MA, dann wäre das erste Jahr dieses Jahrsiebtes der MA selbst – es wäre gegeben MA-MA. Dann würde die SO folgen, kurz MA-SO. Die SO wäre hier dem MA untergeordnet, zu prüfen wäre auch, in welchem Verhältnis die beiden im Horoskop stehen. Dann käme MA-VE – etc.

Dazu ein Beispiel: J.Goebbels, Hitlers Minister für „Propaganda und Volksaufklärung“. Über die Kindheit und Jugend Goebbels‘ ist wenig bekannt. U.a. ist erwähnenswert, dass er im Alter von 4 Jahren an einer Knochenmarksentzündung erkrankte, die zur Ausbildung eines Klumpfußes führte. In jenem Jahr war SO-ME gegeben. Beide stehen im Skorpion, und die plutonische Fesselung des ME dürfte die lebenslang gegebene Einschränkung der Mobilität verursacht haben. Auch das exakte Quadrat auf die Mondknotenachse dürfte hier eine Rolle gespielt haben. – Die Biographien betonen, dass mit dem Jahr 1918 – Erfahrung der Niederlage – eine tiefreifende Zäsur einsetzte. In diesem Jahr setzte das Jahrsiebt des Mondes ein. Der Mond ist wenig günstig gestellt: Er steht im Exil, er herrscht über das 12. Haus und wirkt ins 6. hinein. Die Stärke eines Steinbock-Mondes ist die Konsequenz, mit der man sich in den Dienst einer Aufgabe stellt, in diesem Falle ging es auch um die Selbstverpflichtung an eine soziale Struktur bzw. um die Mitarbeit bei der Schaffung einer solchen. Zunächst war Goebbels partiell links- sozialistischen Zielen zugeneigt, wenige Jahre später erfolgte die Hinwendung zu national-sozialistischen Inhalten. Es kam zu einer tiefgreifenden weltanschaulichen Krise – siehe den Regenten des Mondes auf dem ersten (kritischen) Grad des Schützen. Der katholisch erzogene Goebbels wendet sich ab vom Christentum, suchte neuen Enthusiasmus (MO im Quadrat zu JU).

Eine gewisse Stabilisierung erbrachte der April 1922 – unter MO-MA: MA ist der MC-Regent und steht stark in einem Kardinalhaus im Domizil. Im Frühjahr 1922 erlangt Goebbels den Doktor-Grad, mit dem er sich zeitlebens ansprechen ließ. Herbst 1924 – MO-VE: Goebbels wird leitender Redakteur eines nationallistischen Kampfblattes. Auch dies ist stimmig: Die VE steht im Domizil im dritten Haus im applikativen Trigon zu Pluto. Es ist bezeichnend, dass Goebbels im Frühjahr 1925 der soeben neugegründeten NSDAP beitrat – unter MO-ME. Von Anfang an sieht Goebbels seine Aufgabe im weltanschaulich bestimmten propagandistischen Feld. Goebbels wird Redner und Agitator in einem. – Nur wenige Tage nach Wirksamwerden des SA-Jahrsiebtes (Herbst 1925) trifft er Hitler. Zum SA im Schützen sei kurz Th. Ring zitiert: „Impulsivität, die zu Einseitigkeit neigt und daher leicht zum Fanatismus wird oder zu bedrückungen führt…; Bedürfnis nach Achtung und Vertrauen, Ehrgeiz, oft Unduldsamkeit, Satarrsinn und Widerspruchsgeist…“ (Th:Ring: „Frühe astrologische Schriften“). -Einige Monate „ringt“ Goebbels mit sich selbst, einige der Gedanken Hitlers empfindet er zunächst als Zumutung, erst im Folgejahr erliegt er gänzlich dem Zugriff des „Führers“. -Kurz vor der Machtergreifung, im Herbst 1932, beginnt das JU-Jahrsiebt, und nun ist die Stellung als führender Propagandist des Reiches auf Dauer gesichert. Das dritte Haus gilt als „funktional-neutral“, aber hier wird JU wirksam als Herrscher über Haus 8, er bringt festgegründete Leitsätze zum Ausdruck. 1939, mit Kriegsbeginn, setzt das MA-Jahrsiebt ein – mit dem Dispositor über ME und SO, im Quadrat auf die AC/DC-Achse. Den schaurigen Höhepunkt der Goebbelschen Rhetorik stellt der 18.02.1943 dar, der Tag der Proklamation des „totalen Krieges“ – im Jahr der MA-ME-Regentschaft. Goebbels‘ AC steht auf dem SA Hitlers, sein MA im Quadrat dazu. Den Entschluss zum Krieg fasste Hitler allein, doch es war sein Propagandaminister, der ihn bedrängte, den Kriegseinsatz ins Totale zu treiben. – Das Ende, Suizid am 01.05.1945, kam unter MA-SA.

Noch einmnal : 2022

Ich führe fort, was im Beitrag vom 22.05.2020 zum Thema „2022“ geschrieben wurde.

2022 wird sein ein Jahr der Fünf. Das Jahr der Fünf ist grundsätzlich ein Jahr, in dem sich eine Ordnung, eine Hierarchie, ein System, eine Struktur Gefährdungen ausgesetzt sieht. Jahre der Fünf: 1905, 1914, 1923, 1932, 1941, 1950… Zu beachten dabei ist, dass der Wirkungsraum hier jeweils (ca.) am 4. Februar einsetzt. D.h. die ersten Wochen eines Jahres unterliegen dem gleichen Einfluss wie die vergangenen Monate des kalendarischen Vorjahres. Dies bedeutet natürlich nicht etwa, dass ein in einem Jahr der Fünf Geborener ein „Gefährder“ wäre. Wohl aber ist in diesem Fall meist ein Sinn für die Fragilität von Ordnungen und Strukturen angelegt. Ein gutes Beispiel hier ist Bismarck (geboren im Fünferjahr 1815): Nach der Reichsgründung war sein ganzes Bemühen auf die Sicherung des europäischen Gleichgewichts gerichtet (siehe das Bismarcksche Bündnissystem). Auch die von ihm geschaffene Sozialordnung – die erste weltweit – wurde bestimmt von der Sorge um den Verlust der „Mitte“ aufgrund sozialistischer „Umtriebe“. Man findet unter „Fünfern“ nicht selten eine Anlage zum Kontrollzwang, der hier und dort auch eine kritische Grenze überschreiten kann.

Unnötig zu sagen, dass natürlich nicht jedes Fünferjahr eine Katastrophe mit sich bringt. Dennoch zeigt der Blick auf vergangene Jahre der Fünf, dass hier auffällig häufig eine Schieflage entsteht, die am Ende gar mit einem vollständigen Kontrollverlust einhergehen kann. Um zu den eingangs genannten Jahren zurückzukehren: 1905 war das Jahr der ersten russischen Revolution und des russisch-japanischen Kriegs. Beides hatte weitreichende Folgen für die internationale Ordnung. Ohne das Jahr 1905 (und die damit verbundene falsche Politik des Zaren) wäre es nicht zur Oktoberrevolution 12 Jahre später gekommen. 1905 war das Jahr der Malerei des Expressionismus, der auf seine Weise Umsturz bedeutete und der seinerseits auf die Brüchigkeit der bis dahin für sicher gehaltenen Ordnungen verwies. Und Einsteins erste Publikation zur Relativitätstheorie läutete in jenem Jahr das Ende des klassischen physikalischen Weltbildes ein. 1914 – der Ausbruch des I.Weltkrieges, der „Urkatastrophe“ des 20. Jahrhunderts. 1923: in Deutschland Höhepunkt der Inflation, die die junge Republik an den Rand des Scheiterns führte. 1932: die Republik im Zustand der Agonie – der Machtwechsel im Januar 1933 fiel noch in die Geltungsdauer dieses Fünferjahres. 1941: der bis dahin europäische Krieg weitet sich aus zum Weltkrieg. 1950: der Korea-Krieg erbringt den ersten Höhepunkt des Kalten Krieges, weltweit herrscht die Angst vor einem Krieg der Supermächte USA – UdSSR. 1959 – ein wenig spektakuläres Jahr, doch der Umsturz Fidel Castros in Kuba wird nur wenige Jahre später die Welt an den Rand eines Atomkrieges führen. 1968 – die weltweite Protestwelle der jungen Generation (u.a. Pariser Maiunruhen), 1977: der „deutsche Herbst“, 1986: Tschernobyl, mit weitreichenden Folgen, spezifisch für die Sowjetunion, deren Untergang durch die Nuklearkatastrophe eingeleitet wurde. 1995: das Massaker von Sebrenica – die noch wenige Jahre zuvor für so sicher gehaltene neue europäische Ordnung offenbart ihre Verwundbarkeit. 2004: mit dem schweren Tsunami im Dezember des Jahres erweist sich sich die Fragilität selbst überdimensionaler Räume, auch zeigt sich kollektiv die Gefahr, die von Störungen der ökologischen und klimatischen Ordnungen ausgeht. Das Jahr 2013 erscheint weniger dramatisch – doch auch hier zeigen sich Risse im globalen Gefüge: der „Arabische Frühling“ scheitert, der Konflikt in Syrien weitet sich zum Bürgerkrieg aus. Es ist das Jahr des Whistleblowers Snowden, und es ist das Jahr des Rücktritts eines Papstes inmitten der Krise seiner Kirche.

Das Jahr 2022 wird ein Jahr europäischer, wohl auch globaler Instabilitäten werden, da hier zwei wichtige Rhythmen konvergieren. Zum einen der u.a. von Rudolf Steiner mehrfach beschriebene 33er Rhythmus, welcher in der Geschichte unschwer nachzuweisen ist. Zwischen dem Berliner Mauerfall und dam Jahr 2022 liegen 33 Jahre. Gehen wir von 1989 33 Jahre zurück, so gelangen wir in das Krisenjahr 1956: das Jahr der Suez-Krise (welches das definitive Ende des britischen Empires erzwang), gleichzeitig kam es zu dem vom sowjetischen Militär niedergeschlagenen Ungarnaufstand. – Das Jahr 1938 erbrachte den „Anschluss“ Österreichs an das Hitler-Reich sowie die sog. Sudetenkrise. Uranus befand sich damals in der Mitte des Stieres und überlief die für die Geschichte Deutschlands so elementare Achse 17 Grad Stier-Skorpion. 2022, 84 Jahre später, wird Uranus wieder dort stehen – und allein dieses Faktum rückt Deutschland schon jetzt in den Fokus der Wahrnehmung. – Dem wäre in einem weiteren Beitrag nachzugehen.

Biden – aus der Sicht der „Neun Sterne“

Manchmal erbringt gerade die Vereinfachung die ersten Konturen. Dies gilt auch – gerade auch – bei Personen mundaner Bedeutung. Hier die Vereinfachung gegeben durch das Neun-Sterne-Ki. Biden wurde geboren in einem Jahr der 4 und in einem Monat 8 – oder mit Blick auf die Trigramme: Jahr Sun, Monat Gen (nach der Wilhelmschen Transkription). Die 4: Die tradierten Bilder verweisen immer auf das Generalthema: das „Sanfte“. Sun ist der eindringende Wind – mal diese, mal jene Richtung einschlagend. Mal rückt dieses, mal jenes in den Fokus – die dauerhafte Konzentration auf ein einziges Thema ist nicht Sache der 4. Denn: Ein jedes Thema mag hier in den Fokus geraten. Was für einen Politiker nicht eine Hypothek erbringen muss. Hier wird viel nachgedacht, auch scharfsinnig erwogen. Der 4er ist Generalist, er absorbiert reichlich Fakten und Untertöne – läuft indessen Gefahr, durch den Eindruck der vielen Details paralysiert zu werden. Im kritischen Fall ist er oder sie gar entscheidungsunfähig, da grundsätzlich ein zögerliches Moment mit auf den Weg gegeben ist. Sieht der 4er sich mit allzuviel an Themen oder gar Problemen konfrontiert, dann droht Konfusion, auch Ängstlichkeit. Er gleicht einem offenen Feld, auf das die Vielzahl der Eindrücke herabregnet. Droht dem 4er ein erhebliches Maß an Stress, dann zeigt sich das Problem, den Herausforderungen wirksam ad hoc begegnen zu können. Infolgedessen unterliegt der 4er dem Versuch, das heute an Entscheidungen Fällige, sofern es ein wirklich elemetares ist, auf ein späteres Datum zu verschieben. M..W.: das richtige Timing ist ein Dauerthema für den 4er. Oft wird die Entscheidung immer wieder aufs Finale hin verlegt. – Der 4er lebt im Zustand der Symbiose mit der Umwelt. Der Preis ist, dass eben diese Verschmelzung die objektiv-kritische Sichtung der Umgebung erschweren wird.

Sieht sich, wie bei Biden gegeben, der mit einem Monatsbild der 8 Geprägte 4er mit allzu massiven Herausforderungen konfrontiert, dann lockt die Versuchung des Sichentziehens: Abschließung, Rückzug. Aber eben dann „kreist der Berg“ (Gen: der Berg), und unvermittelt, nicht selten allzu impulsiv zeigt sich, überraschend für die Umgebung oder gar die gesamte Nation, die schlagartig getroffene Entscheidung, die aber, da in diesem Moment wenig durchdacht, problematische Entwicklungen, auch Trennungen erbringen kann.

Deutsche Politiker mal statistisch

Das berühmte Churchill-Zitat, die Statistik betreffend, soll gar nicht erst berufen werden (stammt übrigens gar nicht von diesem selbst…). Aber Statistik kann interessanter sein, als mancher glaubt (übrigens lohnt eine nähere Kenntnis spezifisch der Sozialstatistik, um Pseudostatistiken gegenüber gewappnet zu sein. Es gibt deren überreichlich, meist beruhend auf falschen Korrelationen.

Es mag ein wenig trivial anmuten, dennoch glaube ich, der Blick auf die elementaren astrologischen Themen der deutschen Kanzler (pardon: auch Kanzlerin) und Bundespräsidenten erbringt recht klare Orientierungen. Dabei verwendet: a) das Sonnenzeichen b) der Jahresregent c) das chinesische Jahrestier . Es hätten noch mehr sein können, aber für unsere Zwecke genügt dies.

Es gab bislang 7 Kanzler und eine Kanzlerin. Und es gab bislang 11 Bundespräsidenten. Also 19 Persönlichkeiten. Der Blick auf die Tierkreiszeichen : 4 mal Steinbock, 4 mal Widder, 3 mal Wassermann, 3 mal Krebs, 2 mal Schütze, je einmal Waage, Zwillinge, Fische. Oder anders: 12 mal (von 19) ein Kardinalzeichen – was ohne Frage sehr signifikant ist. Interessant ist, dass sich analoge Ergebnisse zeigen, wenn ich die Daten der US-Präsidenten zur Hand nehme. Zum Parallelbefund der planetaren Jahresherrscher: 5 mal Mars, 4 mal Venus, 3 mal Saturn, 2 mal Jupiter, 2 mal Sonne, 2 mal Mond, einmal Merkur Auffällig: Drei der vier Jahre, in denen die Venus regiert, waren die von Bundespräsidenten (darunter der gegenwärtige) – was sicher damit zu tun hat, dass der Bundespräsident den Anspruch einzulösen hat, ein Mann des verbindlichen Ausgleichs zu sein (bislang gab es keine Bundespräsidentin). Auffällig auch, dass der „weiche“ Mond sich nur bei den Präsidenten findet, vor allem auch, dqss alle vier Schafe (auch Ziege genannt) Präsidenten waren: Heuss, Scheel, Köhler und der jetzige, Steinmeier. Vom Schaf heißt es, es sei sanft, empathisch und musisch. Von einem Präsidenten erwartet man eben diese Qualitäten, gewiss keine Polarisierung.

Zu den chinesischen Jahrestieren: 5 mal Pferd (davon 3 mal Kanzler/in – zu ihnen zählt A.Merkel) – was ohne Frage hochsignifikant sein dürfte , 4 mal Schaf/Ziege, 3 mal Schwein, 2 mal Affe, 1 mal Hahn, 1 Drache, 1 Büffel/Ochse, 1 Tiger, 1 Hase. Zum Pferd: Das Deutsche Reich wurde gegründet in einem Jahr des Pferdes, der dritte (und letzte) der Kaiser, Wilhelm II., wurde in einem Pferdejahr geboren. Auch der „Kanzler der Einheit“, H.Kohl war ein Pferd.

Nachdem A.Laschet nun zum CDU-Bundesvorsitzenden gewählt wurde, steht die „Kanzlerfrage“ im Raum, wobei man annimmt, dass trotz der Konkurrenz der Grünen der kommende Kanzler ein Mann der CDU/CSU sein wird. Womit nach Stand der Dinge A.Laschet (18.02.1961) oder M.Söder (05.01,1967) gemeint sind. Laschet: Wassermann, Jahrestier Büffel (auch Ochse genannt), Jahresregent Sonne. Söder – zu beachten ist, dass Jahrestier und Jahresregent, da Söder vor dem 4.2. geboren wurde, noch die des Jahres 1966 sind: Steinbock (wie Adenauer an einem 5.1. geboren), Pferd, Jupiter. Laschet ist diesen Prägungen zufolge eher ein Mann des konservativen Progressismus mit royaler Färbung. Söder ist handlungsstark-dynamisch (so jedenfalls die öffentliche Wahrnehmung) – die Wandlungsphase des Pferdes ist Feuer, das Jahr 1966 (bis 4.2.’67) war aus chinesischer Sicht ein Jahr des Feuers – und der Jupiter regiert neben den Fischen das Feuerzeichen Schützen.

Interessant ist der Blick auf die früheren Pferde – u.a. das Deutsche Reich: Metall-Pferd – kein Wunder, dass sich alsbald ein industrieller Leistungsergeiz entwickelte, der zum einen ein stetes ökonomisches Prosperieren zur Folge hatte, zum anderen aber eine preußisch-kühle Effizienz mit sich brachte, die übers Ökonomische hinaus wirken sollte („Vorsprung durch Technik“…), dies nicht immer zum guten, am ende zum Unheilvollen hin. H.Schmidt: Erd-Pferd – ein Zug ins Nüchterne, natürlich in Verbindung mit der Sonne im Steinbock („Wer Visionen hat, sollte den Arzt aufsuchen“). Kohl: wiederum Metall-Pferd – kein „Technik-Freak“, aber „metallisch“ insofern, als der anfangs Verspottete („Birne“) in den Schicksalsjahren 1989/90 selbst einen Rudolf Augstein ins Staunen versetzte, als er eine souveräne strategische Effizienz zeigte, die man ihm nicht zugetraut hatte. Ein Feuer-Pferd an prominenter Stelle in der deutschen Politik (Präsident oder Kanzler) hat es bislang nicht gegeben, Söder wäre echtes Novum. Er stünde für ein entschlossenes, auch gewagtes, wenn nicht gar halsbrecherisches Agieren. Ein Kanzler Laschet würde eher einen Kurs einschlagen, welcher den sozialpolitischen Traditionen seiner Partei verpflichtet bliebe.

Da mag ein jeder für sich entscheiden, wessen Prägung die besseren Chancen auf die Wahl zum Kanzler einräumen wird…

Mahabote: Trump

Im APZ-Forum unter „Materialien“ zu finden: nähere Ausführungen zum birmesischen System des Mahabote (siehe dort das Inhaltsverzeichnis). Das System des Mahabote ist „einfach“ was nicht gleichbedeutend mit „simpel“ sein muss. Oft stellt es eine große Hilfe dar, wenn ich zum Verständnis des Kerns einer Person und ihrer primären Verhaltensformen gelangen will.

Hier sollen nur erste Hinweise gegeben werden. Wir finden bei Trump den Tagesregenten VE im Haus der „Impermanenzen“, der Unstetigkeiten – was auch auf problematische Diskontinierlichkeiten im Leben hinweisen kann. Unstetigkeiten finden sich reichlich im Leben Trumps – dies betrifft sein Privatleben, das Berufsfeld wie auch seine Präsidentschaft gleichermaßen. Man denke an die bekannten abrupten Brüche, an das unvermittelt immer wieder aufbrechende „Hire and fire“-Thema. Wie im genannten Text näher begründet, kann das System des Mahabote auch begriffen werden als ein Gebäude mit drei Etagen. Das „Souterrain“ – um im Bild zu bleiben -, hier besetzt durch MO, VE und SA, ist der Bereich, welcher, da in Teilen nicht wirklich bewusst, nur bedingt steuerbar ist. Im Zentrum des „Gebäudes“, dem Haus des „Reichtums“, sehen wir die SO. Um aus dem genannten Text zu zitieren: „Das wird in der Regel nicht der Reichtum an Geld sein (oder an sonstigen materiellen Ressourcen) – wenngleich dies zuweilen der Fall sein kann. Dieses Haus zeigt das an, was mir ein besonderes Maß an Zufriedenheit bereiten kann – was natürlich auch ein gesicherter Wohlstand sein mag. Wir befinden uns hier im Zentrum des Charts, gewissermaßen in dessen Wohnzimmer … Hier finden sich auch die höheren Ziele, die angestrebt und realisiert werden können. Somit kann hier auch die Berufung sich zeigen, der generelle ‚Lebensinhalt‘. Es ist auch der Grundtenor des ‚Jahres‘ – dies ist das Haus des Jahres, des Zentrums. (Der Planet hier ist jedoch nicht zu verwechseln mit dem planetaren Jahresregenten – wenngleich hier in beiden Fällen derselbe Planet gegeben sein mag.)“ Wir haben es dort mit dem Bereich zu tun, in dem ich ein Maximum an Zufriedenheit finden kann (wiewohl nicht zwingend finden werde!). Im besseren Fall bilden hier bei Trump Autorität und Souveränität den ruhenden Pol, im kritischen Fall zeigt sich Selbstbezug oder gar Selbstherrlichkeit. – Im sog. Haus des Ruhms findet sich JU. Dieses Haus hat viel zu tun mit dem Image, das ich abgebe, das bewusst kultivierte oder auch das von außen geförderte (beides kann natürlich zusammenfinden) : Expansion als Lebensoptimum oder auch als Teil der öffentlichen Präsentation: „Make America great again!“. Hier reichen sich SO und JU die Hände, im System des Mahabote sind sie essentielle Freunde. Es wird deutlich, dass Trump wenig Anlass sah, den potentiellen Dissenz von „Image“ und „Selbst“ wahrzunehmen. – Im siebten Haus – hier von MA belegt – sind wir angelangt beim Thema „Leadership“ – alternativ ‚Haus der Talente‘. Es gilt als das Haus, das die stärkste Motivation erbringen kann. Ebenfalls sind hier die stärksten Potentiale, eben „Talente“ mit auf den Weg gegeben. Nun aber sind SO und MA Feinde – und eben dies dürfte das eigentliche Verhängnis Trumps gewesen sein. Der buchstäblich „elevierte“ MA heizt die zentral stehende SO auf, befördert damit ihre genannten problematischen exzentrischen Selbstäußerungen.

Der unvoreingenommene Leser wird vermerken, dass hier bei aller vermeintlichen Simplizität der Blick auf die wesentlichen Konturen eröffnet wird. Hier gibt es noch wesentlich mehr zu entdecken, z.B. was den MO im Haus der „Extreme“ angeht – Prinzip „all or nothing“ (pendelnd zwischen 0% und 100%), auch was angeht, besser wohl anging den Bezug zum „Volk“, das hier in Teilen emotionalisiert wurde. – Nur ein Wort noch zum SA im Haus der „Störung“: Das ist die Region, die sich oft angstbesetzt zeigt. Man mag da auch die offenkundige Verachtung sehen, die Trump den tradierten Institutionen entgegen brachte – kulminierend in den Geschehnissen vom 06.01.2021. Der vermutlich größte Irrtum, der das Land in die Falle gelockt hatte: Trump ist/war kein Konservativer, da gab es ein verhängnisvolles Missverständnis. Wäre er ein solcher gewesen, hätte er den staatlichen Institutionen – so auch dem Kongresss – mehr an Respekt entgegengebracht. Trump war einer der „Unzeitgemäßen“, wie sie sich in Zeiten allgemeiner Verunsicherung einzustellen pflegen. Jemand, der nach eigenem Gutdünken die tradierten Standards mal nutzte, mal über den Haufen warf – aber wohl eben daraus einen Gutteil seines Appeals zu beziehen wusste.